Barkah, 1) Küstenland des nördl, Afrika, zwischen der Grossen Syıte und dem ägyptischen Gebiet, zum grossen Teil aus dem Cyrenaica des Altertums bestehend. Es ist eine Dependenz des Beyliks 'Tripoli, beginnt mit Muktar an der Grossen Syrte (30° 17° 45“ nördl. Br., 16° 8%) 9° östl. L. v. Par.) und erstreckt sich an der Mittelmeerküste ostwärts bis zum Golf von Mellah (31° 29 nördl. Br; 22% 49° 50" östl. L.) in einer Länge von ziemlich 900 km, von denen jedoch auf mindestens 500 die bebaubare Fläche nur wenige Meilen nach dem Innern zu sich estreckt. Der Küstenstrich trägt nien, Wacholder, Lorbeeren, Oleander etc., während anf dem Plateau (1500 bis 2000 Fuss hoch) waldlose, nur spärlich von wildwachsenden Ölbäumen unterbrochene Grasflächen sich ausbreiten. Weiter im Innern, um Aud-Jlah und bis nach Kufra hinunter, herrscht vegetationslose WVüstenei. Das Küstenland ist nicht am au Städten; von Westen angefangen, sind die wichtigeren: Muktar, Sakhrin, Buraika, Tabilba, Adjdabiä, Karkora, Benghasi, Tokrah, Tolmita, Mersa Susa und Dernah (s. d.). Das Hochland aber, das seit mehr als zwölf Jahrhunderten ausschliesslich Domäne arabischer Hirtenstimme geworden ist, kennt heute weder eine Stadt noch ein Dorf. Aber Ruinenstätten solcher aug der griechischen und vornehmlich aus der römischen Zeit sind dort nicht minder zahlreich als an der Küste (z. B. Krennah [Cyrene], Belendj [Balacrai], Mergheh [Barca], Lamludeh |Limnias] ete.). — Die B. bewohnenden Araber zerfallen in die 4 Hauptstämme der Harabi, Awaghir, Mogharba und Merabutin. Pacho schätzte die gesamte Zahl der in B. nomadisierender Araber auf 40000. Die einzelnen Stämme leben in beständiger Feindschaft. Flinte, Pistole und Dolch sind die üblichen Waffen; der Säbel gehört allein den Scheikhs. Ihre Nahrung besteht aus Ziegenmilch, Hammelfleisch, Datteln, Honig und Gerstenmehl, das sie auf verschiedene Weise zubereiten. Ihr einziger Reichtum sind ihre Herden (Pferde [deren jetzige Rasse indes nicht mehr die Vorzüge jener des alten Cyrenaica besitzt], Kamele, Esel, Ochsen, Hämmel [ihre Wolle ist geringer als die der ägyptischen] und Ziegen). Das Klima ist gesund. Bereist und erforscht wurde B. von dem französischen Konsul Lemaire 1706, von den Italienern Cervelli 1811 und Della-Calla 1817; von den Brüdern Fr. Will. und H. Will. Beechey 1821—22; von Pacho 1825, von Heinrich Barth 1846, in archäologischer Hinsicht 1848 von Vattier de Bourville und 1860 von Smith; endlich von James Hamilton 1852, von Beurmann 1862 und von Gerhard Rohlfs 1868. — 2) Die Araberstadt B. existiert heute nur noch in Ruinen. Sie war in einem weiten, von Bergen umschlossenen Thale gelegen und war in der zweiten Hälfte des 10. Jahrh. ein durch seine grosse Handelsthätigkeit weit und breit bekannter Platz. Sie war noch in der zweiten Hälfte des 11. Jahrh. von viel Bedeutung; Stadt und Provinz wurden aber drei Jahrhunderte später von Grund aus zerstört.