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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Madeira, die Hauptstadt der Nordkanarischen Inselgruppe, nach welcher dieselbe auch als „Madeiragruppe“ bezeichnet wurde. Sie wurde der Sage nach schon 1344 von einem. englischen Seefahrer gesehen und 1419 durch die Portugiesen (als zweite Station auf der Bahn der bei der Aufsuchung des Seewegs gemachten Entdeckungen) unter Gonzalez Zarco aufgefunden, und in Besitz genommen, 1801 von den Engländern mit Beschlag belegt und bis 1814 behalten, dann wieder an Portugal gegeben. "M.s@rösse beträgt 16,5 Q Meilen; ihre grösste Länge 55 M., ihre grösste "Breite 12 M.. Sie liegt nordwestlich von. Afrika, von Ost gegen West gestreckt, in 120 37° östl. L. u. 32" 45° nördl. Br. Ihre Entfernung von der afrikanischen Küste beträgt 95 Meilen. — M. ist durchaus vulkanischen Ursprungs. Die Gebirgsmassen (höchste Spitze der Pico Ruivo, 9993 Fuss) bestehen aus gelbem Tuftgestein, das stellenweise mit durchgebrochenem Basalt wechselt. Die Insel ist reich bewässert. Derverwitterte vulkanische Boden ist äusserst fruchtbar. Es gedeihen neben den Edelfrüchten Europas die Tropengewächse. — Haupterzeugnisse sind: Wein(von Oypern und Candia hierher verpflanzt; seit der 1852 hereingebrochenen Traubenkrankheit fast gänzlich zerstört), Südfrüchte, Zuckerrohr, Kaffee, Ananas, Honig. — Das Klima ist. mild und gleichförmig; niedrigste Temperatur 71/5°, höchste 231/,0; es macht M. zu einem vielbesuchten Zufluchtsort für Lungenkranke. —- ‘Die Bew ohner sind Portugiesen von dunkler Hautfarbe, auch Mulatten und Neger. Ihre Zahl beläuft sich auf 118 379 Köpfe. M. untersteht einem Generalkapitän und ist eingeteilt in die Capitania (Distrikt) Funchal mit der gleichnamigen Hauptstadt (s. Funchal), und in die Machica mit dem Flecken gleiches Namens. — Portugal zieht — ausser Abgaben von dem fast gänzlich in enslischen Händen befindlichen Handel — einen Weinzehnten. — Auf M. landet das, Brasilien mit Portugal verbindendesubmarine Kabel.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 853Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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