FeedLe Clere (Jos. Victor)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Le Clere (Jos. Victor), franz. Gelehrter, geb. 2. Dez. 1789 zu Paris, war Lehrer der ältern Litteratur an pariser Gymnasien, an der Normalschule und an der Sorbonne, Mitglied der Akademie der Inschriften, und verfaßte unter anderm Des journaux chez les Romainso (1838) und 4Nouvelle rhétorique françaiser (1822; 11. Aufl. 1850). Er übersetzte Ciceros Schriften (30 Bde., 1821—25) und leitete seit 1840 die Fortsetzung der Histoire littéraire de la France (3 Bde., XXXXXIII, 1842—56). L. starb zu Paris 12. Nov. 1865. franz. General und Schwager Napoleons I., geb. 17. März 1772 zu Pontoise, trat als eifriger Republikaner 1792 in ein Uite. Dei Bataillon, das ihn zum Lieutenant wählte. Bei der Belagerung von Toulon erhielt er den Grad eines Generaladjutanten. In der Ardennenarmee nahm er an der Schlacht bei Fleurus teil und ging dann zur Alpenarmee. An der Spitze der Vorhut bemächtigte er sich des Mont-Cenis und hielt sich hier den Winter von 1794 hindurch. Im Herbst 1795 wurde er als Kommandant nach Marseille geschickt, wo er sich mit Pauline, der Schwester des Generals Bonaparte, verlobte. Dieser berief ihn sodann zur Armee nach Italien und erteilte ihm 1797 den Grad eines Brigadegenerals. Nachdem er Bonaparte in den Tagen des 18. Brumaire wichtige —— geleistet, wurde er als Divisionsgeneral zur Rheinarmee unter Moreau gesendet, wo er 3. Dez. 1800 den Sieg von Hohenlinden erringen half. In der Folge erhielt L. mit dem Titel eines Generalkapitäns den Befehl über die Expeditionsarmee nach Haiti. L. landete am 1. Febr. 1802 und unterwarf binnen drei Monaten die Kolonie. Indes brach der Kampf infolge der Empörung der egertruppen, der Strenge der Franzosen und der Schilderhebung Toussaint-Louvertures bald um so heftiger aus. Nachdem L. die Reste der Expedition auf der Insel Tortue versammelt, starb er am Gelben Fieber 2. Nov. 1802. Die Gattin L.s, die der Expedition beigewohnt, kehrte nach Frankreich zurück und heiratete 1803 den Fürsten Borghese (s. d.). geb. 1. April 1777 zu Paris, verfaßte mehrere Novellen und einen Roman Le chàteau de Duncano, am meisten Erfolg hatte er aber auf dem Gebiete der Proverbeso, in denen er die Sitten seiner Zeit fein und pikant darstellte. Die bekanntesten sind: „Le chàteau des carteso, L'humoristen, L'inretour du barono, „Proverbes dramatiques„ (7 Bde.) und Nouveaux proverbes dramatiqueso (2 Bde.). L. starb 15. Febr. 1851 zu Paris.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 884Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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