FeedLebert (Herm.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Lebert (Herm.), namhafter Patholog und Kliniker, geb. 9. Juni 1813 in Breslau, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, studierte 1831 —35 Medizin und Naturwissenschaften in Berlin, Zürich und Paris, ließ sich dann 1836 als Arzt zu Bex im Kanton Waadt nieder und wurde 1838 Badearzt in LaveyG. Im J. 1846 siedelte er als praktischer Arzt nach Paris über, wo er sich durch den preisgekrönten Traité pratique des maladies scrofuleuses et tuberculeuseso (Par. 1849) einen wissenschaftlichen Namen erwarb. Im J. 1853 wurde L. als Professor der mediz. Klinik und mediz. Direktor des großen Krankenhauses nach Zürich und endlich 1859 in ersterer Eigenschaft nach Breslau emfehtz welche Stelle er 1874 niederlegte. Seitdem lebte er 3u Vevey in der Schweiz. Er starb 1. Aug. 1878 zu Bex. L. stellte es sich zur Aufgabe, die Ergebnisse der Naturwissenschaften und die naturwissenschaftliche Methode auf die Medizin anzuwenden. Er schrieb die «Physiologie pathologiquen (2 Bde., Par. 1845), zu welcher Abhandlungen aus dem Gebiet der Chirurgie und der pathol. Physiologie (Berl. 1847) als Ergänzung hinzutraten, ferner die (Anatomie pathologique générale et spéciales (2 Bde., Par. 1854—-62), das Handbuch der praktischen Medizino (4. Aufl., 2 Bde., Tüb. 1871), die (Allgemeine Pathologie und Therapiey (2. Aufl., Tüb. 1876), die «Grundzüge der ärztlichen Praxiso (Tüb. 1867—68), die «Klinik der Brustkrankheiteno (2 Bde., Tüb. 1873—74) und Die Krankheiten des Magenso (Tüb. 1878). Vgl. L.s «Biographische Notizeno (Bresl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 880Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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