
Afrika, seiner Grösse nach der dritte der fünf Erdteile, seiner Gestalt nach ein unregelmässiges Dreieck, dessen Grundlinie im Norden liegt und vom Mittelmeer umflossen wird, dessen Spitze im Kap Agulhas oder Nadelkap (ca. 150 km. ostsüdöstlich v. Kap der guten Hoffnung) direkt nach Süden ausläuft, dessen linke oder westliche Seite vom Atlantischen Ozean, dessen rechte oder östliche Seite vom Indischen Ozean und dem Roten Meere bespült wird, A’s Gesammtflächenraum wird rund (derjenige Europas auf 9,900,000); von seinem nördlichsten Punkte, dem Kap Blanco bei Biserta, an der Mittelmeerküste ‘(370 19° 40” nördl. Br.) bis zu seinem südlichsten Punkte, dem bereits genannten Nadelkap, der Scheide zwischen dem Atlantischen und Indischen Meere (340 51‘15' südl. Br.) durchläuft A. ca. 72 Grade (=8000 km.); von seinem westlichsten Punkte, dem grünen Vorgebirge Ozean, bis zu seinem östlichsten Punkte, dem Kap Guardafui (51° 54°6” östl. L.) am Indischen Ozean, durchläuft es ziemlich 69 Grade ca. 7500 km). Die A. umschliessenden Meere bilden nur drei grössere Einbuchtungen: nämlich im Norden das Mittelmeer die beiden Syrten, im Westen der Atlantische Ozean den Meerbusen von Guinea und im Osten das Rote Meer den Busen von Suez. A. wird fast in seiner Mitte vom Äquator durchschnitten. Die im Süden wie im Norden ausserhalb der Tropen, in den beiden gemässigten Zonen gelegenen Strecken nehmen nur ungefähr den fünften Teil seines Gesamtflächenraumes ein. Gleich- wie A. in seiner nördlichen Hälfte bedeutend breiter ist als in seiner südlichen, hat auch die Nordhälfte ziemlich a] mehr der gemässigten Zoneangehörige Landfliche (Äeypten, Barkah, Tripolis mit Fessan, Tunis, Algerien, Marokko und ds Ge striche der Sahara) als die Südhälfte (Natalland, Kafternland, Beschuanaland, Transvaal und Kapland). Die nordwestliche Ecke Afrikas bildet das wohlbewässerte und fruchtbare Gebiet des Atlas. Der Knoten dieses Gebirges liegt auf der Grenze zwischen Algerien und Marokko, seine Spitzen erreichen Höhen zwischen 3000 und 4500 Meter. Das Atlas-Gebiet reicht von der Atlantischen Küste (den kanarischen Inseln gegenüber) bis an die Syrten, durchläuft also eine Strecke von. 2800 km Länge bei einer höchsten Breite von 300 km zwischen der Mittelmeerküste und dem Gebiet der Sahara. Die Küstenstrecke von den Syrten an bis zum Nildelta ist mit Ausnahme des schmalen Streifens (im Altertum Cyrenaika, jetzt Barkah genannt) steril. Südwärts vom Atlasgebiet, bezw. den beiden Syrten erstreckt sich die von den Arabern „Sahara“ genannte Sandwüste, und zwar von .der Küste des Atlantischen Ozeans an bis zum Nil, in emer Länge von mehr als 4500 km und in einer Breite von 1800 km (sie reicht vom 30. bis zum 16. n. Br.), : Man hat sich diesen Sandozean nicht als eine unermessliche, einförmige Ebene zu denken, denn er enthält Bergzüge und Bergsipfel, er hat seine Sandwellen und Sandstürme, wie auch seine Inseln, die Oasen. Die grössere Anzahl dieser Inseln liegt in dem direkt südlich vom Atlasgebirge gelegenen Wüstenteil, den man unter der. vierteiligen Benennung der „marokkanischen Sahara“, der „algerischen Sahara“, der „„tunisischen Sahara“ (oder Beled-el-Djerid) und der „tripolitanischen Sahara“ kennt. Diese erste Wüstenzone misst in der Breite von Nord nach Süd ca. 175 Meilen oder 800 km, ihrer zahlreichen Oasen wegen gilt sie als eine Art von Übergang zu der „eigentlichen“ oder „grossen Wüste “. In dieser letztern wieder sind die beiden grossen Oasen Fessan und Air (Asben) gelegen. Am Ostrande der Sahara zieht sich von Nordwest nach Südost eine förmliche Kette von Oasen entlang; die nördlichste derselben ist Siwah, die südlichste die Oase von Theben. Auf die Sahara folgt, durch 8—10 Grade hindurch, das von den Arabern von den Europäern oft auch Nigritien genannte Länderbereich. Es reicht hinunter bis zu den Gebirg: zügen, die auf der einen a.) Seite unter dem Gesamtnamen Kong die Küste von Guinea bedecken, auf der andern, östlich vom untern Dscholiba, ins Herz von Aquatorialafrika dringen. Der Sudan zeigt eine von der Natur deutlich gezogene Scheidung in eine westliche und eine östliche Hälfte. Das Charakteristikum des östlichen Sudan ist der Tschäd-See, die stärkste der zur Zeit bekannten Depressionen Innerafrikas; das Charakteristikum des westlichen Sudan ist das Becken des grossen nigritischen Stromes Dscholiba oder Niger, welcher im senegambischen Gebirge entspringt und in den Golf von Guinea mündet. Als die östliche Fortsetzung von Sahara und Sudan bis an die Küste des Roten Meeres darf das Nilthal mit Ägypten, Abessinien und den Gallaländern betrachtet werden. Gleich- wie der Sudan und die Sahara unter dem 16. Breitengrade ihre Scheidelinie finden, vollzieht sich auch im Becken des Nil unter diesem Grade die Scheidung in das fruchtbare, gutbewässerte Gebiet des obern Nil (das Mero& des Altertums, wo sich die Hauptstadt des frühern „ägyptischen Sudan“, Chartum, befindet), und die wüsten Länderstrecken Nubiens. Am andern Ende des Sudan scheiden zur Zeit noch wenig erforschte, das Becken des Dscholiba im Westen und Süden umschliessende Gebirge Zentralafrikavoneinergrossen maritimen Zone, welche beim Senegal ihren Anfang nimmt und sich in einem weiten Bogen bis zum Golfe von Benin zieht, ausser dem Senegal und Senegambien ganz Ober-Guinea umfasst und an üppiger Fruchtbarkeit dem Nilbecken Ostafrikcas gleichsteht. Südlich vom Aquator ändert sich die Gestaltung Afrikas: die Tiefebenen hören auf, an ihre Stelle tritt die Hochebene (1000—1200 m über dem Meere). Die teilweise Kenntnis dieser südlichen Teile Zentralafrikas besitzt Europa erst seit der Expedition der beiden Engländer Burton und Speke (26. Juni 1857) von Mombas an der Sansibarküste aus nach dem Innern, auf welcher sie im Februar '58 das östliche Gestade des grossen afrikanischen Binnen-Sees Tanganjıka erreichten. Die. eigentliche Erschliessung des jahrtausendelang unbekannten Zentralkerns von A. gelang erst Henry Stanley, dem berühmtesten aller Afrikareisenden der Gegenwart. Von Udschidschi am Ostufer des Tanganjika-Sees aus, wohin er am 27. Mai 1876 zum zweiten male von der Sansibarküste gelangt war (das erste mal am 10. November 1871, zur Auffindung des totgeglaubten Livingstone) zog Stanley unter grossen Gefahren nach Nyangwe, dem äussersten, bis dahin bekannt gewordenen und von Livingstone (1868) und Cameron (1874) erreichten Orte am obern Lualaba-Kongo; er überwand, während jene beiden grossen Forscher hier an dieser Schwelle des Zentralkerns von Afrika abgedrängt wurden, glücklich alle Hindernisse und unternahm am 15. Nov. 1876 mit 200 Bewafineten jene merkwürdige und gefahrvolle Durchquerung Afrikas, von welcher die Geschichte aller Zeiten berichten wird. Dreiviertel Jahre dauerte dieselbe; 32 Kämpfe, darunter förmliche Fiussschlachtr hatte Stanley mit den Eingeborenen zu führen; der Hunger, Pocken und Fieber dezimierten seine Mannschaft, und Stanley selbst langte, dem Hungertode nahe, infolge der überstandenen Gefahren und Mühseligkeiten greisenhaft gealtert und mit weissem Haar, am 5. August 1877 in Boma an der Kongomündung, in dem Bereich der portugiesischen Herrschaft, an. Aber‘ die Anstrengungen waren des Resultates wert: der eigentliche Kern von Afrıka war eröffnet, durch, die Feststellung des bisher unbekannten Riesenlaufes des den Aquator in seinem Mittellaufe überschreitenden, auf 225 Meilen für die grössten Schiffe fahrbaren Kongo dem Welthandel ein neues, ungeheuer grosses Gebiet erschlossen. Zu Stanley’s Forschungen, wenn auch in ihren Resultaten weniger glänzend, gesellt sich die Durchquerung Zentral-Afrikas durch Verney Lovet Cameron (vom 21. Febr. 1874 bis 7. Novbr..1875), ebenfalls von Udschidschi am Tanganjika-See aus über Nyangwe am Lualaba, von da aber südwestwärts, dem rechten Ufer des Lomami entlang, durch Urua, Totela, Lunga Mandi und Bihe bis Katumbella, nördlich von Benguela, am Atlantischen Ozean. Cameron hat sich namentlich dadurch grosse Verdienste erworben, dass er zahlreiche Punkte Innerafrikas astronomisch bestimmt und nahezu 4000 Höhenmessungen gemacht hat; seine Darstellung des Flusssystems von Innerafrika weicht teilweise von derjenigen Stanleys ab (vergl. „Petermanns Mitth.“ 1876, 8. 105 fi.). Seit Stanley’s grossen Erfolgen hat sich ein Wetteifer unter allen Kulturvölkern entsponnen, dieletzten Schritte zur Erschliessung Zentralafrikas zu thun; Frankreichs grosser Forscher, Graf Brazza- Savorgnan, der Portugiese Serpa Pinto, die Deutschen Robert Flegel, Max Buchner, Pogge, Wissmann ete., der Belgier Cambier ete., sie Alle haben sich bestimmte Gebiete für den Ausbau der Forschungen in Zentralafrika erkoren: Brazza-Savorgnan die Verbindung des obern Ogow& mit dem Kongo, Serpa Pinto das Cubango- und Sambesigebiet, Flegel das Benuögebiet, Buchuer und Pogge das Lundareich; kurz, man darf sagen, dass die letzten Jahrzehnte unsere Kenntnis von Zentralafrika bedeutend mehr gefördert haben als die sämtlichen Jahrhunderte, welche Europa der Erforschung Afrikas überhaupt gewidmet hat. Mehrere Grade weiter südwärts (zwischen dem 10. und 18. Breitengrad) kommt das zuerst von Livingstone 1355 erforschte Hochplateau, das durch den mittlern Lauf des Sambesi begrenzt wird (ebenfalls in 1000—1200 m Meereshöhe), mit dem Dilolo-See (119&0’ südl. Br.; 1445 m Höhe), Linyanti südwestlich von dem Knie, welches der Sambesi unfern der Victoriafälle bildet, um sich ostwärts in den Mozambique-Kanal zu ergiessen (1067 m Höhe), und dem Ngami-See (ca. 2°südlicher als Linyanti und in 1131 m Höhe). ‚Südlich vom Ngami-See bis zum Oranjefluss erstreckt sich die öde Kalahariwüste in gleicher Meereshöhe von ca. 1100 m, über einen Raum von 7—8 Graden; das Thal des Oranjeflusses zwischen dem 28. und 29. senkt sich um ca. 600 m, dagegen steigt das Buschmännerland (Bushman Flat) wieder bis zu 1100 m hinan, während die fast unterm 32. von West nach Ost laufenden Nieuweveldberse biszumehr als 3000 m aufsteigen und gewissermassen die Südkante des innerafrikanischen Hochplateaus bilden, die in der von Klein-Namaqualand bis zum Süden der Kapkolonie sich erstreckenden Karrooformation ihren Abschluss findet. — Es bietet demnach der Weltteil A. die folgenden geographischen Gr uppenbilder: ]) Hauptgebirgsstöcke: a) im Nordwesten den Atlas; b) in Westen das Kong-Gebirge, zwischen Guinea und dem Becken des Dscholiba, e) im Osten .das abessinische Hochland; d) im Zentralkern: das zur Zeit noch wenig erforschte System der Äquatorialberge mit den Schneegipfeln des Kenia und Kilimandjaro; e) im Süd-Osten die lange, ch als Lupata-Gebirge bezeichnete Kette, die eigentlich nur ein Ausläufer des südafrikanischen Hochplateaus ist; f) im Süden die in parallelen Zügen streichenden Nieuweveld-Berge; g) die erst durch Cameron, Stanley, Flegel ete. der Forschung erschlossenen Gebirgszüge des Kongogebiets und Angolas, die sich als Fortsetzung des südafrikanischen Hochplateaus, nordwärts an der atlantischen Küste heraufziehen und als dessen äusserstes Glied das die nördlichen Ufer der Biafra-Bai besetzende vulkanische Kamerungebirge gelten darf. 2) Hauptflüsse: a) der Nil; b) der Dscholiba oder Niger; c) der Senegal (daneben die kleineren: Gambia, Rio Grande, Kamerun), sämtlich nördlich vom Äquator; — dagegen südlich vom Äquator: d) der Ogowe, e) der Kongo oder Zaire; f) der Sambesi; g) der Limpopo; h) der Gariep oder Oranjefluss (kleinere: Quanza, Cunene, Juba). 8) Haupt-Seeen: a) nördlich vom Äquator der Tschad-See des Sudan und b) der Tana- oder Isana-See Abessiniens; teils auf, teils unter dem AÄquator: c) der .1858 durch Speke entdeckte Ukerewe od. Victoria-Nyanza; wenig westlich von ihm; d) der 1865 durch Baker zum ersten male gesehene Mwutan oder Albert-Nyanza; weiter südlich an dem Grenzbereiche des südafrikanischen Hochplateaus: e) der 18558 durch Burton und Speke aufgefundene Tanganjıika-See; f) der Njassa: g) der 1859 durch Livingstone entdeckte Maravi oder Moero-See; endlich h) der Bangweolo-See (südlich vom Moero-See); i) der Schirwa-See (südlich vom Njassa-See); k) der am Nordrande der Kalaharisteppe gelegene, 1849 entdeckte Ngami-See. 4) Hauptkulturregionen; a) das Gebiet des Atlas; b) die Sahara; c) das Gebiet des Dscholiba; d) das Gebiet des Tschad-See; e) das senegambische Gebiet; f) das Gebiet des Kong (Oberguinea); g) das untere Nilthal (Ägypten); h) das abessinische Hochplateau! i) die Somaliländer; k) die oberen Aquatorialgebiete; 1) das Kongo-Gebiet; m) das Gebiet des Südkap; n) das südöstliche Gebiet; endlich: o) das südafrikanische Hochland. 5) Haupt-Inselgruppen: A) an der Westküste (im Atlantischen Ozean): a) die Madeiragruppe (Madeira, Porto Santo, die Desertas, die Salvages und die Pitons), b) die kanarischen Inseln (Ferro, Palma, Gomera, Tenerifa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote); c) die Kapverdischen Inseln (Santiago, Maio, Fogo, Brava [mit Grande und Rombo], San Antonio, San Vincente, San Nicolao, Santa Lucia, Branca, Raza, Bonavista und Ilha do Sal); d) die Guinea inseln: aa) spanisch: Fernando Po, Annobon; bb) portugiesisch: Sao Thoms, Prinzeninsel; f) Sankt-Helena und g) Ascension. — B) An der Ostküste (im Indischen Ozean und Roten Meere): h) Madagaskar mit den Inselchen Sainte-Marie und Nossi B6; i) die Komoren (Gross-Komoro, Moeli, Andschuana, Mayotta); k) die Amiranten (Remire, Saint-Joseph, Louise, Etoile, Poivre, Boudeuse, Noeuf); Agalega, Providence, Assomption, Aldabra, Gloriosa, Sandy-Island, Coetivy; die Cargadosgruppe; der Chagos-Archipel; ]) die Seychellen (Mahe, Praslin, La Digne, Denis, Silhouette, Carieuse, Isle aux Fregattes, Isle Platte ete.); m) die Maskarenen (Mauritius und Röunion); n) die Inseln an der Sansibarküste: Mafia oder Monfia, San-' sibar und Pemba; 0) Sokotra; p) die Eilande des Roten Meeres (Dahlak-Archipel, Hanakil, Hamfita, Kurthah-" mich, Ed, Perim; Eiro, Mokua, Sejäl, Sebergil, Wadi Djemel, Safadjeh, ete.); q) diesüdafrikanischen Inseln: Amsterdam, Prinz Edwards-, Marien-Insel, Kerguelensland, die Crozet-, Macdonald- u. Erfrischungs-Inseln; r) die Azoren (häufig zu Afrika gerechnet). 1600 v. Chr. Die ägyptische Königin Ramaka unternimmt, in Nachahmung mehrerer ihrer Vorfahren, einen Zug nach Ostafrika, der sich bis in die Somalhalbinsel erstreckt. 1524—1488 v. Chr. regiert in Agypten Amenophis Ill, welcher 24 Negerstämme seinem Szepter unterworfen haben soll. 1392—1326 v. Chr. regiert Rhamses II. in Agypten, von welchem zum Zweck der Ausbeutung der nubischen Goldminen ein Zug nach dem obern Nilgebiet ausgeführt wird. 1110—950 v. Chr. Dıe Phöniker legen von Tyrus aus Kolonien an Marokkos Westküste an, deren Zahl von ältern Schriftstellern auf 300 angegeben wird. Sie werden durch das grossnumidische Reich wieder zerstört, so dass selbst ihre Namen völlig verschwinden. ca. 600 v. Chr. Phöniker umschiffen auf Befehl des ägyptischen Pharao Necho vom Roten Meere aus Afrika und kehren nach dreijähriger Fahrt durch die Säulen des Herkules (Strasse von Gibraltar) zurück. 549—486 v. Chr. Die Logographen (Hekatäos von Milet etc.) beschäftigen sich mit. der Gestaltung des afrikanischen Festlandes und erweitern die Kenntnis desselben. 484 Herodot berichtet über die Reise der 5 Nasomonen nach dem Sudan. ca. 470 v. Chr. Hanno, der Altere, unternimmt auf Befehl der Republik Karthago mit 60 fünfzigrudrigen Schiffen, auf welchen sich 30 000 Libyphöniker als Kolonisten für zu gründende Niederlassungen befunden haben sollen, eine grosse Meerfahrt über die Säulen des Herkules hinaus an die Westküsten Afrikas, gelangt (nach seinem in griechischer Übersetzung [„Periplus“, d. i. Umschiffung] uns überkommenen Fahrtbericht) über den Senegal und das grüne Vorgebirge hinaus, bis ihn Mangel an Lebensmitteln, wahrscheinlich auch Stürme u. sonstige Fahrtschwierigkeiten, zur Umkehr nötigen. Von der Küste Sierra Leone bringt er erbeutete Schimpanse nach Karthago, die er „Goıilla“ nennt. ca, 460,v. Chr. Herodot’s Reise nach Afrika (Asypten); er gelangt bis zur Insel Elephantine, 330 v. Chr. Die Kriegszüge Alexanders des Grossen rücken Abessinien der Kenntnis der Agypter näher. ca. 300 bis 200 v. Chr. Ptolemäos Euergetes und mehrere seiner Nachfolger entsenden Expeditionen an das abessinische Küstenland, um den Handel mit dem Norden in Fluss zu bringen und griechische Bildung dorthin zu verpflanzen, ca. 150 v. Chr. Polybios folgt dem Scipio nach Afrika und besucht auf dessen Befehl während der Belagerung Karthagos die Nord- und Westküste Afrikas, zieht über den Hohen Atlas „durch ein Land mit schwarzem Sandstein bis zu Flüssen, welche von Nilpterden bewohnt wurden“, und ist vielleicht bis an den Senegal gekommen. ca. 130 v. Chr. Eudoxos aus Kyzikos schifft aus dem arabischen Busen bis Gades, von dort an die Westküste Afrikas und trifft auf eine menschenleere, aber fruchtbare Insel (wahrscheinlich eine der Kanarien), wo er umkehrt. 19 v. Chr. Cornelius Balbus aus Gades dringt von Tripolis aus tief in die Sahara und feiert als erster Ausländer durch einen Triumphzug in Rom die Eroberung der Hauptstädte der Garamanten, Oidamus und Garama (der heutigen Städte Ghadames und Djerma). ca. 50 n. Chr. Suetonius Paullinus unternimmt mehrfach von Mauretanien aus Züge nach dem Innern Afrikas und ‚erreicht auf einem derselben ‚‚die Nordgrenze der Klefanten im Lande der Schwarzen“. Seine besonders für die Kenntnis Afrikas wichtigen Kommentarien sind verloren gegangen. Zu dieser Zeit verfasst auch Pomponius Mela seine Beschreibnng von Afrika. ca. 60 n. Chr. Kaiser Neros Nil-Expedition gelangt unter dem Befehl von zwei Centurionen auf dem Weissen Nil bis zu den Schilfsümpfen, die an der Vereinigung des Gazellenstroms und Weissen Nils unabsehbar sich ausdehnen, dringt also bis in das Gebiet der Dinka und Nur. ca. 200 n. Chr. Die Geographen Marinos aus Tyros und Klaudios Ptolemäos verfassen Beschreibungen vom afrikanischen Kontinent. 4.--5. Jahrh. v. Chr. Einführung des Christentums in Abessinien, 6. Jahrh. Kosmos Indikopleustes, ein christl. Kaufherr, findet i. d. Adulisbai eine Inschrift, welche über Abessinien der damaligen Zeit Aufschluss giebt. 10. Jahrh. Araber schiffen vom östlichen Gestade Afrikas bis zum Kap Corientes und gründen verschiedene Reiche (Melindi, Magadoxo, Mombaza, Sofala etc.). 1154 der Araber Edrisi fertigt seine siinerne Erdtafel nebst Erläuterung, die für die damalige Zeit über Afrika treitlich orientierte. 1201 Ahmed ibn el Hassan el Matjuwi reist von Fes nach Tafilet. 1291 Genuesen suchen den Seeweg nach Indien um Afrika herum; doch bleibt ihre Expedition verschollen. 1321 Merino Sanuto’s Kartenbild von Afrika erscheint. 1325 der Araber Ibn Batuta bereist die Ostküste Afrikas (Quiloa etc.). 1344 Robert Machim, ein Engländer, wird (der Sage nach) auf die Insel Madeira verschlagen. 1346 Jakob Ferrer von Mallorca sucht in Oberguinea die Goldküste und den Goldfluss, bleibt aber verschollen. 1321 die genuesische Weltkarte und die Florentiner Seekarte werden gezeichnet. 1352 der Araber Ibn Batuta führt eine Mission des Sultans von Marokko in das Innere Afrikas aus, die ihn von Fes bis nach Timbuktu und weiter ins Mandingoland und zurückführt. 1402 Jean de Böthencourt erobert die Kanarischen Inseln. 1415 Heinrich der Seefahrer, Portugal’s berühmter Prinz, nimmt das Entdeckungswerk Afrikas in die Hand. 1415 der Portugiese Zargo, Schwiegervater des Kolumbus, entdeckt die Insel Porto Santo. 1418 die Portugiesen unter Johann I. erobern Ceuta. 1419 der Portugiese Zargo, Schwiegervater des Kolumbus, entdeckt in Gemeinschaft mit Teixeira, die Insel Madeira. 1434 der venetianische Maler Brancaleone weilt in Abessinien. 1434 der Portugiese Gil Eannes überwindet das Kap Bojador. 1435—36 der Portugiese Affonso Goncalez Baldaya dringt bis zum Weissen Vorgebirge (Cabo blanco). 1436 Andrea Bianco vollendet seine 1442 Lissabon sieht die ersten Neger aus dem goldreichen Guinea. 1443 Portugiesen besetzen die Insel Arguin als ersten festen Punkt an der Westküste Afrikas und dringen von dort aus in den nächstfolgenden Jahren bis tief in die Sahara. 1444 der Portugiese Nuno Tristäo dıingt bis in die Nähe des Grünen Vor- . gebirges (Cabo verde). 1445 Kap Palmas wird von dem Portugiesen Diniz Diaz erreicht. 1447 die Weltkarte des Palastes Pizzi in Florenz wird vollendet. 1448 Gonzalez Vallo entdeckt die Azorischen Inseln. 1455 Cadamosto besucht die Kanarischen Inseln, führt über Kap Blanco zur Insel Arguin. 1456 Cadamosto entdeckt die Kapverdischen Inseln, den Senegal und Gambia und gelangt bis an den Aquator. 1458 Kap Monserrado wird von den Portugiesen umschiftt. 1458—71 Alfonso V. von Portugal unternimmt Heereszüge nach Nordafrika, auf denen Arzila und Tanger erobert werden. 1463 + Heinrich der’ Seefahrer, Prinz von Portugal. 1469 Stiftung der ersten portug. Han- ı delsgesellschaft für Guinea. 1470 die Portugiesen Joao de Santarem und Pero de Escobar erreichen die Aschantiküste. 1470 Joäo de Santarem und Pero de Escobar entdecken die Insel Säo Thome, 1470/71 die Portugiesen erreichen das Mündungsdelta des Ogowe. 1472 die Portugiesen entdecken die Insel Annobon. 1472 die Portugiesen besetzen die Guineainseln San Thom& und Ilha do Prineipe und erreichen die Ogowemündung. 1479 Vertragsschluss zwischen Spanien und Portugal. Portugal behält sich den Handel mit Guinea und der afrika. nischen Westküste vor, überlässt dagegen den Spaniern den Besitz der Kanarischen Inseln. 1480 die Portugiesen besetzen die Insel Gran Canaria. 1482 die Portugiesen gründen Nieder lassungen in Angola. 1484 Benin wird von den Portugiesen besetzt, welche auch unter Diego Coao, in dessen Begleitung der deutsche Ritter Behaim steht, den Congo in diesem Jahr entdecken und über 2000 km jenseit des Äquators vordringen. 1486 Bartolommeo Diaz umschillt Afrikas Südspitze, entdeckt die Algoabai, das Vorgebirge der Guten Hofinung und den Buschmännerfluss. 1487 Pedro de Covilham befährt die Ostküste Afrikas (Sofala und Madagas kar) und zieht Erkundigungen ein über die Möglichkeit, Afrika im Süden zu un schiffen. 1487 die Portugiesen Pedro de Covil ham und Affonso de Paiva erreichen Abessinien (das christl. Reich des Erzpriesters Johannes). 1492 Leo Africanus’ erste Reise nad Nordafrika. 1494 Teneriffa wird von den Portugiesen besetzt. 1496—99 des Ritters Arnold von Harff Pilgerfahrt nach dem Orient, auf welcher derselbe ausser nach Ägypten (nach Dr. Korth’s Feststellungen auf Wahrheit beruhend), auch nach Östafrika und Madagaskar oekommen sein will. 1497 Vasco. da Gama umschifft die Südspitze Afrikas und segelt an der Ostküste durch den Kanal von Nozambique herauf, Natal berührend, bis Mombas und Melinda. 15. Jahrh. Fra Mauro, ein italienischer Mönch, schildert A. in seinem „Weltbild“ (zu Venedig aufbewahrt) und erwähnt bereits des Blauen Nils als „eines spiralförmig gewundenen Stromes Abai“, 1500 Cabral segelt die Ostküste Afrikas hinauf. 1501 Joäo de Nova entdeckt Ascension. 1502 Joao de Nova entdeckt St. Helena. 1503 Saldanha langt am Kap Guardafui an. 1506 Lorenzo d’Almeida (nach Anderen Antao Goncalves) entdeckt auf der Heimfahrt von Indien nach Huropu die Insel Madagaskar (von ihm San Lourenco genannt) und zugleich den beguemern Seeweg lines” der Ostküste dieser Insel. 1506 Tristäo da Cunha entdeckt die nachihm benannte Inselgruppe südwestl. von Afrika, 1507 d’Albuquerque erobert die Insel Sokotora. 1510 ff. der Araber Leo Africanus geht von Fes aus als Gesandter Marokkos zu den Negerfürsten Innerafrikas, zweimal auch nach Timbuktu. 1520 Portugiesen werden bei Massauah im Roten Meer und in Abessinien, dem ersehnten Lande des Erzpriesters Jo1525 fi. Francesco Alvarez forscht in Äthiopien. 1526 Leo Africanus verfasst seine „Beschreibung Afrikas‘“ in italienischer Sprache. Sie war lange Zeit die Hauptquelle für die Kenntnis des Sudan und wurde zuerst veröffentlicht im Sammelwerk des Ramusio (deutsch von Lorsbach 1805). 1535 der Spanier Marmol besucht Marokko in Handelsinteressen. 1535 Bareto und Homem weilen aan untern Sambesi. 1541 der Portugiese Estevan de Gama gelangt durchs Rote Meer bis nach Suez : und umfährt hiermit ganz Afrika, 1549 der englische Kapitän Windham besucht Marokko und auch Guinea in Handelsinteressen. 1553 ff. der Portugiese Pinteado, die Engländer Lock, Towrson, Burrough, Rutter, Baker und Carlett besuchen Guinea in Handelsinteressen. 1566 Fenner fährt nach den Kapverdischen Inseln. 1575 Duarte Lopez erreicht den Kongo. 1589 ff. Andr. Battel weilt in Angola und Benguela. 1591). Lancaster schifft an den Küsten von Mozambique und Sansibar. 1594 der Eingländer Walter Raleigh besucht Guinea in Handelsinteressen. 1600 die Missionäre Montecuculo und Joseph v. Montesarchio lassen sich in Benguela nieder, 1601 holländische Kolonisten lassen sich an der afrikanischen Südostküste nieder. 1601 Lancaster forscht im Kapland und den nordöstlich von ihm gelegenen Gebieten. 1603 der Jesuit Peter Paöz bereist. Abessinien und entdeckt die Quelle des Blauen Nils. 1607 William Finck forscht an der Sierra Leone und än der Goldküste. -1607—9 forscht Keeling am Kap der guten Hoffnung. 1608 besucht Sharpey das Kapland. 1611—21 Braun wirkt in Guinea und Angola. 1613 Pater Fernandez durchforscht Abessinien. 1616 Dornton fährt nach dem Kap der guter Hoffnung. 1618 Jobson und Thompson forschen am Gambia und Rio Grande. 1625—32 Jerome Lobo forscht in Abessinien. 1626 Die Franzosen setzen sich am Senegal fest. 1635 Alexis de Saint-Lö und Bernardin de Renovard forschen am Rio Grande und an der Sierra Leone. 1637 Claude Jannequin dringt auf dem Senegal vor. 1637 die Holländer erobern die portugiesische Festung „El Mina“ an der Goldküste. 1638 Francois Banche in Madagaskar. 1640—41 Antoine de Liederkerke und der Maler Adrian Mathams bereisen Marokko. 1642 erste französische Niederlassung in Madagaskar. 1648 Etienne Flacour in Madagaskar. , 1649 Bonaventura und Francois wirken am Kongo. 1650 der Franzose Melchisedek Th6venot weilt in Unterägypten und veröffentlicht über dasselbe die ersten wissenschaftlichen Mitteilungen. 1652 Gründung von Kapstadt. 1654 fi. J. A. Cavazzi ist am Kongo thätig. 1661 Abu Salem el Aiaschi bereist Marokko. 1661—68 der dänische Missionar W. J. Müller forscht in Oberguinea. 1663—72 Schutten forscht im Kaplande und in den nordöstlich gelegenen Gebieten. 1666 Roland Frejus bereist die Berberei und nördl. Sahara. 1666 Michael Angelo de Guattini und Dionys Carli de Placentia wirken am Kongo. 1667 Vidault de Bellefond forscht in Oberguinea. 1669—71 d’Elbies an der Beninküste. 1669— 72 Dubois aufMadagaskar, Bourbon und den Maskarenen. 1670 Paul Imbert in Timbuktu. 1672 die Engländer errichten [ihre ersten Faktoreien an der Goldküste, 1673 die Engländer besetzen Sankt-Helena. 1678 ff. Jean Barbot forscht in Oberguinea. 1681 (1691?) Job Ludolf giebt unter Mitwirkung eines abessinischen Patriarchen Aba Gregorios seine „Historia aethiopica, sive brevis et succincta, descriptio regni Habessinorum“ heraus; besonders wichtig für die äthiopische Nomenklatur ist das 4. Kapitel des 1. Buches. 1682—88 Le Maire bereist die Kanarischen Inseln und forscht am Kap Verde und Senegal. 1683 Brandenburg legt Faktoreien (Grossfriedrichsburg) an der@oldküste an.' 1683 Olofberg reist in das Namaqualand. 1686 Dapper forscht im Kaffernlande und Touchard am Kap. 1687 Lejardiere bereist die südaftikanischen Küstenländer. 1697 die Franzosen unter Ambrosius Brun lassen sich am Senegal nieder und gründen die Kolonien, welche noch gegenwärtig im Besitze von Frankreich sind. 1697 ff. Andre Brue forscht in Senegambien. 1698 ff. Poncet, ein französ. Arzt, gelangt mit dem Pater Brevedent den Nil hinaufdurch die Bajudasteppebis Gondar. 1699 Jakob Barbot und Jean Gazillier 1700 Paul Lucas gelangt durch Agypten und Nubien bis nach Abessinien, 1700 Poncet und Brevedent abermals in Abessinien. 1700 Barbot und Cassaneuve am Kongo. 1700—1703 Pater Krump, Arzt und Missionär, reist durch Ägypten und Nubien bis nach Sennar und kehrt über die Grosse Oase zurück. 1701 ff. Loyer bereist Oberguinea. 1701—3 Peter Kolb bereist das Kapland. 1702—16 Jaar und Vogel bereisen die südafıikanischen Küstenländer. 1703 Kupt u. Kolbe reisen im Kapland. 1704 Du Roule forscht in Ägypten und in der Libyschen Wüste. 1704—14 der Pariser Arzt Paul Lucas in Ägypten und Abessinien. 1706 Lemaire, franz. Konsul, erforscht Barkah. 1710—11 die MissionäreCarlo Maria von Genua und Severino von Silesia reisen als erste Europäer nach Fezzan und besuchen Aghades (das erst 1850 wieder von Barth betreten wird) und Kaschna. 1716 Compagnon besucht Bambuk. 1716 Then Ahyne am Kap. 1719-92 William Snelgrave bereist Oberguinea und dringt als erster Europäer bis nach Dahom£. 1720 Brandenburg verkauft seine Faktoreien an die Holländer. 1721 die Engländer Stewartund Windhus bereisen Marokko. 1722—27 Thomas Shaw bereist die Berberei und nördl. Sabara. 1724 Marchais bereist Ober-Guinea. 1724 Hauptmann Bartholomäus Stibbs am Gambia. 1724 Buffling Lamb bereist Oberguinea und dringt bis Dahome£. 1726 Ingenieur W. Smith in Siema Leone. i 1726 Snelgrave’s 2. Reise nach Dehome. . 1730 Tourtechot-Granger forscht in Agypten. 1730 Tollot reist in der Berberei. 1730—32 Levens, Pelays und Legrand forschen in Senegambien. 1734 ff, Labourdonnais Gouverneur der Maskarenen, die er zu blühenden Kolonien erhebt. 1737 der Düne Friedr. Lud. Norden ae in Aoypten und gelangt bis Nuien. 1737 Herrnhut entsendet Missionäre nach Guinea und Kapland. 1737 die Missionäre G. Schmidt und Thunberg wirkenin den südafrikanischen Küstenländern. 1738 Rich. Pococke forscht im Nilgebiet. 1741—45 Menzel reist im Kapland. 1742 De Flandre dringt bis Bambuk. 1742 Pruneau de Pommegorge reist in Nigritien. 1744—46 de la Rocque forscht in Senegambien. 1749—53 der französ. Botaniker Michel Adanson bereist Senegambien und durchforscht den Senegal. 1755 Jakob du Bucquoi an der Ostküste, 1757 der deutsche Missionär Thomann in Monomotapa. 1758 Lindsay bereist Senegambien. 1759 Francken bereist die Küstenstriche um die Delagoabai. 1760—68 Hoest bereist Marokko. 1761 Karsten Niebuhr forscht im Nilgebiet. 1761—67 Heinrich Hopp und Friedr. Bank wirken in Südafrika (Kapland ete.). 1763—64 Pater Demanet durchforscht Senegambien. 1766 Bellegarde in Marokko. 1767 Graf Breugnon und de Chenier als Gesandte Frankreichs in Marokko, 1768 Descouvieres und Joli bereisen die Küstenlandschaften von Niederguinea. 1768—72 James Bruce forscht im Nälgebiet und reist durch Nubien bis Abessinien, über welche Länder er wichtige Aufschlüsse giebt, die lange Zeit wenig. Glauben finden, und nimmt zahlreiche Positionsbestimmungen auf. 1771 Bernardin de Saint-Pierre weilt im Kaplande. 1771 (3. Jan.) Die Insel Co&tivy wird durch bretonische Seefahrer entdeckt. 1772 Robert, Norris bereist Oberguinea und besucht auch Dahome. 1772—76 Andr. Sparrmann und K, Pet. Thunberg wirken in den südafrikanischen Küstenstrichen. 1774 Stavorinus wirkt im Kaplande. 1777 de Grandpre und Riffaud bereisen die Küstenlandschaften von Niederguinea. 1777 ff. Will. Patterson untersucht den von Gordon entdeckten Oranjefluss und geht ins Innere Südafrikas, zu den Hottentotten und Kaffern. 1778 ff. Lamiral bereist Senegambien. 1780 ff. Francois Levaillant forscht in Südafrika. 1781—87 Damberger forscht in der Sahara. 1783—86 der dänische Arzt Paul Erdmann Isert forscht in Oberguinea. 1784 La Jaille bereist Senegambien und besucht die Sierra Leone. 1784 Saugnier reist durch Marokko. 1785 de DBoufflleurs, Goldberry und Geofiroy de Villeneuve bereisen Senegambien und dringen bis nach Bambuk. 1785 Mendez bereist die Küstenlandschaften von Niederguinea. 1785 Durand bereist Senegambien. 1785 J. Matthew Labarthe reist in Oberguinea. 1786 Kapitän de Flotte befährt die Küste von Benin. 1786 Manuel Pereira dringt von den portugiesischen Besitzungen aus nach Cazembe. 1786 de Grandpr& reist abermals an der Küste von Niederguinea. 1786 Kapitän Landolphe und Pallisot de Beauvais bereisen Oberguinea. 1786—87 Degrandpr& bereist die Westküste von Afrika, 1788 Ledyard dringt von Ägypten nach Südwesten ins Innere, findet aber in der Libyschen Wüste seinen Tod. 1788 Gründung der British African Association zu London. Die Forschungs- und Entdeckungssreisen erhalten eine den Anforderungen der Wissenschaft (nach ihrem damaligen Standpunkte) entsprechende Organisation. 1788 Fayrar bereist Oberguinea und kommt bis Dahom£. 1790 Lempriere reist in Marokko. 1790—91 Cornel de Long bereist Südafrıka. 1791 Major Houghton dringt im Auftrag der British African Association vom Gambia aus nach Innerafrika, gelangt bis Bambuk, erliegt aber in Yarra entweder den Anstrengungen oder wurde dort ermordet. 1792 der Engländer Browne geht nach Siwah und erreicht als erster "Europäer 1793—96 Darfur. 1794 die Engländer Watt und Winterbottom dringen vom Gambia aus 'südlich in das Land der Fulah bis nach Timbo. 1795-97 der Schotte Mungo Park erreicht vom Gambia aus den Niger im Bambarraland und kehrt durch Mandingoland mit Hilfe eines Sklavenhändlers an den Gambia zurück. 1797 Agrell reist in Marokko. 1797—98 Franz Jos6 de Lacerda dringt von den portugiesischen Besitzungen aus nach Cazembe (ins Lundareich) und findet dort seinen Tod. 1798 Hornemann reist nach Ägypten (im Auftrag der Londoner African Association). „1799 Napoleon Bonapartes Zug nach Agypten. 1799 Friedr. Hornemann reist über Siwah und Audschila nach Mursuk, von da nach Tripolis und wieder zurück Süden auf Bornu zu, vielleicht auch in der Richtung auf Timbuktu, ins Innere zu dringen, findet aber 1800 seinen Tod unterwegs. 1799 (19. Juni) Alex. v. Humboldt besteigt den Pik von Teneriffa. 1799 G. A. Olivier und Mohammed Abu Tıaleb Mirza Khan reisen im Sudan. 1800 +} Friedr. Hornemann auf der Reise von Mursuk von Fessan aus nach dem Innern. 1801 Hamilton bereist Agypten und einen Teil von Nubien. 1801 Max v. Waldeck dringt durch die Wüste von Dongola tief in Nubien ein. 1801 Trutter und Somerville ziehen als erste Europäer vom Kapland aus durch das Betschuanenland bis Litaku. 1801—4 Jobn Barrow dringt vom Kapland aus zu den Kaffern. 1802 Denon bereist Ägypten. 1802 Girard bereist Ägypten. 1802—11 Pombeiros (eingeborene, mit den Portugiesen in Verbindung stehende Händler) durchqueren Südafrika zwischen Loanda und Sofala. 1803 ff. der Spanier Badia y Lablich bereist Marokko. 1803 —5 Mohammed Ibn Omar el Tunsy gelangt vou Ägypten bis nach Dar Fur und Wadai. 1803—6 Lichtenstein dringt vom Kapland aus ins Innere, bis Betschuanenland, vor. 1805 England annektiert die Kapkolonie. 1805 der Schotte Mungo Park gelangt vom Gambia aus durch unwegsames Gebirgsland und nach unsäglichen Mühen bei Bamaku an den Niger, dessen Erforschung ihm die engl. Regierung aufgetragen hat, wird aber am 19. August auf der Stromfahrt bei Bussa oberhalb Timbuktu von Kabara-Tuaregs ermordet. 1805 Henry Salt bereist Ägypten und Nordabessinien. 1807 Die protestantischen Missionäre lassen sich unter den freien Völkern Südafrikas nieder. 1807 ff. Saldanha weilt in Angola. 1808 England besetzt die Küste von Sierra Leone. 1809 Henry Salt macht Aufnahmen an der Ostküste Afrikas, vornehmlich an den Küstenländern Abessiniens. 1809 Henry Salt bereist die Küstenländer Abessiniens. 1810 England annektiert die Insel Mauritius. 1810 Rob. Adams, ein nordamerikanischer Matrose, wird, an der Westküste schiffbrüchig, von Eingeborenen gefangen und nach Timbuktu geschleppt, wo er mehrere Monate verweilt. 1810 Seetzen forscht im nördlichen Teil der Libyschen Wüste. 1810—12 Burchell forscht im Kaplande. 1811 Smee forscht am Dschubafluss (Ostküste). 1811 die Engländer Shaw und Jackson bereisen Marokko. 1812 ff. Campbell forscht im Kaplande und Natal, dringt am Oranjefluss bis zu den Namaqua und gründet Missionen im Betschuanenlande. 1812—13 Ricket bereist Dahome und Aschanti. 1813—14 Joh. Ludw. Burckhardt zieht von Oberägypten durch die nubische Wüste nach Sejendi und Sennar, von da über Berber nach Sauakin am Roten Meere. 1815 Belzoni forscht in Agypten. 1815 Kapitän Campbell, Cowdrey, Peddie und Ad. Kummer forschen am Senegal; die drei ersten erliegen aber dem Klima. 1815 v. Buch und Smith besuchen die Kanarischen Inseln. 1815 ff. La Trobe forscht in Südafrika (im Lande der Tambukki und Kaffern). 1815—22 Cailliaud dringt bis*zu den Katarakten und mit Letorzee in die Oasen der Libyschen Wüste (Siwah, Chargeh, Dachel) und nach Sennar. 1816 Burckhardt, von der Afrikan. Gesellschaft ausgesandt, bereist die Wüsten am mittlem Nil bis nach Abessinien hinein, 1816 Tuckey fährt mit Smith den Kongo hinauf über Sundy Ufanga hinaus, erliegt aber dem Fieber; Smith kehrt um, 1816—19 Cardago weilt in Angola und Benguela. 1816—21 de Grey und Dochard forschen am Gambia; de Grey gelangt bis nach Sego am Niger. 1817 der Missionär Bowdich weilt am Kongo und erhältdie ersten Mitteilungen von dem grossen Fluss Ogowe. 1817 Franz Christ. Gau geht nach Nubien, die Arbeiten des ägypt. Instituts zu vervollständigen. 1817 Della-Calla erforscht das Küsten: land Barkah. 1817 Ritchie gelangt von Tripolis bis Mursuk. 1817 ff. Robert Moffat, Missionär, wirkt unter den Namaqua. 1817 Ritchie und Lyon dringen von Tripolis aus ins Innere; Ritchie stirbt in der Nähe von Mursuk, Lyon kehrt zurück. 1817—18 Bowdich reist an der Gold1817—20 Hutton reist an der Goldküste und im Aschantilande, dessen Hauptstadt Kumassie er besucht. 1818 Robertson weilt am Kongo. 1818 Gaspard Mollien bereist im Auftrag der französ. Regierung das Gebiet des Senegal und Gambia, erreicht die im Hochland von Futa Djalon gelegene Stadt Timbo und erforscht die Quellen des Senegal, Gambia und Rio Grande. 1818 ff. Pacho bereist Ägypten. 1819 (Noy.) Cailliaud und Letorzec gehen von Fayum nach der Oase Siwah. 1820 ff. Phillip forscht in Südostafrika (Kaffern- und Tambukkiland). 1820—25 Minutoli bereist in Gemeinschaft mit Hemprich, Ehrenberg und Scholz Siwah, die Libysche Wüste und Oberägypten. 1820—25 Oudney, Clapperton und Denham bereisen von Tripolis aus über Mursuk in Fessan die Wüste von Bormu, erreichen Lari, die nördlichste Grenzstadt Bornus, und entdecken den Tschad-See und Kano. Oudney stirbt auf der Reise, Clapperton und Denham kehren zurück. 1821 Thompson forscht in Südostafrika. 1821 Sultan Teima zieht durch die Wüste nach Darfur. 1821—22 die Brüder Beechey bereisen und erforschen Barkah. 1821—28 Sir Andrew Smith bereist das Innere Südafrikas. 1822 (4. November): Entdeckung des Tschad-See durch Oudney, Denham und Clapperton; seine geographische Lage wird durch Denham bestimmt. 1822—24 Major Laing erhält von der Regierung Sierra Leones mehrere Missionen ins Innere von Senegambien, die er glücklich ausführt, bis ihn der Aschantikrieg an weiterem Vordringen hindert. Er erkundet (erreicht aber nicht) in der Nähed. Berges Loma die Quelle des Niger. 1823 Parthey bereist Ägypten. 1823 Jobn Adams reist in Dahome. 1823 (4. Nov.) — 1824 (Mai) de Beaufort reist nach Senegambien, trifft 1824 am Gambia ein, dringt über Barranku und Kukongo ins Mandingoland und langt 26. Mai wieder in Bakel am Senegal ein. 1824 fi. Ecklon forscht in Südostafrika (Kaffern- und Tambukkiland). 1824 fi. Owen, Brower, Cruttendon, Christopher, Guillain ete. machen Aufnahmen an Afrikas Ostküste. 1824 (Herbst) de Beaufort fährt den Falemefluss hinauf und durchforscht Kaarta (Westküste). is 1824 ff. Rüppell bereist Ägypten, Nubien und Kordofan, 1824—26 Pacho bereist das Gebiet zwischen Unterägypten und Barka. 1824—28 Ecklon bereist das Gebiet am Kaplande. 1825 Kapitän Owen nimmt die Mündung des Kongo und einen Teil seines Unterlaufs auf. 1825 Clapperton erreicht mit Richard Lander von der Sklavenküste aus Bussa am Niger und Sokoto. 1825 Vidal versucht den Congo hinaufzufahren. 1825 Pacho erforscht das Hochland von Barkah. 1825 (Febr. fi.) de Beaufort dringt in das Land Kasson, zu den noch von von Felua und Gavino und erforscht das Land Bambuk, langt im August wieder in Bakel am Senegal an, f aber 3. Sept. an einem Gehirnfieber. 1825—26 Major Laing gelangt von Tripolis über das noch von keinem Europäer betretene Ghadames und Insalah bis nach Timbuktu (18. Aug. 1820), wird aber unterwegs in der Nähe von Arauan von Arabern erdrosselt. 1825—26 Hemprich und Ehrenberg erforschen A.(H. 7 30. Juni 1825 zu Massaua am Fieber). .1826 von Prokesch-Osten forscht in Agypten und dem nördl. Nubien. 1826 Vidal forscht im Nigerdelta. 1826—28 Samuel Gobat, prot. Missionär, wirkt in Kairo. 1826—36 Acerbi forscht in Unter- und Mittelägypten, Fayumu. amRoten Meere. 1827 Linant entdeckt den Weissen Nil. 1827 v. Prokesch-Osten macht Aufnahmen am Nil. 1827 Halbeck forscht in Südostafrika. 1827 (13. April) r Hugh Clapperton zu Tschangary unweit von Sokoto. 1827—28 Rene Cailli& zieht von Kakondy in Sierra Leone aus über Timbo und Djenne im Bettlergewand nach Timbuktu und kehrt über Arauan, Tafilet und Marokko zurück. Er erhielt von der Pariser Geogr. Gesellschaft für diese berühmte Wanderung den Preis von 10000 Frank und ein Jahresgehalt von 1000 Frank. 1828 (9. Juni) r Dixon Denham zu Sierra Leone am Fieber. 1828 Cowie und Green dringen durch die Kapkolonie und den Oranjefreistaat bis zur Delagoabai an der Ostküste vor. 1828—31 Samuel Gobat, prot. Missionär, wirkt in Abessinien, 1829 die Engländer Hodgson und Washington bereisen Marokko. 1829 Morrel und Brunner forschen in Senegambien. 1829 ff. Zeyher und Ecklon durchforschen das ganze Kapland bis zum Kaffernland. 1829 ff. John Davidson bereist Nordafrika und das Nilgebiet bis Kosseir. 1829 ff. Robert. Moflfat dringt mit Moselekatse, dem Häuptling der Matebele, bis tief ins Innere Südafrikas. 1830 Entdeckung des untern Nigerlaufs durch die Brüder Richard und John Lander. Der letztere verfolgt den Strom glücklich bis zu seiner Mündung. 1830 Paul Emile Botta forscht in Sennar (als Mitglied der ägypt. Expedition unter Mehemed Ali). 1830 Sir Edward Belcher besorgt Vermessungsarbeiten an der Westküste. 1830 Parrottet forscht in Senegambien. 1881 Linant reist in der Libyschen Wüste. 1831 ff. Brun Rollet befährt zu wiederholten malen den Weissen Nil. 1831 ff. Gobat besucht mehrmals Abessinien. 183 1—32 .Monteiro u. Gamitto, portug. Offiziere, ziehen von Tete (an der Ostküste) aus den Sambesi hinauf und in nordwestlicher Richtung bis nach dem Lundareiche. 1832 Nigerexpedition unter Laird, Lander, Allen und Oldfield. 1832—33 Rüppell forscht wieder in Abessinien. 1832—33 Hoskyns durchforscht die srosse Oase von Theben. 1834 Oldfield unternimmt neue Fahrten zur Erforschung des untern Niger. 1834 Hamilton und Didier forschen zwischen Suakin und Chartum. 1834 (16. Februar) j Richard Lander zu Fernando Po an den Folgen einer im Kampf mit den Eingeborenen am Niger erhaltenen Schusswunde. 1834 ff. Du Couret durchstreift die Nilländer. 1834 fi. Combes und Tamisier forschen in der Bajudasteppe und in Nordabessinien. 1834—36 Smith reist zum Limpopo u. ins Reich Matebele. 1834—36 Stedmann und Andr. Smith reisen in der Kalahariwüste und kommen bis an den Limpopo. 1834—39 Hamilton, Kay, Arbousset und Daumas, französ. Missionäre, dringen in der Kalahariwüste bis zum Limpopo vor, 1835 die Boers wandern aus Kapland aus, 1835 f. von Pückler-Muskau bereist Tunis und Algier. 1835 fi. Beecroft forscht auf den Flüssen Kworra und Altkalabar. 1835 7 John Dawison, auf seiner Reise von Marokko nach Timbuktu in der Wüste erschlagen. 1835—36 Samuel Gobat’s neuerliche Missionsthätigkeit in Abessinien. 1836 Katte forscht in Nordabessinien. 1836 Alexander forscht in den Ländern nördlich vom Oranjefluss und dringt bis nach Damaraland. 1836 ff, der Jäger Harris dringt durch die Boersstaaten bis zu den Matebele vor. 1836—38 Moritz Wagner bereist Algier und macht als Mitglied der wissenschaftlichen Kommission den zweiten Feldzug nach Constantine mit. 1837 Holroyd durchwandertdie Bajudasteppe bis Kordofan. 1837 Russegger forscht, zum Teil mit Kotschy, in Kordofan und Takale. 1837 ff, General Daumas wirkt in Algerien. ‚1837 ff. Schimper forscht in Abessinıen. 1837—38 Thibaut besucht die Schilluk am mittlern Bachr el Abiad. 1837—42 Job. Ludw. Krapf, Missionär, wirkt in Abessinien (Tigre und .Schoa). 1837—48 die Brüder d’Abbadie durchforschen Abessinien. 1838. ff. Freeman reist in Dahomg, besucht Abeokuta und dringt bis nach Aschantiland. 1838: ff. de Bouet- Willaumez besorgt Aufnahmen an der „Westküste von Senegambien bis zum Aquator hin. Die Franzosen fassen durch ihn am Gabon Fuss. 1838—39 Ign. Pallme reist in Kordosan, besucht El Obeid. 1838—42 Mehemed Ali rüstet vier Expeditionen nach dem obern Nil aus, an denen sich Thibaut, d’Arnaud, Sabatier und der Deutsche Werne beteiligen, deren ersten beide in die Gebiete der Schilluk, Dinka, Nuer etc. dringen. 1839 Bouet-Willaumez trifft in Gabon ein behufs Erforschung des Guinea-Golfs. 1839 ff. Missionär Isenberg wirkt in Abessinien, namentlich in Schoa. 1839—40 Bimbaschi Selim, ein türkischer Seemann, fährt den Weissen Nil über dieSobatmündung hinaus (bis 16!) nördl. Br.). 1839-43 Lefebvre forscht in Nordabessinien. 1839—44 der Schwede Wahlberg dringt von Natal aus’ tief ins Innere Südafııkas: 1841 über dıe Drakenberge nach meka, deı dem Krokodilfluss, 1842 nach dem Lande Madagask: der Amasulu, 1843 nach dem Limpopo. Nossi-Kum 1840 David Livingstone begibt sich südl. Br.) im Dienste der Londoner Missionsgesell- recht auf ı schaft als Missionär nach dem Innern küste Mad des Kaplandes. , cent bis z 1840 Den Franzosen werden von Tsiu- Aus Hassg gleichzeitig der Sakalawahäuptling Thi- 1840—44 miaro, der das Königreich Ankaro im die infolge Norden der Insel beherrscht, die Insel tion Algeri Mitsiu nebst einigen kleineren Eilanden. scientifique Bald daraufüberlässt ihnen derarabische gesamte A! Sultan Andrian Suli die Insel Mayotta, tigkeit wir eine der Komoren. 1841 Thc 1840—41d’Arnaud, Sabatier und Werne küste aus ı forschen am Weissen Nil. 1841 Wil ar, die Inseln Nossi-B& und nba (zwischen dem 13. und 14.0 abgetreten und ihnen ein Aneinen grossen Teil der Westlagaskars vom Kap Saint Vin- ‚ur Passandawa-Bai zuerkannt, gegen die Howa verkauft ihnen :tum. : Bory de Saint-Vincent leitet > der französischen Okkupaiens begonnene „Exploration > de l’Algerie‘, die für das tlasland von grösster Wichcd. omson reist von der Westnach Timbo. lliam Allen macht Aufnahmen und Messungen an der Westküste, besonders am Altkalabarfluss. 1841 ff. Tams, ein deutscher Arzt, bereist die Küstengebiete der portugiesischen Besitzungen. 1841—42 Nigerexpedition unter Kapitän Trotters und Allen. 1841—43 Beke und, im Anschluss an -die englische Gesandtschaft unter Harris in Begleitung der Deutschen Johannes Roth und des Malers Bernatz, die Missionäre Isenberg und Krapf, Sapeto und Rochet d’Hericourt forschen in Nordabessinien; R. d’Hericourt dringt bis Härär. 1842 William Allen forscht am Kamerunfluss. 1842 ff. Wilh. Karl Peters reist (über Lissabon u. Angola) nach Mozambique, wo er mehrere Jahre bleibt, auch Sansibar, die Komoren, Madagaskar und Kapland besucht und über Ägypten nach Berlin zurückkehrt. 1842—48 Wilh. Karl Ludw. Peters bereist Ostafrika (Küstengebiete von Mozambique), Komoren, Madagaskar und Sansibar. 1843 Plowden fähıt den Nil hinauf: bis Abessinien (wo er 16 Jahre verweilt); + ın Gondar, 1843 die Franzosen errichten ihre erste Niederlassung am Gabon. 1843 Raffenel unternimmt eine Expedition z. Erforschung d. Landes Bambuk. 1843 ff. Parkyns forscht in Abessinien. 1843—46 der Portugiese Garga durchreist das Kongogebiet, Angola, Benguela, dringt über Bih@ nach der Hauptstadt des Muata Jamvo und bis in die Nähe des Moero-Sees vor. 1843—48 der deutsche Naturforscher Peters forscht an der Küste von Mozambique. .. 1844 Lepsius und Abeken bereisen Aoypten und Nubien. 1844 Fresnel reist nach Dar Fur. 1844 Ruxton macht Fussreisen in Nordafrika und versucht dann zwischen der Walfischbai und dem Oranjefluss ins Innere zu dringen, aber ohne Erfolg. 1844 Pallme reist nach Kordofan. 1844 Beecroft fährt dem Gabon-Como hinauf. 1844-45 Heinr. Barth bereist die Küstenländer von Tunis bis Agypten und Nubien. 1845 Pigeard erforscht das Flussgebiet des Ogowe. 1845 Jawes Richardson tritt von Marokko aus eine Reise durch die Grosse Wüste an, und unternimmt,» von derselben zurückgekehıt, eine zweite Reise von Tripolis aus über Ghadames nach Ghat. 1845 David Livingstone wirkt ım Reich Setscheles am Rande der Kalaharıwüste. 1845 fi. Cumming durchstreift ganz Südafrika. 1845 —46 John Duncan reist durch Dahom& nach Adafudia, 1845-47 Bradshaw dringt von Marokko aus nach Innerafrika. 1845—47 Heinrich Barth wandert von Tunis bis ins Nilthal. Nähe der Grenze Ägyptens wird er von Räubern überfallen, ausgeplündert und verliert auch seine Tagebücher. Nach kurzem Aufenthalt in Kairo unternimmt er eine Nilreise bis zum zweiten Katarakt von Wadi-Halfa, reist dann durch die Wüste von Assuan nach Berenike und kehrt über Arabien, Palästina, Klein- Asien und Griechenland nach Deutschland zurück. („Wanderungen durch die Küstenländer des Mittelmeeres, ausgeführt in den Jahren 1845, 1846 und 1847.“) 1845-49 v. Müller bereist Algerien und Marokko und (mit Brehm) das Nilgebiet. 1846 Denham reist an der Goldküste und in Dahome. 1846 Duncan reist in Dahome. 1846 Raffenel versucht in Begleitung Panets über Bambuk nach Sego zu kommen, was ihm aber nicht gelingt. 1846 Mecquet gelangt auf dem Gabon-Como bis zur Einmündung des Bogo£. 1846—50 die deutschen Missionäre Krapf, Rebmann und Erhardt durchforschen von Mombas aus die Ostküste. Durch sie kommt die erste Kunde, dass unter dem Aquator hohe Schneeberge und noch weiter westlich grosse Seeen lägen. 1347 David Livingstone lässt sich in Koboleng im Betschuanenlande nieder (24°5° südl. Br. und 44° östl. Länge von Ferro). 1847 Joh. v. Müller und Brehm reisen Sr Agypten und Nubien bis Kordoan, 1847 ff. Escayrac de Lauture bereist verschiedene Küstenländer des, afrikan. Kontinents, namentlich Algerien. 1847 ff. Zander forscht in Abessinien. 1847—52 Brehm’s grosse Afrika-Reise (Nubien, Kordofan, Agypten). 1848 Bialloblotzky versucht die, grossen Seeen Innerafrikas von Sansibar zu erreichen, doch ohne Erfole. 1848.Krapf, Erhardt und Rebmann, Missionäre, reisen von Mombas aus in das Königreich Usambara und stellen. das Vorhandensein grosser Binnenseeen und hoher Schneeberge ziemlich ‚unter dem Aquator fest. 1848 Chartum wird kathol. Missıonsstation. 1848 Ladislaus Magyar, Ungar, befährt den Kongo bis zu den Katarakten von Faro Songo. 1848 Zill bereist die algerische Sahara und geht über Biskra nach Tuggurt. 1848 (11. Mai) Rebmann entdeckt den Kilima Ndjaro. 1848 ff. Plowden forscht in Abessinien. 1848—49 Rebmann zieht dreimal nach Dschagga (Ostafrika). 1849 Bouet- Willaumez, Gouverneur von französisch Senegambien, landet am @abon und gründet dort das Dorf Libreville, in welchem Kongo-Neger angesiedelt werden, welche auf einem gekaperten Sklavenschiff‘ befreit werden. 1849 David Livingstone durchwandert in Begleitung Oswells und Murrays von der Missionsstation Koboleng im Betschuanenlande aus die Kalahariwüste bis zum Ngami-See. 1849 Escayrac de Lauture reist nach Kordofan, Dar Fur und Takale. 1849 (3. Nov.) T John Duncan in der Bucht von Benin. 1849 ff, Missionär Knoblecher wirkt und reist am Weissen Nil. 1849 #. Barth und Overweg erreichen unter Richardsons Leitung über Fessan, Ghat und das bis dahin unbekannte Gebirgsland Air den Sudan. 184y—51 Ladislaus Magyar, Ungar, durchforscht das Gebiet des Koanza, des Kassabe-Kandal und des obern Sambesi. wodurch Livingstones Forschungen erheblich erweitert werden. 1850 Forbes reist in Dahome. 1850 Angelo Vinco dringt bis über Gondokoro hinaus. 1850 Perron reist nach Dar Fertit. 1850 Franeis Galton und der schwedische Jäger Ch. J. Andersson brechen von der Walfischbai nach dem Ngami-See auf, durchziehen Damaraland nord. wärts bis ÖOndonga, erreichen aber das Ziel ihrer Reise, "den Ngami-See, nicht. 1850 Peel zieht durch die Nub. Wüste. 1850 Bowen dringt von der Goldküste aus ins Innere. 1850 Leopold Panet durchschneidet die westliche Sahara, indem er vom Senegal aus über Sehingeti in der Oase‘ Aderer nach Kap Nun und Mogador reist, 1850 (23. März) Richardsons Expedition mit Barth und Overweg beginnt die Reise nach Mursuk,- durch die Sahara nach Tahir, von wo Barth seinen berühmten Abstecher nach der Oase 1850 ff. Du Chaillu unternimmt seine Kxkursionen am Gabon, Munda und Muni landeinwärts. 5 1850 ff. Bilharz durchforscht Ägypten. 1850 ff. Franz Binder bereist den Nil zwischen Kairo und Chartum zu wie-Beinen malen, begleitet 1853 Knoblecher, 1854 Kirchner und 1855 Morlang auf der Fahrt den Bachr el'Abiad hinauf. 1350—51 Hyacinthe Hecquard, Spahioffizier, durchzieht das Gebiet zwischen Senegal und Gambia und reist von letzterem aus auf einem noch nicht bekannten Wege nach Futa Djalon, in dessen Haupstadt er vier Monate verweilt. 1851 Sapeto und Stella durchwandern dis Gebiete der Mensa, Bogos und Haab. 1851 Malzac und Vaissiere dringen bis za den Nuer (Nordostafrika\. 1851 Gassiot durchzieht Natal und die Transvaalrepublik bis über den BRlefantenfluss und zum Limpopo. 1851 David Livingstone verlegt seinen Wohnsitz von Koboleng im Betschuanenlande nach Linyanti im Makolologebiet, und erreicht. auf dieser Reise als erster Europäer bei Seschecke den Liambye. 1851 (4. März) + James Richardson zu Ungurutua, sechs Tagereisen von Kuka, wohin er auf seiner von Marokko aus mit. Barth und Overweg unternonmenen Expedition nach Innerafrika gelangt war. 1851 (18. Juni) Heinrich Barth findet auf seiner Reise nach Adamaua den Benu& (an der Stelle, wo unter 13° östl. L. der Faro von Süden her in’ ihn mündet). 1851 (25. Nov.) — 1852 (Ende.Januar) Barth und Overweg reisen nach dem Reich Musgo im Süden Kukas. 185154 Dickson durchzieht auf drei verschiedenen Routen von Tripolis und Tunis aus die algerische Sahara bis Ghadames. 1852 Kapitän Shelley nnd Orpen durehziehen die Kalabarıiwüste. 13552 v. Heuglin und Reitz forschen in Abessinien. 1852 J. Campbell dringt bis zum Ngami-See und befährt diesen, wie auch seinen Zufluss, den Tioge. 1852 (27. Sept.) 7 Adolf Overweg zu Maduari am T'schad-See. 1852 ff. Travassos Valdez, Portugiese, durchzieht die Küsten der portugiesischen Besitzungen in Südwestafrika, namentlich Angola. 1352 —53 Freiherr von Maltzan besucht die Atlasländer. 1852—54 Irwing reist an der ‚Goldküste. bereist alle Länder Nordafrikas von Ägypten bis Marokko. 1852—56 David Livingstone’s erste Durchquerung des afrikanischen Kontinents: er geht von Linyanti im Makolologebiet nach dem Liambye, fährt mit 33 Booten diesen und den Liba hinauf, dringt, bei dem kleinen Dilolo-See sich nordwestlich wendend, über den Kassabi und Quango nach Kassange und erreicht 31. Mai 1854 bei Loanda die Westküste, kehrt auf dem gleichen Weg zurück, verfolgt den Sambesi stromab, kommt (durch die Lupataschlucht in das Delta des Sambesi, entdeckt im Novbr. 1855 die Victoriafälle des Sambesi und erreicht 20. Mai 1856 bei Quilimane die Ostküste. 1852—64 Ladislaus Magyar, Ungar, führt fast alljährlich von Benguela aus kleinere Reisen aus, deren eine ihn 1855 bis in die Nähe von Liba führt, 1852—65 Faidherbe regt als Gouverneur von Senegambien zahlreiche Expeditionen nach dem Innern an und erwirbt sich um die Entwickelung der französischen Macht in Senegambien sehr grosse Verdienste. 1853 v. Schliefen durchwandert Nubien und zieht durch die Bajudasteppe nach Kordofan. 1853 Boilat bereist Senegambien. 1853 Hornberger und Brutschin gründen an der Sklavenküste Missionstationen und bereisen auch die Goldküste, 1853 Hecquard dringt von der Westküste aus bis nach Futa Djalon vor, findet die Quellen des Schwarzen Senegal, Faleme, Gambia und Rio Grande nahe beieinander und bestätigt die von Mollien hierüber schon 1813 gemachten Angaben. 1853 Will. Ellis bereist Madagaskar. 1853 Eduard Vogel tritt seine Reise nach Zentralafrika an. 1853 v. Heuglin bereist den Weissen Nil und Kordofan. 1853 Brugsch forscht in Agypten. 1853 Arnould d’Abbadie forscht in Abessinien. 1853 der Botaniker Welwitsch forscht in Angola (entdeckt die merkwürdige Baumpflanze Welwitschia mirabilis). 1853 ff. Mart. Ludw. Hansal bereist die Nilländer. 1853 (12. Juni) Heinr. Barth erreicht Say, einen wichtigen Handelsplatz am Niger, überschreitet den Strom und kommt durch die Landschaften Gurma, Libtlhako und Dalla nach Kabara und Timbuktu (5, Septbr.), in der er 7 Monate verweilt. sulats in Chartum, erliegt dem Klima. .1853-54 Fıhr. v. Maltzan besucht 1853—54 Ch. J. Andersson, Schwede, dringt von der Walfischbai nach dem Ngami-See, befährt denselben, wie auch seinen nördlichen Zufluss Tioge bis in das Land der Bageye hinein und giebt die ersten genauen Schilderungen der Damara- und Namaqua-Stämme. 1853 -54 Petherick dringt zu den Djur (Nordost-Afrika). 1853 -55 Chapman reist von Kuruman, Moffat’s Missionsstation im Namaqualand, nach den Salzpfannen und an den Suga-Fluss und Ngami-See. 1858 - 57 Silva Porto, Portugiese, reist von Benguela quer durch Südafrika bis Kap Delgado an der Ostküste. 1854 Hamilton und Didier ziehen über Kassala nach Gedaref, 1854 Beltrame zieht von Chartum über den Blauen Nil nach Fazogl und Benischongol, 1854 Moffat reist vom Lande der Matebele tief ins Innere hinein. 1854 Burton. und Speke versuchen von Berbera an der nördl. Somaliküste nach Härär zu reisen. 1854 Costa Leal befährt den Kunenefluss bis zu seinen Stromschnelien (Südwestafrika). 1854 Ed. Vogel gelängt an den Tschad-See, dringt bis zum 9° n. Br. nach Musgu vor, erforscht die Länder westl. vom Tschad-See, trifft mit Barth bei Bundi, zwischen Kano und Kuki, zusammen, und dringt, als erster Kuropäer, tiber Sinder bis Jakoba vor. 1854 Du Chaillu erstrebt die Erforschung der Quellen des Kongo. 1854 Baikie dringt mit dem Dampfer Plejade durch die Nunmündung bis nach Adamaua auf dem Niger und Benu& vor, dringt über Hamaruwa hinaus bis in die Nähe von Jola, muss aber ein tieferes Eindringen infolge von äusseren Umständen aufgeben. 1854 Colombs erste (militär.) Expedition von Algier aus in das marokkanische Grenzgebiet, wo er Höhenmessungen und topographische Aufnahmen machen liess. 1854 (8. Mai) Heinr. Barth verlässt Timbuktu (wo er seit 5. Septbr. 1853 gewesen) und erreicht 18. Oktbr. Kano, trifft 1. Dez. bei Bundi mit Vogel zusammen. 1854 (31. Mai) David Livingstone erreicht auf seiner ersten Durchquerung Afrikas (von Linyanti aus) bei Loanda die Westküste. 1854 ff, Munzinger durchwandert die Bogosländer. 1854 fi. Alexander Ziegler bereist Madeira und das Atlasgebiet (Marokko, Algerien), auch Ägypten und Nubien. 1854 fi. A. Horner, Missionär, wirkt in Bourbon. 1854—56 Bonnemain reist nach Biskra und Ghadames. 1854—56 Joh. Aug. Wahlberg, Schwede, durchzieht mit dem Blefantenjäger Frederice Green das Gebiet zwischen Walfischbai, Ngami und Tioge. 1855 Flad forscht in Abessinien. 1855 Ladislaus Magyar, Ungar, dringt bis in die Nähe von Liba. 1855 Debono forscht auf dem Sobat (von Süden kommender rechter Neben-Huss des Weissen Nil), 1855 Die Missionsstation Heiligenkreuz wird am obern Nil errichtet. 1855 Ed. Vogel versucht von Jakoba aus in Adamaus, Eintritt zu gewinnen, muss jedoch am Ufer des Benuß, den er bei Hamaruwa überschreitet, vor feindlichen Negerstäimmen umkehren und wendet sich im Dezbr. 1855 nach Wadai. 1855 Th. Kotschy bereist Ägypten. 1855 Elischa Kent Kane reist in Agypten bis an die Grenze Nubiens, dann nach Südafrika und Dahom& (wo er den 1855 Townsend reist nach Joruba. 1855 Escayrac de Lauture zieht über die Länder zwischen dem Nil und dem Tschad-See wichtige Erkundigungen ein. 1855 Du Chaillu dringt am "Munda und Muni ins Innere ein bis zu den Fan-Öscheba und bis zum Nguniöfluss. Seine Reiseberichte schaffen namentlich dem Ogowe schnell Beachtung und Bedeutung. 1855 (9. Februar) Burton erreicht das noch von keinem Europäer besuchte Härär. 1855 (5. Mai) Heinr. Barth wandert von Kuka durch die Wüste nach Bilma (8. Juni) und Mursuk (20. Juni) und gelangt 21. August nach Tripolis. 1855 (November) David Livingstone entdeckt die Victoriafälle des Sambesi. 1855 ff. Missionär Flad wirktin Abessinien (1855 mit Krapf, 1855-57 mit Bender, Mayer etc.; 1858 mit Saalmüller und Waldmeier). 1855 ff. Bleek bereist Natal u, Kaffernland. 1855—56 Santa Rita Mortanha zieht den Limpopo hinauf. 1855—56 Philipp Schönlein bereist als Botaniker die Küste von Oberguinea, 7 aber schon 1856. 1856 Colomb’s zweite (militär.) Expedition von Algier aus in das marokkanische Grenzgebiet. 1856 Nathan Davis forscht in Nordafrika. 1856 Hewett dringt am Gambia nach Barra im Lande der Djolof vor. 1856 Brun Rollet forscht am Bachr el Ghasal. 1856 (8. Februar) 7 Eduard Vogel zu Wara in Wadai. 1856 (20. Mai) David Livingstone erreicht auf seiner ersten Durchquerung Afrikas bei Quilimane die Ostküste. 1856 —57 Bolognesi forscht am Bachr el Ghasal. 2 1856—57 Frh. v. Maltzan bereist Algerien und die algerische Sahara. 1856—58Heinr.Barth veröffentlichtsein grosses Reisewerk über Afrika, welches weite Länderstrecken, neue Reiche und Völker der Welt erschliesst und unstreitig als eine der grössten Erweiterungen zu betrachten ist, welche die Geographie Afrikas durch einen einzelnen Forscher erhalten hat. 5 1857 Moritz Busch reist in Agypten und Nubien, 1857 Cuny fährt von Siut den Nil hinauf, um Dar Fur und Wadai zu erforschen; 7 aber unterwegs zwischen Kordofan und Dar. Fur in Tendelti. 1857 Baikies zweite Fahrt auf dem Niger im Dampfer Dayspring, die ihn über Egga hinaus bis Rabba führt, wo der Dampfer scheitert. Während dieses gezwungenenAufenthalts erforschen seine Begleiter Glover den Niger von Rabba bis Bussa, May das Innere von Joruba, Baikie selbst das Land Nupe und von Lukodja (Zusammenfluss von Niger und Benu&) Innerafrika bis nach Kano. 1857 Burton und Speke brechen von Sansibar nach dem Innern auf und entdecken den Tanganjika- und den Ukerewe-See. 1857 Ad. Bastian unternimmt von Ambriz aus eine Reise nach San Salvador. 1857 Hunt befährt den Kongo. 1857 ff. Lafargue, Hansal, Beltrame und Knoblecher dringen bis Gondokoro. 1857 fi. v. Thürheim forscht im Gebiet des Blauen Nil und bereist Abessinien. 1857 ff. die Brüder Poncet forschen am Bachr el Ghasal und obern Bachr el Abiad. 1857—58 Petherick dringt bis zu den Niam-Niam. 1857—58 Frh.*v. Maltzan besucht das südliche Marokko. 1857—59 Scala reist nach Abeokuta, 1857—59 die Jäger Green und Andersson, desgleichen die Missionäre Hahn und Rath machen mehrfache vergebliche Versuche, von Damaraland aus nordwärts den Kunene zu erreichen und seinen Mittel- und Oberlauf festzustellen. 1857—59 Brugsch durchforscht die Nilländer. 1857—60 Touchard dringt auf den Como-Gabon zu den Fan und nimmt diesen Fluss fast bis zu den Quellen auf. 1857—68 Paul Emile Botta wirkt als französ. Generalkonsul in Tripolis. 1858 Beltrame fährt den Weissen Nil hinauf bis Gondokoro. 1858 Der Araber Buderba macht seine für die Kenntnis des Innern der Sahara wertvolle Reise über Wargla durch das Areg-Gebiet nach Ghat. 1858 (März) David Livingstone begiebt sich im Auftrag und auf Kosten der englischen Regierung mit seinem Bruder Charles und fünf anderen Europäern (darunter der Naturforscher John Kirk und der Maler Thomas Baines) zum zweiten male nach Afrika und zwar nach Quilimane an der Ostküste, um von hier nach dem Ländergebiet des Sambesi zu dringen, dessen untern und mittlern Lauf er erforscht. 1858 + Baron von Neimans auf der Reise zur Aufsuchung Dr. Vogels. 1858 $ Dr. Cuny auf der Reise vom Nil nach Westen 1858 (12. Juni) f Anne Raffenel als Gouverneur von Madagaskar daselbst. 1858—59 Braouezee macht sich durch die Aufnahme des Como und Bogo£, der beiden Hauptzuflüsse des Gabon, verdient. 1858-63 der Marokkaner Mardochee zieht mit Handelskarawanen mehrmals nach Timbuktu. 1858—73 Jachime Johnson Monteiro, in Ambriz als Kaufmann sesshaft, unternimmt mehrere Forschungsreisen durch die portugiesischen Besitzungen Westafrikas: 1866 die erste Dampfschifffahrt auf dem Koanza, 1873 eine Fahrt auf dem Kongo bis Boma und einen Ausflug nach Bembe. 1858—76 John Mackenzie wirkt als Missionär in Betschuanaland. 1859 Peghoux und Bertrand forschen am Nil. 1859 Wilh. v. Harnier besucht von Chartum aus den Blauen Fluss und Dender. 1859 Beltrame befährt den Sobatfluss. 1859 (22. März) Andersson entdeckt den grossen, nach Südost fliessenden Okavango (den er für einen Nebenfluss oder für den Oberlauf des Tioge erklärt). 1859 Alfr. v. Kremer deutscher Konsul in Kairo. 1859 Antinori forscht am Blauen Nil und seinen rechten Nebenflüssen Dender und Rahad hin nach Chartum, dann östlicher durch die Gebiete von Gedaref und Galabat bis ins abessinische Hochland, von wo er im westlichen Bogen nach Rosseires am Blauen Nil und wieder nach Chartum gelangt. 1859 #. Ori reist am Blauen Nil, namentlich in Täka, dann am Weissen Nil und von ihm aus westlich nach Dar Fur und Wadai. 1859 ft. Waldmeier und Saalmüller forschen in Abessinien. 1859- 60 Morlang gelangt nach Gondokoro. 1859—60 Colonieu und Bouin, französische Offiziere, nehmen den westlichen Theil der Sahara zwischen Geryville u. Gurara auf. 1859—60 Eugene Mage reist v. Bakel am Senegal nordwärts in das Gebirge von Taganet. 1859—60 Marineleutnant Pascal forscht am obern Senegal und Fal&möfluss. 1859—61 Henri Duveyrier durchzieht von Algier und Tripolis aus die Sahara über Wargla bis Ghadames und Ghat zu verschiedenen malen; seine gefahrvollen Reisen sind besonders für die Kenntnis der Grenzgebiete von Algier, Tunis und Tripolis von Wichtigkeit. 1859—64 David Livingstone erforscht den Lauf des Schire, eines Nebenflusses des Sambesi, verfolet denselben bis zu seinem Ursprung aus dem Nyassa-See, erreicht diesen See am 16. September, entdeckt in dessen Nähe den zweiten grossen See Schirwa und fährt den Rowuma zweimal eine Strecke aufwärts. 1860 Burton bereist Dahome und Jorubä (Abeokuta). 1860 v. Barnim und Hartmann ziehen durch die Bajudasteppe nach Sennar und Fazogl. 1860 Vincent zieht in Begleitung von Bu el Moghdad, einen Eingeborenen Senegambiens, von der Westküste aus nach ”Aderer. 1560 Antinori und Lejean dıingen nach Kordofan und bereisen dessen nördliche Wüstenumgebung. 1860 Antinori und Piaggia forschen am Bachr el Ghasal und dringen bis ins - Land der Djur. 1860 Wilh.v. Harnier bricht nach dem Weissen Nil auf. 1860 A. Lambert macht Position sbestimmungen in Futa Djalon und an den Quellen des Senegal, Falöeme, Gambia und Rio Grande. 1860 Peney gelangt nach Gondokoro. 1860 Touchard befährt den Como bis za dessen Quellen. 1860 Welwitsch nimmt. seine Forschungen in Angola wieder auf. 1860 ff. Charles Duncan Cameron grossbrit. Konsul in Abessinien (seit '62 mit Sitz in Massauah). 1860 ff. Morlang, Peney und Debono eelangen bis zu den Grenzen der Niam-Niam. 1860 ff. Andersson lässt sich zu Otjimbinge im Damaraland nieder und führt die Damara wiederholt in den Kampf gegen die Namaqua. 1860 fi. Guillevin bereist Dahome. 1860 (19. März) T Albrecht Roscher in Hisonguny am Nyassa-See, vom Pfeil eines Eingeborenen ermordet. 1860-61 Harnier und Wilke dıingen nach Gondokoro. 1860—61 Lejean bereist die Nilländer bis Gondokoro, forscht am Bachr el Ghasal und No-See. '.1860—61 Moritz v. Beurmann reist in Asypten, Nubien und im nördlichen Abessinien. 1860—61 Bu el Mogbdad, ein Eingeborener Senegambiens, durchschneidet vom Senegal aus durch Tiris nach Marokko die westl. Sahara. 1860—61 Braouezec vollendet seine nautische Untersuchung des Senegal und macht wichtige Aufnahmen im Sumbujah-Gebirge. 1860- 62 Mann studiert die Flora der Küsten und Küstengebirge Südwestafrikas und der Insel Fernando Po. 1860 (Oktbr.) — 1863 (30. März) Speke und Grant bereisen die Länder am Ukerewe und erreichen von da nordwärts, der Richtung des Nils folgend, Chartum: so dass das grosse Problem der Nilquellen von da an als teilweise gelöst zu betrachten ist. 1860-64 Smut reist im Damaraland und gelangt bis zum Kunene. 1860-66 Ori forscht am Blauen und Weissen Nil, zieht dann westlich durch Dar Fur bis an die Grenze Wadais. 1861 Krafft erreicht Ghadames. 1861 v. d. Decken und Thornton dringen 'von Mombas aus bis an den Kilima Ndjaro, nimmt den See Ipe auf und erforscht den Daffettafluss. 1861 Gerhard Rohlfs bereist von Tanger aus das westliche Marokko und die südlichsten Teile dieses Reiches (das Wadi Draa und die Oase Tafilet). 1861 (23. Nov.) + Wilh. v. Harnier bei Gondokoro, auf der Jagd von einem Büffel getötet, 1861 ff. Serval forscht im Gabon- und 1861 tl. Capitaine umschifft Afrika, besucht Madagaskar, Agypten und wehrmals Algerien. 1861 ft. Gatell y Folch bereist Nordafrika. 1861 fi. v. Heuglin’s Expedition (mit Steudner, Kinzelbach, Hansal und Schubert,späterauch Munzinger) über Alexandrien und Massaua an die Nordgrenze Abessiniens, von da nach Chartum und nilaufwärts über die Station am Rek gegen Westen hinaus. 1861 ff. Burton dringt am Gabon bis zum Gebiete der Fan, forscht auch am untern Kongo. 1861—62 Burton besteigt mit dem Botaniker Mann das Kamerungebirge. 1861—62 Baines und Chapman ziehen von der Walfischbai zu dem Ngami-See und den Vietoriafällen des Sambesi. 1861—62 Serval forscht am Gabon und Rhemboö, mit Grifton du Bellay auch am Ogowe. 1861—62 Baines und Chapman erreichen den Ngami-See und kommen von da bis zu den Wasserfällen des Sambesi. 1861-63 Baker reist in Nubien und Abessinien. 1861-63 Reade bereist die Goldküste, wie auch das Gabon- und Ogowögebiet. 1862 Mor. v. Beurmann geht über Bilma nach Kuka und Jakuba, um nach Wadai. vorzudringen und Kunde über Vogels Schicksal zu gewinnen. 1862 Petherick geht im Auftrag der Londoner Geogr. Gesellschaft westlich vom Weissen Fluss aufwärts Speke und Grant entgegen. 1862 Baker fährt von Chartum nilaufaufwärts bis Gondokoro (4% 55’ n. Br.). 1862 Mitcher und Polignac erreichen von Tripolis aus Ghadames, besuchen auch das Areg-Gebiet. 1862 W. v. Fritsch besucht Madeira und die Kanarischen Inseln. 1862 Herzog Kınst v. Koburg unternimmt einen Jagdzug in die Bogosländer. 1862 der französ. Offizier Colonieu gelangt bis Wargla (Nordwestafrika). 1562 Brognard de Corbigny ist mit mit der kartographischen Aufnahme des Nigerdelta beschäftigt. 1862 (Oktbr.) v. d. Decken und Kersten besteigen die Ugano-, die Dschaggaberge und den Kilima Ndjaro bis zur Höhe von 4200 m. 1862 f Botaniker Browel auf der Fahrt nach Gondokoro. 1863—63 Henry Duffton zieht über Sennar und Metammeh nach Abessinien und über Massaua nach Kairo zurück. 1862—63 Aliun Sal, franz. Spabioffizier, versucht nach Timbuktu vorzudringen, gelangt mit dem Schiffsfähndrich Bourrel über Tugbu und Biru Walata bis Bassikunnu unfern Timbuktus, wo er aber gefangen gehalten wird, um erst Ende 1863 wieder nach Bakel am Senegal zu gelangen. 1762—63 Dufton reist in Nubien und Abessinien. 1762—63 Alexine Tinn‘, Heuglin und Steudner forschen am Weissen Nil, Sobat und Bachr el Ghasal bis zum See Rek. 1862-65 Will. Ellis bereist Madagaskar. 1863 Gerhard Rohlfs versucht von Algerien nach Timbuktu vorzudringen, ohne jedoch das Ziel zu erreichen. 1863 fi. Missionär New wirkt in Mombas (Ostafrika). 1863 Du Chaillu dringt vom Ogowe bis zum oberen Nguni& vor. 1863 die Missionsstationen Heiligenkreuz und Gondokoro werden aufgegeben infolge der ungewöhnlich grossen Sterblichkeit unter den Missionären und der höchst geringfügigen Erfolge. 1863 Gerard und Braouezee bereisen die Sierra Leone. 1863 (Februar) 7 Mor. v. Beurmann in Mao, nordöstlich vom T'schadsee, beim Eintritt in das Reich Wadai ermordet. 1863 ff. Genoyer forscht im Gabon- und Ogowe-Gebiet. 1863 ff. A. Horner, Missionär, von der Insel Bourbon nach Sansibar übersiedelt, bereist die Gebiete Ukami, Usagara, gründet 1868 die Station Bagamoyo und später Mhonda in den Ugurubergen. 1863 (13. April) —64 Samuel W. Baker bricht von Gondokoro auf, gelangt 16. März 1864 durch Unioro hindurch an den Luta Nsige („Albert Nyanza“), dessen nordöstl. Seite er befährt, und kehrt 5. Mai 1865 nach Chartum zurück. 1863—64 Genoyer forscht im Gebiet des Gabon. 1863—64 Pruyssenaere forscht im Gebiet des Bachr el Asrak und Bachr el Abiad. 1863— 64 Lejean reist in Nubien und Abessinien. 1863—66 Leutnant Mage und Schiffsarzt Quintin erforschen das Nigergebiet von Sansanding bis Segu, ohne jedoch ihr Ziel, Timbuktu, erreichen zu können. 1863—75 Klunzinger bereistvonseinem Wohnsitz Kosseir aus die Küsten des Roten Meeres und das Nilthal zu wiederholten malen. 1864 Oskar Fraas bereist den Nil. . 1864 William Hepworth Dixon bereıst 1864 Louis Palander von Vega mit der Korvette Gefle in Sierra Leone und Liberia. 1864 Albigot und Touchard forschen im Delta des Ogowe, am Rembo und Ovenga und in der Fernan Vaz Lagune, befahren auch den Ogow& bis zur Einmündung des obern Ngunit. 1864 Otto Kersten weilt auf Nord-Madagaskar und Gross-Comoro. 1864 Schweinfurth bereist die Landschaften am Roten Meere. 1864 David Livingstone kehrt von seiner zweiten Afrikareise nach England zurück. 1864 v. Krockow-Wickerode forscht zwischen Suakin und dem Atbara. 1864 Perraud, Spahioffizier, bricht von St. Louis als Begleiter des dortigen Schekhs nach Timbuktu auf, ohne es erreichen zu können. 1864 Gerhard Rohlfs dringt vom nördlichen Marokko aus, als erster Europäer, in arabischer Verkleidung, über die Schneegebirge des Hohen Atlas bis nach Tafilet und Tuat, wendet sich, an der Weiterreise nach Timbuktu durch einen Krieg im Nigergebiet gehindert, nach Tripolis, wo er 29. Dezbr, ankommt. 1864 ff. Karl Mauch durchforscht von Potschefstroom aus auf wiederholten Reisen das Land der Matebele und entdeckt die Goldfelder am Tatıi. 1864—66 Fritsch forscht in Oranjefreistaat und Betschuanenland. 18€64—68 Brugsch Konsul in Kairo, 1864—80 A. A. Anderson durchforscht Südafıika (Kalaharisteppe, Betschuana-, Gross-Namaqua-, Herero- und Damaraland, den Cubango, Ngami-See und die Gegend zwischen Limpopo-und Sambesi), 1865 Paul Soleillet beginnt seine Streifzüge durch Nordafrika (Algerien, Tunesien und Tripolitanien). 1865 Leon des Avanchers, franz. Missionär, forscht im südl. Galla- und 1865 die Missionäre Wakefield und New unternehmen von Mombas aus Ausflüge nach dem Kilima Ndjaro. 1865 (Juli) v. d. Decken fährt auf dem Djuba stromaufwärts bis über Bardera; sein Dampfer scheitert am 25. Sept. und v. d. Decken, wie sein Begleiter Link werden ermordet, während sein anderer Begleiter Brenner entkommt. 1865 (Herbst) David Livingstone schittt sich zum dritten male nach Afrika ein und landet im Januar 1866 in Sansibar. 1865 ff. Schweinfurth bereist die Nubische Wüste zwischen »Suakin und Chartum. 1865—67 Gerhard Rohlfs’ Durchmessung des afrikanischen Kontinents seiner Breite nach. Er zieht von Ghadames über Mursuk auf Wadai, wendet sich aber, da ihm der Weg dortbin nicht gestattet wird, nach Kuka und von da südwestlich über den Niger nach Lagos an dıe Küste. 1866 der Bretone Le Saint bricht nach den Nilseeen auf, erliegt aber 27. Jan. 1867 zu Abukuka am Weissen Nil dem Fieber. 1866 Walker drinst vom Rhamboö-Fluss ins Innere. 1866 Fred. Green, John Pereira, Hahn und Andersson erreichen auf verschiedenen Routen den Cunene., 1866 Colomb’s dritte (militär.) Expedition von Algier aus in das marokkanische Grenzgebiet. 1866 Theod. Kinzelbach durchreist die südl. Galaländer, um v. d. Deckens Schicksal zu erforschen, erliegt aber 1868 zu I’schilledi Makdischu im Xomaliland dem klimatischen Fieber. - 1866 die englische Expedition unter Young, Faulkner, Reid und Bucklay geht ab infolge des Gerüchts, Livingstone sei erschlagen worden, überzeugt sich indes bald von der Grundlosigkeit dieses Gerüchts. 1866 Ernst Marno reistnach Abessinien. 1866 New besucht zweimal die Gallaländer. 1866 (Januar) David Livingstone betritt zum dritten male den Boden Atrikas in Sansibar. 1866 ff. Dupaıquet bereist die Küstengebiete von Neuguinea. 13866 fi. Ed. Mohr’s erste Reise nach Natal und den Zululändern. 1866 #f. Walker forscht im Ogowö-Gebiet. 1866—67 Charles Tyrrwhitt Drake forscht in Marokko. 1866—67 Rich. Brenner durchzieht von Brawa aus das Land der Somali und erschliesst die südl. Galaländer der Wissenschaft. 1866-67 Charles Girard forscht im Nigerdelta. 1866—68 Girard und Bönnat reisen im Nigerdelta, am Altkalabar und bei den Aschanti, bei denen Bonnat 1869 -—74 als Gefangener weilt. 1866- 71 David Livingstone geht den Rowuma hinauf nach dem Nyassa-See, umgeht dessen Südufer, überschreitet den schon von den Portugiesen entdeckten T'schambese (einen der fernsten Quellflüsse des Kongo), gelangt im April 1867 an das Südende des Tanganjıka-Sees, entdeckt den Ausfluss desselben, den Lualaba, und erreicht im April 1868 den Moero-See, durchreist vom Mai an das Gebiet des Kazembe nach Süden, entdeckt 18. Juli 1868 den ebenfalls im Quellgebiet des Lualaba gelegenen Bangweolo-See, wendetsichvon da nordwärts nach Udschidschi am Tanganrjıka-See, verweilt dort bis Juli 1869, erforscht bis 1870 das westlich gelegene Manyuema-Land und kehrt am 23. Okt. 1871 wieder nach Udschidschi, wo am 10. Nov. der von J. G. Bennett zu seiner Auffindung ausgesandte Henry Stanley mit ihm zusammentrifft. 1867 Frh. v. Maltzan. durchwandert Tunesien bis tief in das Innere des Landes. 1867 Missiorär Thomas zieht von Inyati aus in nordwestlicher Richtung durch noch unbekannte Gebiete zum 1867 Leutnant Glover nimmt den Lauf des Niger landeinwärts auf. 1867 Andersson dringt abermals nach dem Kunene vor und erreicht denselben. 1867 (27. Jan.) f Le Saint zu Abukuka am Weissen Nil am Fieber. 1867 (April) David Livingstone entdeckt den l.ualaba. 1867 (5. Juli) F Andersson im Owamboland an der Dysenterie. 1867 ff. Friedr. Jul. Seiff bereist Algerien. 1867—68 Krieg der Engländer gegen König Theodoros von Abessinien. 1867-68 Aymes führt den Ogowe& bis über die Nguniämündung hinaus und untersucht den Jonanga-See, den er als ein Hinterwasser des Ogow& erkennt. 1867—69 Chavanne besucht verschiedene Hafenstädte von Marokko und dringt von Oran aus nach der algerischen Sahara vor. 1867—70 Grandidier erforscht Madagaskar (das er dreimal durchschreitet). 1867—71 David Livingstone benutzt Lunda, die Stadt des Muata Cazembe; als Stützpunkt für seine Reisen zwischen 2 und 12° südl. Br. 1868 Wood, ein Händler, zieht von Natal aus in nordöstlicher Richtung zum Sambesi. 1368 Vincent Erskine findet den untern Lauf des Limpopo, namentiich dessen Mündung, auf. 1868 Aymes untersucht die merkwürdige Lagune des Fernan-Vaz und forscht im Mündungsdelta desselben. 1868 Faulkner, Norman und Casement forschen am untern Sambesi und Schire; aber nur Norman kehrt zurück. 1868 Halevy besucht von Massauah aus Abessinien. 1868 Anderson zieht von Liberia über das Kong-Gebirge nach Musardu. 1868 Charles Tyrrwhitt Drake forscht in Ägypten. 1868 Gründung der ersten deutschen Faktorei am Ogowe (vom Hamburger Hause Woermann). 1868 Halevy, Reil, Taurin bereisen Abessinien (letzterer besonders Schoa). 1868 Schweinfurth erforscht die Landschaften der Djur,-Dor, Niam-Niam und Monbuttu, dringt bis 30 35° n. Br. vor und findet im Uölle den obern Lauf des nach W. dem Tschad-See zuströmenden Schari. 1868 (April) David Livingstone entdeckt den Moero-See. 1868 (Mai) $ Henry Duffton, ermordet auf der Rückkehr mit der engl.-abess. Expedition. 1868 (18. Juli) David Livingstone entdeckt den Bangweolo-See. 1863 fi. Auguste Beaumier bereist die östlichen Teile der Sahara von Tetuan und Tanger bis Mogador. 1868-69 Ed. Mohr’s 2. Reise (mit Baines) nach Südafrika zu den Tatigoldfeldern, nach Inyati und zu den Vietoriafällen des Sambesi. 1868-70 Winwood Reade dringt bis Farabana vor, dann ins Gebiet der Aschanti und kommt der Nigerquelle am nächsten. 1868—71 Elton bereist Transvaal und Natal und forscht im Gebiete des Limpopo. 1869 A. Hübner forscht in Südostafrika. 1869 Baines besucht die Goldfelder am Tati. 1869 Eduard Mohr forscht im Gebiet des Sambesi und besucht die Viktoriafälle. 1869 (Juni) $ die Holländerin Alexine Tinne, auf dem Wege von Mursuk nach hat von ihrer Bskorte ermordet. « 1869 (Gottl. Ad. Krause begiebt sich nach Tripolis, um in Dienste der Alexine Tinne treten, kehrt aber nach deren Ermordung nach Europa zurück. 1869 Einweihung des Suezkanals. 1869 Ave-Lallemant fährt den Nil hinauf bis Nubien. 1869 Gerhard Rohlfs reist von Tripolis durch die Landschaft Cyrenaika nach der Jupiter- Ammons-Oase. 1869 (14. Nov.) T Dr. Ori im Sudän. 1869—70 Ernst Marno, Österreicher, dringt am Blauen Nil aufwärts, durchzieht Fazogl, das Dar Bertat und das noch von keinem Huropäer besuchte Fadasi (9° n. Br.). 1869-73 Charles Jeannest reist am Kongo und im Kongo-Gebiete. 1869-74 Gustav Nachtigal erforscht als erster Europäer die Landschaften Tu und Tibesti, Borgu und Wadai. 1869—78- Samuel W. Baker’s Erobe. er bis Masindi im Land Unyoro (2 n. Br.) dringt. 1870 General Wimpffen unternimmt eine Expedition nach dem südöstlichen Marokko in das Gebiet des Wadi Ghir, 1870 Ernst Marno reist von Chartum nach Djebel Ghule, dem Chor Deleh undin das Land der Fundj, behufs Unter. suckung des Giraffenflusses, der erst durch ihn näher bekannt wird. 1870 ff. Antinori und Beccari bereisen Abessinien und die Küsten des Roten Meeres (Assa-Bai), die Bogosländer bis Keren und Kassala. 1870 ff, Griesbach, österr. Geologe, forscht in Südostafrika. 1871 Schweinfurth durchwandert das vor ihm von keinem Europäer betretene Dar Fertit. 1871 Elton reist von Natal nach den Goldfeldern von Marabastad in der Transvaalrepublik und bereist dann die Küsten von Mozambique und Sansibar, 1871 Münzinger reist im Somalilande. 1871 Paul Soleillet durchzieht die algerische Sahara. 1871 New besteigt den Kilima Ndjan bis zur Schneeregion. 1871 Rich. Brenner bereist die Küste von Sansibar, sowie diejenige zwischen Dana und Djub. 1871 Bischof Crowther macht eine wichtige Reise von Lukodscha naclı Bida und zur Küste zurück. 1871 (21. März) Henry Stanley bricht von Sansibar nach dem Innern auf, um des totgeglaubten Livingstone Schicksal zu erforschen. Er trifft am 10. Novbr in Udschidschi am Tanganjıka-See eit und mit Livingstone zusammen, 1871 (Dezember) David Livingston und Henry Stanley erforschen das Nord. ende des Tanganjika-Sees. 1871 ff. Piaggia reist in Abessinie und Nubien. 1871—72 Livingstone u. Stanley erforschen das Nordende des Tanganjıka-Sees 1871—72 Miani geht den Weisse Nil hinauf, besucht den König Munsa der Monbuttu und gelangt bis zum Uöllestrom. 1871—75 E. v. Weber forscht in Sid afrika, besonders in West-Griqualand. 1872 (6. Mai) Henry Stanley kelt vom Tanganjıka-See nach Sansıbar zu rück (erste Reise). 1872 (August ff.) David Livingstone zieht um das Südende d. Tanganjıka-Sees herum in das Land des Kazembe und umwandert, nach den Nilquellensuchend, die östliche Hälfte des Bangweolo-Sees, an dessen Südufer, in Ilala, er am 1. Mai 1873 der Dysenterie erlegen ist. 1872 Lühder, Buchholz und Reichenow untersuchen Fernando Po, das Kamerungebirgee und das Gebiet des Kalabarflusses. 1372 Karl Mauch durchzieht ganz Südostafrika bis an den Sambesi und entdeckt die Ruinenstätte Zimbabye. 1872 K. v. Fritsch und Rein forschen auf den Kanarischen Inseln und im marokkanischen Atlas. 1872 Hildebrand, Wild und Munzinger forschen in den nördlichen Grenzgebieten Abessiniens. 1872 Emil Holub begiebt sich nach Südafrika. 1872 Prof. Blyden geht von der Sierra Leone nach Falaba. 1872 7 Miani im Lande der Mombuttu. 1872—74 Grandy dringt, um Livingstone zu suchen, von Loända nach Innerafrika vor und kommt bis nach Tungwa. 1873 Brugsch übernimmt die Leitung der „Ecole d’egyptiologie“ in Kairo. 1873 Julius Fröbel deutscher Konsul in Alsier. 1873 Dournaux-Dupere und Joubert ziehen über Biskra, Tuggurt und EI Achiya nach Ghadames, werden aber auf dem Wege von dort nach Ghat im April 1874 ermordet. 1873 Hildebrandt forscht mit v. Kalckreuth an der nördl. Somali-Küste. 1873 Elton wird Vizekonsul, dann Konsul in Mozambique. 1873 Feldzug der Engländer gegen die Aschanti; Einnahme und Verbrennung ihrer Hauptstadt Kumassie. 1873 Adolf Bastian besucht die Kongoküste. Hiermit beginnt die Beteiligung Deutschlands an der Erforschung Zentralafrikas von der Südküste aus, 1873 Walker’s zweite Fahrt auf dem Ogowe (die bis nach Lope im Okandalande, nahe dem 12 Meridian, führte). 1873 Malcolm befährt mit Hill den Wamifluss und forscht mit Kirk an der südlichen Somali-Küste. 1873 'Raffray ist in Abessinien mit zoologischen Forschungen beschäftigt. 1873 Blyden dringt von Sierra Leone aus über Falaba bis Timbo in Futa Djalon. 1873 (April) Holub (1. Reise) überschreitet von Dutoitspan aus den Vaalfluss und zieht bis zu den Pokenebergen, 1873 (Frübjahr) die deutsche Gesellschaft zur Erforschung Äquatorialafrikas tritt auf Veranlassung der Berliner Gesellschaft für Erdkunde unter Ad. Bastians Vorsitz zusammen. 1873 (1. Mai) David Livingstone in Nala am Südufer des Bangweolo-Sees an der Dysenterie. 1873 (Novbr.) Emil Holub (2. Reise) forscht in Südafrika, bereist die Kalahariwiste, dringt bis zum Limpopo, überschreitet den Sambesi und besucht die Viktoriafälle. 1873 (Ende) Beke reist nach Ägypten und dem Roten Meer. 1873 ff. Paul Soleillet unternimmt auf einer neuen, noch nicht begangenen Route eine Reise nach Tuat, ohne diese Oase betreten zu dürfen, 1873—74 Gerhard Rohlts’ Expedition in die Libysche Wüste. In Gemeinschaft mit zehn Deutschen zieht .er durch ganz wasserlose Gegenden nach den Oasen Farafrah, Dachel und Siwah. 1873—74 de Compiegne und Marche dringen auf dem Ogow& bis zur Einmündung des Ivindo (ca. 121|,° östl. L.). 1873—75 (7. Juli) Paul Güssfeldt’s Expedition nach der Loangoküste (mit v..Hattorf, Falkenstein, Pechuöl-Loesche, Lindner, Soyaux und Major v. Mechow‘. 1873 (18. März) — 1875 (7. Novbr.) Cameron’s Durchquerung Afrikas: er verlässt Sansibar, um nach Livingstone zu forschen, trifft 4. Aug. mit dessen Leiche in Unianiembe zusammen, und dringt weiter ins Innere vor bis Udschidschi (21. Febr. 1874), zum Lualaba, von da nach Kilemba in Urua (1874 -75), dann über 'Totela, Lunga, Mandis und Bihe bis Katumbella, nörd]. von Benguela, am Atlantischen Ozean. 1873—76 Koppenfels durchstreift als Jäger die Umgebung des untern Ogowe, des. Muni-, Balingi- und Tampuniflusses. 1874 v. Heuglin und Vieweg besuchen die Küste des Roten Meeres und einen Teil von Nubien. 1874 Oates und Dawnay besuchen die Vıktoriafälle des Sambesı. 1874 Rohlfs, Jordan, Zittel forschen in der Libyschen Wüste, besuchen eine Reihe von Oasen und machen wertvolle Aufnahmen. 1874 Gordon tritt als Nachfolger Bakers die Verwaltung des ägyptischen Sudan an. 1874 Flad zieht von Massauah über Kassala nach Metammeh und am Westufer des Tana-Sees südlich bis Godjam und Damat. 1874 v. Homeyer und Pogge ziehen den Kuanza aufwärts (2. deutsche Expedition nach Afrika). 1874 Long entdeckt den Ibrahim-Pascha-See. 1874 Elton forscht im Lufidschi-Delta und zieht den Schire-Fluss hinauf zum Nyassa-See. 1874 Tirant und Rebatel reisen von Tunis aus über Gaffa und das Buhedma-Gebirge in das Hamema-Gebiet. 1874 Ernst Marno reist von Chartum nach Lado am Bachr el Gebel zu Gordon Pascha (79 Tage). 1874 Schweinfurth besucht die Oase El Chargeh. 1874 New zieht von Sansibar nach der Pagani-Mündung und von da landeinwärts in einem Bogen über Usambara nach Mombas. - 1874 Oskar Lenz forscht an der Covisco-Bai, am Muni, Tampuni und Gabon und dringt bis zu den Fan. 1874 (April) + Dournaux-Dupere und Joubert auf dem Wege von Ghadames nach Ghat ermordet. 1874—75 Paul Soleillet erreicht über Wargla und das Plateau von Tademait Insalah. 1874—75 Chippendall, Watson. und Kemp befahren, im Auftrag Gordon Paschas, den Nil von Gondokoro bis Dufile. 1874—75 Francois Elie Roudaire durchforscht die Schotts von Algerien. 1874—75 Hansal und Marno machen die Nilfahrt von Chartum bis Gondokoro. 1874—75 Ernst Linant de Bellefonds fährt den Nil hinauf über Fatiko und Foweira und eine Strecke längs des Somersetflusses bis zu Mtesas Residenz, wo er mit Stanley zusammentrifit (wird auf der Rückfahrt bei Dufile von Bingeborenen getötet). 1874—75 Laurens forscht am Gabon und Kunene (T daselbst). 1874 - 75 Medlycott und Flood machen Aufnahmen an der Kongomündung. 1874— 76 Haggenmacherund Munzinger reisen im Somaliland. 1874 (Novbr.) — 1877 (8. Aug.) Henry Stauleys Durchquerung Afrikas von Sansibar über den Ukerewe- und Tanganjika-See, den Lualaba-Kongo stromab bis zu seiner Mündung in Boma am Atlantischen Ozean. 1875 Iradier forscht an der Corisco-Bai und am Muni. 1875 Brugsch bereist mit dem Erbgrossherzog von Oldenburg das Nilthal und die Libysche Wüste. 1875 Long und Marno dringen westlich von Gondokoro ins Makraka-Land vor; Marno bereist Kordofan. 1875 Emil Holub (3. Reise) zieht über Moiloa an den Limpopo und bis nach in Seschecke, der Hauptstadt des Doppel: veichs Marutse-Mabunda. U 1875 Young befährt den Nyassa-See, 1875 Hildebrandt forscht auf den Ko. a moren. k 1875 Vietor Largeau reist mehrmals st von Algier über Tuggurt nach Ghadames, um den Handelsverkehr zunächst de mit Algier zu heben, vermag aber seine in Absicht, auch über Tuat nach dem Hogarplateau und dann nach Timbuktu zi zu ziehen, nicht auszuführen, fä 1875 Dawnay bereist Nubien. vo 1875 Drasche-Wartinberg forscht auf de den Maskarenen. W 1875 Prout forscht im südlichen Kordofan. ba 1875 Dr. Pfund und Colston forschen b in Kordofan. ni 1875 Long durchzieht das Gebiet der Bari und der Makraka-Niam-Niam. for 1875 Kapitän Colville reist von Tancer über El Arisch, Fes, Meknessa nach Öi Udjda an der algerischen Grenze. Durch seineMessungen und Feststellungen wird zu die Karte des östl. Marokko mehrfach se berichtigt. un 1875 Colston und Pfund bereisen Nu- de: bien und ziehen von Dongola nadı Kordofan. we 1875 Junker forscht in den Gebiet la der ‘Natronseen (Nordostafrika). un 1875 (14. Febr.) Charles New aul di der Rückreise von einem neuen Zug nl nach dem Kilima Ndjaro an der Dysen ıns terle. 1875 (27. Febr.) Stanley erreicht da le Südufer des Ukerewe-Sees. 1875 ff. Purdy forscht in Dar Fur und un Dar Fertit. 1875—76 Lux reist mit .Pogge von Loanda südlich vom Kongo durch das Na Land der räuberischen Bangela bis Kımbundo und zurück. 1875—76 Gordon Pascha am Some set-Nil. ın 1875-76 Bonnat forscht am Voltaflus p und dringt bis ins Aschanti-Gebiet. 1875 —76 Prout durchforscht Kordofan. 1875 (Herbst) 1876 (Oktbr.) v. Bay zieht von Tripolis aus in die Gonaı berge, dann über Ghat nach dem durd! seine Krokodilsümpfe berühmten Miht 5 rothal. 1875-—-77 Mitchell macht geologischt 7 Forschungen in dem abessinischet Del Küstengebiet. 1875—77 Hildebrandt versucht vi Mombas aus durch das Land der Wa kamba zum Kenia zu dringen, doch ohne Erfole. in West-Aquatorial-Afrika. 1875—78 Rob. Flegel forscht in der Umgebung von Lagos. 1875—81 Grenfell, Engländer, weilt am Astuarium des Kamerun-Flusses, kommt aber den Mungo nur 40 km stromaufwärts. 1875—82 Arth. Brun reist im Gebiet der Goldküste und gelangt bis Kumassie im Aschanti-Lande. 1876 Junker forscht am Sobatfluss und zieht mit Gessi an den Blauen Nil, fährt den Weissen Nil hinauf, wandert von Gondokoro durch Makraka-Land zu den Quellen der linken Nebenflüsse des Weissen Nil. 1876 Hildebrandt versucht von Mombas aus den dem Kilima Ndjaro benachbarten Kenia zu erreichen, was ihm aber nicht gelingt. 1876 Francois Elie Roudaire durchforscht die Schotts von Tunesien. 1876 P, Ascherson bereist die Kleine Oase, 1876 #. Schnitzler reist mit Gordon zum Ukerewe-See, untersucht den Somerset Fluss und bereist die Reiche Unioro und Uganda an den grossen Quellseeen des Nils. 1876 Oskar Lenz dıingt auf dem Ogowe bis östlich in das Aduma-Land, gelangt bis zur Einmündung des Schebe und weist nach, dass der Ogow& nicht die vermutete Ausdehnung besitzt und nie direkt als grosse Verkehrsstrasse ins Innere Afrikas dienen kann. 1876 Asherson forscht im nordöstlichen Teil der Libyschen Wüste. 1876 Palgrave durchzieht das Damara- und Gross-Namaqualand. 1876 Gessi befährt den Mwutan-See. 1876 Parker Gillmore zieht durch Natal und Transvaal ins Betschuanenland. 1876 Dumaresq geht von Lagos aus auf dem Whamitluss nach Dahom& bis in.die Nähe von Aboıme&. 1876 Piaggia befährt den Ibrahim-Pascha-See. 1876 Antinori (mit Cecchi, Chiarini, Martini etc.) begiebt sich in der Absicht, in südwestlicher Richtung nach den äquatorialen Seeen vorzudringen, über Zeila nach Abessinien; Errichtung‘ der noch jetzt bestehenden Station Let-Marefia in Schoa. 1876 J. J. Monteiro siedelt nach der Delagoa-Bai über, wo er 1873 starb. 1876. Schweinfurth und Güssfeldt forschen zwischen Kairo und dem Busen von Suez. 1876 Guido Cora bereist Nordafrika. 1876 von Barth-Harmating geht von Sao Paolo de Loanda ins Innere nördlich über Duque de Braganza (die äusserste Station der Portugiesen) hinaus, erkrankt aber heftig und + 7. Dezbr. in einem Anfall von Fieberwahnsinn, nachdem er Loanda wieder erreicht hat, durch uncıd. = 1876 Purdy geht von Ägypten aus nach Dar RR < Sn 1876 Ed. Mohr zieht von Angola nach Malange. 1876 (30. Jan.) Auguste Beaumier in Mogador (Marokko). 1876 r A. Laurens, französ. Reisender, am Kuneneflusse. 1876 (21. Aug.)} Dr. Pfund in Fascher (Kordofan). 1876 (5. Oktbr.) $ Chiarini zu Kialla im Lande der Ghera (südlich von Schoa). 1876 (26. Dezbr.) 7 Ed. Mohr zu Malanga in Angola. 1876 ff. Potagos forscht am obern Nil, südl. von Dar Fur, am Berrefluss und am Oberlauf des Bachr el Arab. 1876 ff. die engl. Missionäre Wilson, O’Neill, Smith, Clarke begeben sich von Sansibar über den Ukerewe-See nach Rubaga, der Hauptstadt des Königs Mtesa voa Unioro. 1876 ff. Bohndorff, ein. Goldarbeiter, dringt von Nubien über Kordofan, Dar Fur und Banda hinaus. 1876—77 der französ. Marineoffizier Say dringt über Wargla in der Richtung nach dem Ahaggar-Gebiet bis nach. Temassinin. 1876— 77 Pangiotes Potagos, griech. Arzt, durchwandert die Länder im Süden von Dar Fur und findet unter 3% südl. Br. den Berefluss mit deu nördl.' Zuflüssen Biomo, Beti, Ura und Tsigo, desgleichen den Mamun im Süden Dar Furs. 1876— 78 de Brazza-Savorgnan unternimmt seine grosse Erforschungsfahrt des Ogowe-Gebiets, auf welcher er bis Okanga am Lebai-Ocua (0° 30° n. Br.u. 12° 45° östl. L. v. Gr.) vordringt, 1877 Comber, Grenfell und Ross forschen im Kamerun-Gebirge. 1877 Ernst Marno geht nach Ostafrika, um an der ersten Expedition der Belg. Internat. Assoc.teilzunehmen, kehrt aber April 1878, nachdem er sich mit den beig. Mitgliedern überworfen, zurück. 1877 Leutnant Cambier bricht nach’ dem Tanganjıka-See auf. 1877 Law und Stewart, engl. Missionäre, lassen sich am Nyassa-See nieder. 1877 Erwin v. Bary dringt von Ghät bis Air vor, wo er ausgeplündert wird (r 2. Okt. in Ghät). 1877 Mason-Bei umfährt den Mwutansee und stellt fest, dass derselbe nicht, wie bisher angenommen, an den Aquator reiche. 1877 Dawnay versucht von Nubien aus über Fadasi nach den Äquatorialseeen zu dringen, ohne sein Ziel zu erreichen. 1877 H. B. Cotterill befährt von Livingstonia aus den Nyassa-Dee. 1877 Graf Armfeldt weilt in Magungo am Mwutan-See. 1877 Kaptn. Elton versucht, vom Nyassa durch Ubema und Usango in ı2 Tagen zum Lufidschi und nach Sansibar zu gelangen, kommt aber unterwegs am Sonnenstich um. 1877 + Smith und O’Neill werden auf der Ukerewe-Insel von Kingeborenen getötet. 1877 + Wilhelm Höpfner in Lagos. 1877 (14. Jan.) $ Dr. Maes, Mitglied der belgischen Expedition, in Sansibar. 1877 (24. Jan.) 7 Kaptn. Crespel in Sansibar. 1877 (Frühjahr) Ministerresident de Vernouillet unternimmt, in Begleitung von den Marineleutnants des Portes und Francois, eine Gesandtschaftsreise von "langer nach Fes über Laraisch und zurück über Mekines und Kasr-el-Kebir. 1877 (9. Mai) F Leutnant G. Bazin, Beeleiter Bonnats, auf seiner Expedition an der Goldküste, kaum einen Monat nach seiner Ankunft in Afrika. 1877 (Juni und Juli) die rheinischen Missionäre J,. Böhm und F. Bernsmann bereisen Hereroland südwärts vom Kunene bis zum 21. Breitengrade. 1877 (August) Kapitän Elton fährt den Schire hinauf bis zum Nyassa-See. 1877 (12. Novbr.) Serpa Pinto, portug. Major, unternimmt seine berühmteDurchquerung Afrikas von Benguela aus im weiten südlichen Bogen über Donibe, Quillengues und Cacönda durch Bih6 und von Lialui aus längs des Sambesi nach Pretoria in Transvaal (12. Febr. 1879). 1877 ff. Rutenberg weilt in Südafrika und bereist Madagaskar. 1877—78 Cotterill und Elton befahren den Nyassa-See, überschreiten von dessen Nordufer aus das Kondi-Gebirge. Elton stirbt hier und Cotterill dringt in nordöstlicher Richtung durch das noch unerforschte Ugogo bis zur Ostküste vor. 1877-—-78 Ashante und Buss, Baseler Missionäre, bereisen den Voltafluss und Aschanti-Land. 1877—79 Grenfell und Ross forschen am Kamerunfluss. 1877—79 Gordon Pascha besucht Dar Fur, Schaka, Kordofan und Abessinien. 1877 (Junı) Alfred DL. Lraven Wellt m Magila am Fuss der Usambala - Berge, zum Zweck zoologischer Studien. 1878 Burdo u. Semelle reisen am Niger, 1878 Gatull y Folch forscht an der Mündung des Wed Draa (Marokko). 1878 Max Buchner zieht den Koanza hinauf über Pungo Andongo und Malange nach Mussumbe, der Hauptstadt des Muata-Jamvo, wo er ein halbe Jahr verweilt. 1878 Gessi versucht mit Matteucei von Abessinien aus den Ukerewe-See zu erreichen, kommt aber nur bis Fadasi. 1878 Klemens und Gustav Denhardt dringen (mit Fischer) vom Danafluss aus in der Richtung nach dem Kenia hin bis Massa im Land Malakofe, 1878 Herm. Soyaux legt für das W oermannsche Haus am Gabon Kaffeeplantagen an. 1878 Schweinfurth forscht in Fayun, 1878 Gernard Rohlts’ und Stecken Expedition von Bengasi über Adua nacı der Oase Kufra, um von da nach Wadii zu dringen (wird aber in Kufra über fallen und geplündert.) 1878 + J. J. Monteiro an der Dela goabai. 1878 Leutnant Cambier Jerreicht den Tanganjika-See und gründet daselbst (7° südl. Br.) auf einer in den See vor springenden Landzunge die Station der belg. internat. Association Karema. 1878 Graf v. Semelle,. franz. Offizier, versucht vom Nigerdelta aus das Ge biet des Benuö zu erforschen und nimnt den Niger von Orista bis Bussa, de Benu& bis Okeri auf. 1878 } Dr. Laudien in Lagos, nachden er erst kurze Zeit zum Zwecke der Br schliessung der Nigerlande für Handel und Wissenschaft, an der Westküst: geweilt hatte, 1878 (Jan.—März) Ernst Marno un Cambier ziehen von Saadani, Sansibit gegenüber, nach Kwakiora (ca. 300 kn landeinwärts). 1878 (17. April) Paul Soleillet reis von St. Louis am Senegal über Kunik koro und Yamina bis Segu Sikoro, von da nach Timbuktu und dann nadı Algerien zu reisen, wird aber vom Sultaı von Segu wegen Unsicherheit der Strasse) am Weiterreisen behindert, verlässt koro 20, Jan. 1879 wieder und erreidh Podor am 13. März. 1878 (29. April) Inslebentreten di neuen „Afrikanischen Gesellschaft 1 Deutschland“ zu Berlin. 1878 (Dezbr.) Ernst Maıno wird durch Gordon Pascha zum Vizegouverneur di Provinz Galabat ernannt, 1878 (19. Dez.) 7 Leutnant Wautier, von der Belg. Internat. Association abgesandt, zu Hekungu am Tschaia-See an der Dysenterie. 1878 } Rutenberg zu Beravi auf Ma dagaskar. 1878 ff. Bagamoio wird Station der Peres du Saint-Esprit; Usagarades franz. Nationalkomitees; Mpuapua der engl. Missionäre; Tabora wird Proviantniederlage der Belg. Internat. Association; Condoa (1881) wird französ. Nation; in Simba wird die Anstalt zur Abrichtung der afrikan. Klefanten errichtet: (sämtlich zwischen Ostküste und Tanganjıka-See). 1878 (Januar) — 1879 (August) Otto Schütt dringt von Malange aus durch das Gebiet der Hollo über den Quango, dann südwärts in das Reich des Muata Jamvo, und hellt die Hydographie der grossen Zuflüsse des Congo (Kassabi etc.) auf. 1878-79 Revoil forscht an der Ostspitze Afrikas und durchwandert die Gebiete der Medjertin, Uarsangeli und Dolbehant bis zu den Karkarbergen. 1878—80 Buchta, österr. Photograph, bereist den Nil bis Unioro und kehrt durch das Rohlgebiet zurück. 1879 die englischen Missionäre Felkin, Pearson, Litchfield siedeln sich in Rubaga, der Hauptstadt Königs Mtesa von Uganda an, ohne jedoch wirkliche Erfolge zu erzielen. 1879 Gessis Feldzug gegen die Sklavenjäger am Bachr el Ghasal. 1879 James Stewart zieht vom Nordende des Nyassa-Sees nach Pambete am Südende des Tanganjıka-Sees. 1879 Manzoni und derägypt. Oberst Graves-Bei versuchen das Somaliland zu erforschen, kommen jedochnichtüber die Küstenlandschaften hinaus. 1879 Bianchi reist über Debra Tabor nach Schoa und Godjam, um von hier nach Innerafrika vorzudringen, kehrt aber unverrichte‘er Sache nach Massauah zu ück. 1879 Burdo, Roger und der Engländer Cadenhead ziehen von der Ostküste her nach Unianiembe; Cadenhead wird mit Carter, mit demer in der Landschaft Mpimboe zusammentrifft, von Truppen Mitambos, des Königs von Unianiembe, getötet. 1879 Zweifel entdeckt die Nigerquelle. 1879 Henry Stanley bricht im Auftrag der Belgischen internationalen Afrika-Association wieder nach dem Congo auf, denselben von der Mündung aus stromauf zu verfolgen. 1879 Pinchard reist von Aden aus über Zeila nach Härär, dann (angeblıch) den Hawaschfluss hinauf bis Ankober zu Menilek von Schoa. dann durch das Gebiet der Königin Tootty von Kaffa und der Mummenz bis zu dem Gebiet der Arussi Gaulla. 1879 Leared bereist Marokko. 1879 die engl. Missionsstation Mtowa (Plymouth Rock) am Westufer des Tanganjika-Sees wird errichtet. 1879 Fraccaroli und Casati brechen nach den westlichen Gebieten des oben Nils auf und ziehen durch Kordofan und Dar Fur. 1879 Die Missionäre L. Richard und Kermabon reisen von Ghadames südwärts za den Tuareg-Asdscher. 1879 Schnitzler untersucht die westlichen Uferlandschaften des Beatricegolfs 1879 Die Belgier Kapitän Popelin, van Heuvel und Leutnant Dutaxlis ziehen mit dem Engländer Carter von der Ostküste her über Mpuapua nach Tabora und dem Tanganjıka-See. 1879 Die engl. Missionäre Hore und Hutley erforschen das Westufer des Tanganjika-Sees u. dessen Ausfluss, den Lukodja, den sie schnell nach Westen strömend finden. Sie stellen fest, dass der Lukodja der echte Abfluss desgrossen Sees ist. 1879 (12. Febr.) Serpa Pinto, portug. Major, trifft in Pretoria (Transvaal) ein als dem Endziel seiner von Benguela aus 12. Novbr. 1877 unternommenen Durchquerung Südafrikas. 1879 (2. April) Abbe M. A, Debaize trifft in Udschidschi am Tanganjıka-See ein, versucht vom Nordende dieses Sees aus gegen den Luta Nzig& vorzudringen, was ihm jedoch misslingt. Er erlıegt 12. Novbr. 1879 dem Fieber. 1879 (14. Mai) Keith Johnston, Jos. Thomson und Chuma (Livingstones Diener) treten von Sansibar aus ihre Expedition zur Erforschung des Landes zwischen dem Tanganjika- und Nyassa-See an. 1879 (6. Juni) der belg. Dampfer „Barga“, Kapitän Lösewitz, geht in See, um Handelsverbindungen von der Kongo: mündung nach dem Innern zu eröffnen. 1879 (28. Juni) + Keith Johnston in Behobeho auf dem Weg von der Ost küste nach dem Nyassıa-See. 1879 (8. Juli — 4. September) Missionär Asheroft und Kaufmann Robeıt Plegel unternehmen die denkwirdige Benuöfahrt auf dem Dampter Henty Venn von Lukodja, dem Zusammenfluss von Benu& und Niger, aus, erreichen Dulti und Djenn, die äussersten 1854 von Baıkie besuchten Orte (119 30* östl. L. v. Gr.) und kommen noch 230km darüber hinaus nach Osten bis Rubago (130 30° östl. L. v. Gr.). 1879 (Juli u. August) W. Griffith und Southon, engl. Missionäre, schlagen von Mpuapua einen neuen Weg zum Tanganjika-See ein, auf welchem sie Mirambos Residenz Urambo passieren. 1879 ft. Duparquet bereist das Ovampo- und Damaraland. 1879 fi. Joseph Thomson erreicht das Nordende des Njassa-Sees, wandert von dort an das Westufer des Tanganjika-Sees, befährt und untersucht den an Stromschnellen reichen Lukodja, zieht um das Südende des Tanganjika-Sees und kehrt nach Untersuchung des noch von keinem Europäer gesehenen Rikwa-Sees über Kapufi und 'labora nach Sansibar zurück. .. 1879 ff. Juan Maria Schuver bereist Agypten. 1879 ff. Junker dringt über Meschera el Rek nach Dar Fertit, durchzieht ‘die südlichen Länder der Niam-Niam, überschreitet den Uälle und bereist das Land der Mangbätta (Monbuttu). 1879—80 Dr. R. Grehff bereist die Guineainseln. 1879—80 Abb& Guyot’s erste Expedition nach dem Tanganjika. 1879-81 Hildebrandt forscht auf Madagaskar. 1880 Casati bricht von Dar Fur nach dem Niam-Niam-Gebiet auf. 1880) 7 Fraccaroli, nachdem er Kordofan und Dar Fur durchreist hatte, zu Chartum am Fieber. 1880 Hesse-Wartegg reist durch Marokko, Algerien und 'l’unis. 1830 Robert Flegel bricht im Auftrag der Deutschen Afrikan. Gesellschaft abermals nach dem Niger- und Benue-Gebiet auf, fährt den Niger von Bussa bis Gomba hinauf, besucht Nupe, die Fellatastaaten von Gando, Sokoto etc. 1880 de Brazza-Savorgnan und Ballay treten eine neue Reise vom Ogowe nach dem Kongo an. 1880 Oskar Lenz erreicht von Marokko aus Timbuktu und gelangt als erster Kuropäer von dort in westlicher Richtung durch Senegambien am 2. Nov. 1880 nach Fort Medine am Senegal. 1880 Giulietti reist von Zeila nach Härär, wird aber Anfang 188 dort er1880 die franz. Missionsstationen Bihari und Rumong& werden errichtet. 1830 Wybrants, engl. Kapitän, unternimmt die Erforschung des Sambesi- und Limpopo-Gebiets von Osten her, befährt den Sabifluss, erliegt im Novbr. d. Fieber, 1880 M. Monteil reist durch Cayor, Djolof und etwa unterm 15. Breitengrad weiter bis Bakel, 1880 Dr. Kobelt bereist mit Unterstützung der Rüppell-Stiftung Oran und Nordmarokko. 1830 Kapt. J. W. Hacrild geht nach dem Griqualand und Betschuanenland, um Kämpfe zwischen eingeborenen Häuptlingen -beizulegen. 1830 Oberst Flatters dringt im Autftrag der franz. Regierung zum Zweck der Förderung der transsaharischen Eisenbahn von Wargla über Timassinin bis Tassili vor, gelangt Ende 1880 durch das Ahaggarland bis an die Nordgrenze von Air, wird aber hier auf Anstiften des Senusiordens von den Eingeborenen ermordet. 1880 Stabsoffizier Braconnier, Leutnant Valcke, van Heste u. a. werden von der Belg. Internation. Association nach der Kongomündung entsendet. 1889 (30. Jan.) Gallieni, franz. Marineoffizier, geht mit einem gıössern Expeditionskorps von Bakel am Senegal über Medine und Bafulabe nach der Landschaft Beledugu, um von da nach Segu zu ziehen, wird bei Dio in der Nähe von Bamaku von Bambarra-Negern überfallen, erreicht aber doch Segu und schliesst mit dem Sultan vorteilhafte Handelsverträge ab. 1830 Doelter reistüber die Kapverden, nachdem er Bolama und Bissao besucht, nach dem Rio Grande, den er bis Buba, und dem Rio Geb«a, den er bis Geba hinauffährt, und besucht Futah Djallon. 1:30 Emil Kaiser nimmt die Route von der Küste zum Tanganjika-See auf. 1880 Oberst Borgnis-Desbordes zieht über den Niger bis Kenieria. Es gelingt ihm, einen Telegraphen bis Kita zu legen und mit dem König von Segu einen Vertrag zu schliessen. 1880 die Belg. Internat. Assoc. entsendet Kapitän Ramaecker, Leutnants Belen und Becker mit dem Photograph Demense, desgleichen noch Hartwig und Luider nach Imnerafrika (Tanganjika-See ete.). 1880 Schnitzler (Emin Bei) besucht das Makrakaland. 1880 (18. Febr.) Paul Soleillet unternimmt im Auftrag der französ. Regierung eine Reise von St. Louis am Senegal nach Timbuktu und Tuat, um von dort nach Algerien zu ziehen, wird aber im Frühjahr 1880 :bei Schingeti durch einen räuberischen Überfall an der Fortsetzung seiner Reise gehindert. 1880 (5. Apr.l) Hauptmann v. Schöler- (mit Zoolog Böhm, Astronom Kaiser u. Volontär Reichard) brechen von Berlin auf und errichten zwischen dem Tanganjika-See und Uniamwesi die Station Kakoma (1881): 32% 29° östl. Länge v. Gr., 5° 47° südl. Breite. 1880 (28. Mai) Jesuiten - Missionär Depelchin versucht von Gubuluwayo im Matebele-Reich aus d. Marutse-Mabunda-Reich dem Christentum zu gewinnen, während Pater Law als Feld seiner l'hätigkeit König Umsilas Reich erwählt, am »0. August Umsilas Kraal erreicht, aber schon 25. Novbr. wiederholten Fieberanfällen erliegt. 1880 (12 Juni) ff. Major v. Mechow zieht (mit Teuss und Buschlag) von Malange an den Cambo, einen Nebenfluss des Quango, und folgt diesem stromab bis an den Quango, um von da zum Kongo vorzudringen, 1880 (Sommer) Graf Luigi Pennazzi unternimmt, nachdem er schon früher einmal den Nil bis Gendokoro befahren hatte, mit seinem Sohn und G. Bessone eine Reise von Massaua über Keren, Kassala, Ghedaref und Abu Harras nach Chartum und kehrt von dort über Kassala nach Suakin zurück. 1880 (8. Okt.) de Brazza-Savorgnan legt Station Nlamo-Ncouna am Kongo an und ergreift von dem Gebiete zwischen den Flüssen Ing und Impila (Kongo-Ge-, biet) für Frankreich Besitz. 1880 (25. Nov.) 7 Jesuitenpater A. H. Law, Missionär in Afrika, in Gubulawayo im Reich des Königs Umsila. 1880 (29. Nov.) j Capt. Phipson-Wybrants, unfern von Umsilas Residenz, von Krankheit hingerafft. 1880 fi. Lord Mayo bereist das Kunene-Gebiet. 1880—81 Fred. W. North untersucht die Kohlenlager der Kolonie Natal. 1880 -81 Colonel Desbordes’ erster Feldzug gegen die Bambarra (Senegambien). 1880—81 Don J. V. Abargu6s de Sosten retst im Auftrag des Königs von Spanien zum Negus von Abessınien und bereist das Innere dieses Reiches. 1880— 81 Matteuceisund MasorisDurchquerung Afrikas von Nordost nach Südwest (vom Nıl über Kordofan und Dar Fur, durch Wadai über Kuka in Bornu und den Tschad-See, durch das Land Nupe nach Bidda am Niger und von da bis zur Küste von Oberguinea). 1880—»1 Oberst Desbordes unternimmt mit Derrien eine militär.-geogr. Expedition nach dem Innern Senegambiens, um das Gebiet zwischen dem Senegal und Niger aufzunehmen. Länder der Niam-Niam u. Mangbattu bis an die Flüsse Uölle und Bomokandi. 1880—81 Aim6 Olivier dringt; von Foreah an der Westküste bis zum obern Niger und durchwandert Futa Djalon in der Absicht, eine Eisenbahn von der Sierra Leone-Küste nach’Timbozu führen, 1880—81 Abbe Guyot’s zweite Expedition nach dem Tanganjıka-See. 1880—82 Com, Derrien’s topographische Aufnahmen in Senegambıen. 1880—82 Graf Antonelli forscht in den Gegenden zwischen der Assab-Bai und Schoa. 1880-82 J. Büttikofer forscht in Liberia. 1881 Schweinfurth durchforscht das Nilthal von Siut bis Assuan. 1881 V. Gaboriaud’s Reise nach 'Timbo, der Hauptstadt von Futa-Djalon. ı881 P. F. Caquereau’s Expedition nach Futa Djalon. 1881 Major J. GC. Ribeiro reist von Nokki über Quinga nach San Salvador, zum Zwecke, tür die portugiesische Mission die Ausrüstung eines Hauses nach San Salvador zu bringen. 1881 Gründung derRepublik Stellaland (Südafrika) durch abenteuernde Europäer aus Transvaal und Kapland, welche von den in Fehde liegenden Häuptlingen eingeborener Stämme zur Unterstützung herbeigerufen worden waren. 1881 Swinborn und Souley gehen von Lagos nach Sokoto und Kanem, um Haussaneger für die Kongofahrten anzuwerben, 1881 die norwegischen Missionäre A. Walen und P. E. Nilsen reisen im südöstlichen Madagaskar. 1881 Comboni, Vorsteher der kathol. Mission in Chartum, reist über El Obeid und Delen nach Dar Nuba. 1881 Leutn. Allacamassa, ein Eingeborener vom Senegal, wird von Desbordes zu Unterhandlungen zwischen dem „Propheten“ Samory und den Bewohnern von Keniera abgeschickt, durchreist eine beträchtliche Strecke ganz unbekannten Landes und kreuzt die Ren& Caillı@’sche Route bei Kankan. 1s81 Oberst Borgnis-Desbordes reist von Kita südlich nach Falama am Niger und auf dem östlichen Ufer dieses Flusses bis Keniera. ı881 Der schottische Missionär Duf-Macdonald verlässt die Station Blantyre unfern des Schireflusses, wo er seit 18578 thätig gewesen ist. 1881 } H. Dufour, ein junger französ. Forschungsreisender, in der portugies. Kolonie Benguela auf dem Rückwege vom Kunene aus zur Iküste nach Mossamedes von Eingeborenen ermordet. 1881 Gouldsberry reist mit Browning und Dumbleton den Gambia hinauf über Futa Djalon nach Sierra Leone. 1881 dieRiebeck’scheExpedition forscht auf der Insel Sokotora. 1881 die Engländer Dumbleton und Browning ziehen mit Gouldsberry den Gambia hinauf durch Futa Djalon nach dessen Hauptstadt. 1881 Stecker erforscht die Süd- und Westseite des Tana-Sees. 1r81 der französ. Arzt Bayol durchforscht Bambuk, Futa Djalon und das Mandingoland. 1881 die franz. Missionsstation Mdaburu mittwegs Bagamoyo und dem Tanganjıka-See wird errichtet. 1851 Haimann und Pastore bereisen die südliche Hälfte des Plateaus von Barkah. 1881 die englische Mission unter Mac Call entwickelt eıne rege Thätigkeit im Kongogebiet und richtet zahlreiche Stationen ein. 1881 die Belg. intern. Assoc. entsendet Hauptmann Hanssen und Leutnant van der Velde nach Innerafrika (Tanganjika-See etec.). 1881 Camperio und Mamoli bereisen das Plateau von Barkah (von Benghasi ostwärts nach Derna) im Auftrage der Mailänder Handelsgesellschaft. 1881 Balfour forscht auf der Insel 1881 7 Popelin, bei dem Versuch im Auftrag der belg. internat. Association, am Westufer des Tanganjıka-Sees eine neue Station zu errichten. 1881 (1. Jan.) ff. Juan Maria Schuver dringt von Sennar in die Gallagebiete (in der Absicht, zum Indischen Ozean zu gelangen). 1881 (17. Jan.) die Missionäre Bentley und Orudgington dringen von Mussuco am Kongo aus bis nach Wanga-Wanga oberhalb Noki, dann bis Matadi und Vivi, über Mbundi zu den Yellalafällen, durch das Land der Basundi und Babwende bis Stanley-Pool, von da nach Manjanga, an dessen Südufer sie die Station Ntamo errichten. 1881 (17. Jan.) 7 E. A. Stahl, Mitglied der Ballay’schen Expedition, in Libreville am Gabon. „1881 (19. Jan.) f Mariette-Pascha, Agyptolog, zu Kairo. 1881 (25. Jan.) Paul Pogge und Leutnant Wissmann treffen in Malange ein, um sich von dort auf eine der civilisatoıischen Stationen der Internationalen Association zu begeben. 1881 (ungefähr 16. Febr.) der franz. Oberst Flatters, der Leiter der Expedition in.die Sahara zum Zweck der Erforschung des Terrains für eine anzulegende Eisenbahn, mit allen seinen Begleitern ermordet. 1881 (3. März) Mizon reist vom Gabon nach Franceville, und übernimmt die Leitung dieser Station. 1881 (März— April) Giuseppe Haimann reist von Benghasi nach Derna und auf nördlicher Route nach Benghasi zurück. 1581 (April) V. Sampson reist durch das Pondoland (Südafrika). 1881 ı1. Mai) + R. Gessi, der bekannte Reisende im ägypt. Sudan, in Suez. 1881 (25. Mai) + G. B. Giulietti, auf seiner Expedition von Beilul zur Erfoıs hung des Hawasch- und des Gualimaflusses, unweit von Daddodo, mit seiner ganzen aus italienischen Marine-Soldaten bestehenden Expedition, von Eingeborenen ermordet. 1881 (29. Mai) Hildebrandt stirbt in Tananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, 1881 (13. Juni) ff. Missionär Maples reist von Masassi aus durch die Länder im Süden des Rovuma und bis zur Mozambique-Küste. 1881 (24. Juni) die Bostoner Missionsgesellschaft entsendet eine Expedition nach dem Gasaland. 1881 (5. Juli) Marineleutn. Giraud reist vonMarseillenachSansibar, um denBangweolo- und den Moero-See zu erreichen. 181 (8. Juli) 7 J. Bonnat, bekannt durch seine Forschungen an der Goldküste, zu Tacaua in Wassa, kaum 40 Jahre alt. 1881 (August) F. A.Schwalbach, Gouverneur von Inhambane, unternimmt eine Expedition von dort nach dem Nharrime-See. 1881 (Anfang August) } Purdy-Pascha, Topograph, in Kairo. 1881 (8. Aug.) 7 P. Matteucei, einer der Durchquerer des Kontinents, auf ee Rückfahrt nach Europa zu Lonon. 1881 Im August geht Reichard, wegen Verlegung der Station; von Kakomä nach Gonda. 1881 (Septbr ) Capitän Paiva de Andrada zieht von Senna- am Sambesi südlich nach Manica, um die altberühmten Goldminen daselbst zu besichtigen, 1881 (25. Novbr.) Adam Me Call, Leiter der Expedition deı Livingstone Inland Mission, in Madeira. 1881 (26. Novbr.) 7 Dr. Ludw. Krapf, der bekannte Afrika-Missionär, zu Kornthal bei Stuttgart. 1881 (Ende Novbr.) Dr. Pogge und Leutn. Wissmann besuchen von Mukenge aus den Mucamba-See, dringen nach Nyangwe vor, von wo Leutn. Wissmann die Reise nach der Ostküste fortsetzt, während Dr. Pogge nach Mukenge zurückkehrte. Wissmann vollendete die Durchquerung glücklich und traf am 17. Novbr. 1882 wohlbehalten in Sansibar ein. Seine Reise zeigte zum ersten maldie Möglichkeit, die Schranke, welche das Lundareich des Muata Jamvo allen Unternehmungen entgegensetzte, zu umgehen. 1881 (Ende) Carlo Piaggia begiebt sich auf die Reise von Chartum nach Fadassi, wo er mit Schuver zusammenzutreffen gedachte. 1881 fi. Brazza-Savorgnan’s zweite Reise nach dem obern Ogowe u. Alima. 1881 (Oktbr.) — 182 (Febr.) Kapt. Lonsdale, vom Gouverneur der Ostküste beauftragt, reist nach Kumassie, der Hauptstadt von Aschanti, von dort durch Abruno (bis hierher zusammen mit C. V. E. Graves) nach der Handelsstadt Salaga und kehrt am östlichen Ufer des Voltaflusses nach der Küste zurück. 1881 (Novbr.) J. Lupton- Bey nimmt den Oberlauf des Bachr-el- Ghasal von der Mündung des Bachr-el-Arab aufwärts bis zur Meschra-el-Rek auf. 1881 (Dezbr.) Dr. Junker schliesst mit dem Häuptling der Mambanga, westlich von den Mangbattu, einen Freundschaftsvertrag. 1881—82 Colonel Desbordes’ zweiter Feldzug in Senegambien (gegen den falschen Propbeten Samory); Sieg bei Keniera (26. Febr.); Aufpflanzung der französ. Flagge am Niger. 1881— 82 Bounnaud-Troupel, von Dr. Bayol seiner Kenntnis der Fellatasprache wegen als Dolmetsch engagiert, reist demselben von der Küste (Rio Pongo) aus am Fatalaflusse hinauf durch die terra incognita des Susu-Gebietes nach. 1881 u. 1882 Josef Menges besucht den östlichen Theil des Sudans (im Auftrag des Hamburger Tierhändlers Hagenbeck), zwischen Kassala und dem Roten Meer. 1881—83 Buonfanti durchquert Afrika, von Tripolis über Kuka, Kano, Timbuktu nach Lagos reisend. 1682 Emil»Kaiser dringt vom Tanganjika- nach dem Moero-See, erliegt aber am Rikwa-See dem Fieber. 1882 Ernst Marno forscht am Bachrel-Ghasal. 1882 Edm. O’Donovan', Kriegskorrespondent der „Daily News“, geht nach Agypten, um sich der Expedition Hicks-Paschas anzuschliessen. 1882 nach Verlegung der Station von Kakoma nach Gonda treten Einde September Dr. Böhm und Dr. Kaiser die Reise zum Tanganjıka-See an. Dieselbe führte sie über Qua Mende, Kiliwa, Irunde nach dem Wualaba, dann zurück auf Irunde über Ulindi und weiter über Katuma durch das Land der Kawende nach der belgischen Station am Tanganjika, von wo sie über Katakwa, Ugue und Karungu zurück kehrten. 1882 C. V. E. Graves reist mit Kapt. Lonsdale nach Kumassie und Abruno, von Abruno allein ostwärts nach Kra. tschie am Voltafluss und von da nordwärts nach der Handelsstadt Salaga in Gwandjowa. 18832 Raffrey, seit 1879 franz. Konsul in Massaua, zug vom Aschangi-See südostwärts den Plateaurand hinab zu den Bergen von Qebul, von da nach dem Aussa-See. 1882 die Faktorei Geba am gleichnamigen Fluss unternimmt eine Reise nach Indornal, dem Wobnort des Hauptchefs der Fulah Pretos. 18,2 F. C. Selous durchwandert abermals die Gegenden im Süden des mittleren Sambesi, zwischen diesem und dem Oberlauf der Flüsse Umfule und llanyane. 1832 Botaniker G. Ruhner forscht in der Umgegend von Bengasi. 1882 Dr. Colin, früher Mitglied der Derrien’schen Expedition, reist nach Westafrika, um das Goldland Bure und die benachbarten Gebiete am oberen Niger aufzusuchen. 18$2 Foureau dringt von Wargla aus bis Ain Teiba in der alger. Sahara, um von bier nach Temassinin zu gehen, muss aber umkehren und besuchte auf der Rückreise von Hassi Dscheribia aus Hassi Gurd im Wadi Mia. 1882 Cardozo, A., portug. Marineleutnant und Gouverneur von Mozambique, geht von Inhambane landeinwärts über Mulamula und Pachano nach Maringua, überschreitet den Sabia, gelangt naclı Granha und den Gorongosi hinab nach Sofa!a. 1882 die Engländer Sir Frederic J. Goldsmid, bekannt durch seine persischen Reisen, und E. Delman Morgan, der sibirische Reisende, gehen nach dem Kongo, zur Veıstärkung der belgischen 1882 die Agypter räumen Darfur. 1882 deritalienische Entomologe Dabbene forschtin den oberen Nilgegenden. 1882 Casati dringt in die Gallaländer vor. 1882 Dr. Defournoux reist von Fes über Figig und Tebessa nach Kairuan (Marokko), wo ibm von dem Scheriff der dortigen Moschee das Studium ler bedeutenden und für die historische Geographie wichtigen Manuskriptsammlung gestattet wurde. 1882 Laienmissionär Last reist über Nguru bis Mpwapwa u. ins Masailand. 1882 Dr. Baxter reist von Mpwapwa nördlich ins Massailand. 1882 Bretignere und Chaper unternehmen von der Tando-Lagune an der Guineaküste aus einige Ausflüge durch das Gebiet im Norden der Lagune, zwischen Kindjabe im Westen und dem Tanu@, dem Grenzfluss zwischen den französischen und englischen Schutzländern, im Osten. 1882 Kapitän Casati zieht von Monbuttuland aus den Uälle binab in der Absicht, am Atlantischen Ozean wieder herauszukommen. 1882 Die „Societ@ des Factoreries francaises du Golfe persique et de l’Afrique orientale* errichtet in Obokh ein Handelskontor und entsendet zum Zweck der Anknüpfung von Handelverbindungen mit Schoa eine Expedition zum König Menelek, deren Mitglieder: Br£- mond als Chef, Dr. med. Hamon, Ingenieur Aubry, Topograph Henon und Sekretär J. Henon sind. 1882 Juan Maria Schuver reist in den Gebieten östlich von Famaka und nördlich vom Blauen Nil, besteigt die Fasoglu- Berge und die Kadalo -Berge und kehrt am 3. Dezbr, nach Chartum zurück. 1882 Stan!ey fährt den Kongo stromauf bis zur Mündung des Quango, gründet hier die Station Ibari Nkutu, befährt den Quango ca. hundert eng). Meilen stromauf bis zum Zusammenfluss zweier Quellflüsse, von welchen er den aus Osten kommenden ca. 120 engl. M. stromauf befährt, bis an eine seeartige Erweiterung (Aquilonda-See), 1882 Dr. Ewilio Bonnelli unternimmt nach mehrjährigem Aufenthalt an verschiedenen Orten der Westküste von Marokko eine Reise durch den nördlichen Teil dieses Landes (von Rabat nach Mequines und Fes und zurück über Uesan, Ksar el Kebir und Larasche nach Tanger). 1882 Konsul O’Neill reist vom Schire aus in nordöstlicher Richtung, um über die Existenz von Schneebergen zwischen dem Njassa-See u. der Mozambique-Küste eine Entscheidung herbeizuführen. 1882 eine spanisch - marokkanische Kommission begiebt sich von den kanarischen Inseln aus an die Festlandküste und stellt die Identität des Hafens Santa Cruz de Mao-Pequena, auf welchen Spanien aus dem 15. Jabrh. Ansprüche erhebt, mit dem jetzigen Puerto Cansado in der Landschaft Draa fest; doch erhält Spanien von Marokko das Recht zur Besetzung des benachbirten, ibm günstiger gelegenen Ifni eingeräumt. 1882 F. C. Selous unternimmt eine abermalige Reise durch das nördliche Matebele-Land bis an den Sambesi. 1882 Paul Soleillet, im Begriff, von Schoa nach Kaffa zu reisen, trifft mit dem die gleiche Absicht ver’olgenden Dr. Stecker in Schoa zusammen; Soleillet beabsichtigt die Anlage einer Eisenbahn vonObokh in der Tadschurra-Bai bis nach Schoa. 1882 (17. Jan.) j Carlo Piaggia zu Karkodj im Sennar. 1882 (Ende Januar) Graf P. Antonelli reist von der Assab-Bai nach Schoa ab. 1882 (Febr.) Graf Pennazzi unternimmt mit Godio eine neuerliche Reise nach dem östlichen ägyptischen Sudan und geht von Suakin nach Kassala, um von dort durch das Basenland Galabat über Massaua zurückzukehren. 1882 (8. Febr.) die Priester Guyot und Baudounet reisen von Algier ab, um als Missionäre des Kardinals Lavigerie den mittlern Lauf des Kongo vom Stanley-Pool bis Nyangwe zu besuchen und die Errichtung von Missionsstationen vorzubereiten. Nach Anlage einer solchen am Nordwestufer des Tanganrjika versuchen sie den Kongo hinabzugehen, ihre Karawane aber wird von räubeıischen Negern überfallen und vernichtet. 1882 (25. Febr.) Kapitän Ramaeckers in Karema an Dysenterie. 1882 (26. Febr.;, G. Bianchi tritt von Massau& aus eine neue Reise nach Abessinien an. 1882 (März) Robert Flegel erreicht und entdeckt die Gegend, in welcher der Benu& entspringt. 1882 am 7. März brechen Dr. Böhm und Reichard von Gonda zur Erforschung des Wala-Flusses auf. 1852 (10. März) Joseph Thompson tıitt von Mombasa aus eine Reise ins Innere Ostafrikas an. 1882 (15. März) 7 Francesco Emiliani, Gouveıneur der Provinz Dara in Darfur. 1882 (April) Juan Maria Schuver erforscht die ägyptisch-abessinischen Grenzgebiete. 18x2 (April) Revoil geht von.Makdischu aus über Jilledy am Webbi nach Ganane am Jub. 1882 (Apiil) Schweinfurth besucht von an der Küste von Barkah. 1882 (16. April) Dr. Bayol r Bammako am Niger ab und |: 25. April in Beledugu an, ge nordwärts weiter nach Damfa un und erreicht endlich Duabugu a fernsten Punkt. Beledugu sow die nordöstlich angrenzenden Leiter der schwedischen Missions tion in die Gallaländer, in Char: . 1882 (Juni) Kapitän Lonsdal ın Begleitung ‘von Krusenster Führer einer belgischen Expedi Lagos ein, um nach Sokoto un. zu gehen. 1882 (22. Juni) Barl of Mayo ı Tobruk schaften bis nach Sagala haben das I reist von 1882 (3 Mai) Rob. Flegel trifft m langt am Kontscha in Adamaua ein. »ht dann 1882 (23. Mai) y van de Velde ‚#Mit. ı ı(dMurdia olied der Stanley’schen Expedition am lsseinen Kongo, im Lager Gangila zwischen Vivi vohl wie und Isandjila. ı Land- 1882 (30. Mai) 7 Ernaos Arrhenius, Oase bei Wargleh, sexpedi- von Mossamedes nach der Lagune San tum. Joao do Sul am Corocofluss auf, wendet le trifft sich dann ostwärts in das Hochland des, na, als Innern, wo er die Boeren-Niederlassung ition in Humpata erreicht, und gelangt dam (d Kano bei Humbs an den Kunene, unternimmt bricht Lagune einen Ausflug westlich bis zur Serra Chella und kehrt auf ziemlich der gleichen Route wieder nach Mossamedes zurück. 1882 (25. Juni) Rob. Flegel kehrt von Lagos, wo er sich seit seiner Adamaua-Reise aufhält, nach dem Niger zurück, um mit Unterstützung von Lagoser Privatleuten seine Ersc liessung des Niger-Benue-Gebietes für Handel und Wissenschaft weiter zu verfolgen. 1882 (28. Juni) j August Schaumann aut der Rückreise vom Kongo nach Madeira. 1882 (14. Juli) J. M. Schuver reist von Chartum nach der Meschra-el-Rek, um nach Dem Suleiman zu gelangen. 1882 (26. Juli)f MissionärE. J. Southon in Urambo (Centralafrika). 1882 (13. August) Rob. Flegel und J. Zweifel unternehmen eine neue Reise ins Niger-Benuö-Gebiet. 1882 (27. August) + Missionär Edw. Steere (engl. Bischof) in Sansibar. 18x2 (Sept.) J. J. Comber nimmt den Stanley-Pool auf. 1882 (September— Oktober) der katholische Missionär Bichet reist vom Gabon und dessen südöstlichem Zufluss Rhembo&, in Begleitung der Marinefähnriche Espinassy und Tenaille, Dr. Lotha und Naturforscher Thallon, nach der Station auf der Ogowe-Insel Asange. 1882 (21. Septbr.) f Wyatt Rawson, Commandeur der engl. Marine, Adjutant Wolseley’s schon im Feldzuge gegen die Aschantis, an den Folgen einer beim Sturm auf Tel-el-Kebir erhaltenen Verwundune im Hafen von Malta. 1882 (Oktober) Konsul O’Neill reist vom Kap Delgado über das Mavia-Plateau und entdeckt zwei kleine Binvenseeen südlich vom Rovumafluss: den Nangadi und den Lidedi. 1882 (6. Oktbr.) 7 Tschuma, der bea Diener Livingstones, in Sansiar. 1882 (19. Oktbr.) F Dr. Kaiser, nachdem er am 1. Sreptbr. 1882 von Gonda aus nach dem Rikwa-See aufgebrochen war, als erster Buropäer Ukonongo und Ufipa durchzogen und den Rungwa als östl. Nebenfluss des Katema entdeckt hatte, am Rikwasee, infolge einer ihn befallenden Lähmung. 1882 (24. Oktbr.) Josef Menges tritt eine neue Reise nach Ostafrika (Berbera) an. 1882 (Oktbr.—Novbr.) Dr. Schnitzler (Emin-Bei) reist von Lado nilaufwärts nach Bidden und südwestlich bis Kakuak, durchzieht die Gebiete der Fadjellu, Makraka und anderer Stämme, erreicht Gosa, den nordwestlichen Endpunkt Dr. Junkers, und berührt auf dem hückwer nach Lado Kabajendi. 1882 (Nvbr.) Ernst Vohsen, Dr. W.Hume, Hart und E. Keller bereisen das Timeneh. Land im Osten von Sierra Leone. 1882 (13. Novbr.) Paul Soleillet bricht von Ankober auf und überschreitet 29. Novbr. den Gebefluss, passirt das Reich: Dschema und gelangt nach Kaftı, von wo aus er durch die Schoa tributären Staaten Gera, Goma und Limu nach Ankober zurückkehrt. 1882 (17. Novbr.) Leutn. Wissmanı trifft nach einer glücklichen Durchquerung des Erdteils von Ozean m Uzean (und zwar von Westen nad Osten) wohlbehalten in Sansibar ein. 1582 (13. Dezbr.) Joseph Thomson be. giebt sich nach Sansibar, um im Auf. trage der kgl. Geogr. Gesellschaft in London von dort aus über Usambar und Massai die Reise nach dem Ostufer des Victoria-Nyanza anzutreten. 1882 (13. Dezbr.) Stefan v. Rogozinski reist an Bord der „Lucia Margarita“ in Begleitung des Geologen Clemens Tomezek, des Metereologen Leopoll Janikowski, des Mechaniker»Ostäszewski und des Ingenieurs Hirszenfeld von Havre über Madeira, Kap Palmas und Fernando Po nach Kameruns, um von dort aus in das westliche Aquatorilafııka einzudringen. 1882 (Ende) die englische Regierung entsendet den Oberstleutnant Dr. H.Ste wart nach Chartum, die Lage des Sudan eingehend zu studieren. Fischer's Reise nach dem Naiwascha See: hinwärts über Pare und Aruscha, westlich vom Kilima Ndjaro gen Norden, zurück zum Vulkan Doenye Ngai, von diesem über den Angarukafluss zun Meru-Berge. 1882 u. 1883 J. Poinssot durchforscht im Auftrag des franz. Unterrichtsmint steriums die Gegend im Nordwesten von Kairuan zu archäologischen Zwecken. 1882—83 Dr. G. A. Fischer bereist das Massai-Land. 1883 Leutnant Mizon reist am oben Ogowe. 1883 Leutn. Giraud forscht am Bang: weolosee, 1883 Dr. A. v. Dankelmann reist von Vivi am Unterlauf des Kongo naclı Mossamedes. 1883 Foucauld reist quer durch Ma rokko von Südwest nach Nordost. 1883 de Foucauld übersteigt den Atlas und durchkreuzt ganz Marokko vi Südwest nach Nordwest. 1883 J. Stewart versucht die Anlegung einer Strasse zwischen Nyassa und Tanganjıka (T 30. Aug. 1883 am Nyassa). 1883 7 Abbe Guyot in der Nähe von Stanleys Station Msuata (durch Ertrinken im Kongo). 1853 H. H. Johnston begleitet den Lord Mayo nach dem Owampo-Gebiet und bereist darauf den untern Kongo. 1883 Henry Drummond besucht von Mandala an der Ostseite des Schire das Südende des Schirwa-Sees. 1853 Claude Trouillet bereist den Bulam-Archipel und versucht vom Rio Grande nach Futa Djallon zu dringen erliegt aber in Buba dem Fieber. 1883 Dr. Passavant forscht im Kamerun-Gebiete. 1883 (28. April) $ Arth. Brun an der Goldküste. 1883 (2. Mai) Missionär R. P. Ashe trifft in Rubaga (Hauptstadt von Uganda) ein. 1883 (17. Mai) 7 Dr. Wilh. Retzer auf der Fahrt von Bimbia nach Victoria durch Ertrinken. 1883 (24. Mai) Revoil geht von Sansibar nach Makdischu (Somaliküste) und dringt nach Gualidi am Wobbi. 1883 (5.—21. Juni) Reichard (von der ostafrikanischen Expedition) reist in Begleitung Dr. Böhms durch das Marungu-Gebirge nach Mpala und von da zum Moero-See. 1883 (Juli) J. M. Schuver, ein Holländer, reist von Chartum nach dem Bachr-el-Ghazal. 1883 (8. Juli) Pietro Sacconi dringt von Hälär nach dem Wobifluss (wird aber von Somalis erschlagen). 1883 (18. Juli) 7 Maurice Adolphe Linant de Bellefonds, in Kairo. 1883 (26. Juli) Proklamierung der Republik Stella-Land. 1883 (30. Juli) Rob. Flegel erforscht den Amambara (Zufluss desuntern Niger). 1883 (9. Aug.) 7 Robert Moffat in Leigh bei Tunbridge Wells. 1883 (21. August) Juan Maria Schuver wird von den: Dinkanegern erschlagen. 1833 (31. Aug.) 7 Ernst: Marno während eines Besuches in Chartum (an einer Lungenentzündung). 1883 (Septbr.) Rob. Ed. Flegel tritt von der Insel Loko im Benuö seine dritte Reise nach Adamaua an, wohin sein Freund und Gefährte Madugu schon anfangs Septbr. vorausreist. 1883 (10. Sept.) Expedition Goldsmith nach dem Kongo. 1883 (15. Septbr.) O’Neill reist von der Mozambique-Küste nach dem Schirwa See. 1883 (16. Novbr.) Leutn. Wissmann tritt von Hamburg aus eine neue Reise nach Südafrika an in Begleitung der Leutnants Brüder Müller und des Dr. Wolff. Er geht von Loanda aus zunächst nach Malange, von wo aus er den mittlern Kongolauf zu erforschen strebt. 1883 (Ende) Josef Menges reist im Innern des Somalilandes. 1884 Dr. Joest aus Köln bereist Südafrika. 1884 Thomson besucht Massai-Land hinter dem Kilima Ndjaro, stellt das Vorhandensein des Naiwascha-Sees zwischen Kilima Ndjaro und Kenia fest und dasjenige des Baringo-Sees hinter dem Kenia, stellt auch die Lage des letztern jest. 1884 Dr. Regazzi erhält die Verwaltung der italien. Station Let-Marefiu in Schoa mit dem Auftrag, eine neue Station in Kaffa einzurichten. 1884 Hemmings, ein englischer Sportsman, reist in Begleitung eines holländischen Jägers von der Walfisch-Bai bis zum Kongo, den er bei Vivi erreicht. 1884 Rob. Flegel’s Ausflüge von Gasaka nach Bagnio südlich der Wasserscheide des Benu& und des Alt-Kalabarflusses. 1834 Paul Soleillet veröffentlicht sein Projekt, über die Ableitung des Abai (Oberlauf des Blauen Nil) in den Hawasch, welch’ letzterer, nachdem er Schoa durchströmt hat, jetzt in den Aussa-See sich verliert. Durch die Zufübrung des Abai hofft Soleillet die Wassermassen desHawasch so zumehren, dass der Fluss die noch 60 km betragende Strecke bis zur Tadschurra-Bai durchbrechen kann und so eine schiffbare Strasse bis nach Schoa bieten wird. 1884 Konsul O’Neill gelangt von Tschironji am Schire nach der Missionsstation Blantyre nahe dem Schirwa-See, das Gebiet der Makololoim Ostenumgehend. 1884 Errichtung der Stationen Underhill, Bayneston, Wathen (gegenüberManjJanga), Arthington bei Leopoldsville am Stanley Pool und Lukolela, von seiten der Baptist Missionary Society. 1854 Serpa Pinto unternimmt eine neue Expedition (aus 250 Trägern und 800 bewaffneten Negern bestehend) von Mozambique aus, welche den Oberlauf des Kongo zum Ziele hat. 1884 Leutn. Becker versucht an der Spitze einer belgischen Expedition die Verbindung zwischen den von der Ost- und Westküste am weitesten vorgeschobenen Internationalen Stätionen herzustellen. Erdringtzunächst von Karema aus nach Nyangwe und beabsichtigt von hier aus, nach Gründung einer Station, Stanleys Zug längs des Kongo bis zu den Stanley-Fällen zu wiederholen. 1884 der durch wiederholte Reisen zum Ukerewe bekannte Missionär Stokes trifft in Mombasa die letzten Vorbereitungen, um auf direktem Wege nach Mamboia an der Karawanenstrasse von Sansibar nach Tabora zu reisen. 1884 Dr. v. Hardeggers Expedition nach Nordostafrika in Gemeinschaft mit Dr. Paulitschke in die Adal-Länder etc. 1884 (Anfang) Kaptn. Br. Kirby, welcheı zur Schlichtung der Unruhen im Aschanti-Reich nach Kunsassa gereist war, durchwandert das ganze Land von Süd nach Nord und reistüber Koransa nach Kumtapoh, einem wichtigen Handelsplatze. 18854 (Anfang) G. A. Krause verlässt Europa, um im Auftrage des Dr. Emil Riebeck in Halle die Gebiete des Niger, Benu& und 'Tsade zu durchforschen. 1884 (Jan. —Febr.) Kaptn. Aschenborn in Angra Pequena. . 1884 (Mitte Febr.) Di. Jos. Chavanne reist nach dem Kongo zum Zweck der topographischen Aufnahme des Gebiets zwischen Kongo und Kuilu einerseits und der Mündung bis zur Aquatorstation anderseits. 1884 (März) MH. H, Johnston tritt im Auftrage der British -Association eine Reise nach dem Kilima Ndjaro an. 1884 (23. März — 6. August) Kaptn. Hanssens’, Belgiers, Dampferfahrt Kongo aufwärts; Errichtung neuer Posten am rechten Ufer im Gebiete der Bangala und an der Mündung des Aruwimi, dessen wirklicher Name Ubingi ist, während der Name Aruwimi von den anwohnenden Basoko dem Kongo selbst gegeben wird. Auch rekognosziert Hanssens 2 Kongo-Zuflüsse, den Ngala oder Mangala (nach Aussagen der Eingeborenen aus d. Bukumba-See fliessend), und den Mbula oder Bulumba (Stanleys Itanbiri), welcher in die nördlichste Krümmung des Kongo mündet. Den letztern befuhr Hanssens 75 km stromauf. Den Rückweg nahm Hanssens längs des Südufers des Kongo (} 9. Aug.). 1884 (21. Mai) Proklamierung der Republik Zulu-Land. 1884 (Sommer) der amerikan. Marineleutnant Shufeldt durchkreuzt Madagaskar auf einer neuen Route in südwestl. Richtung von Antananarivo aus; nach seiner Ankun‘t an der Südwestküste kreuzt er den Mozambique-Kanal in offenem Boot und erreicht glücklich die portugiesische Kolonie. 1884 (i0. Juni) eine portugiesische Expedition verlässt unter Befehl des Major H. de Cavalho die Stadt Loanda, um vom Muata Jamvo Handelsvorteile zu erreichen. Vom Lundareich gedenkt er seine Reise in südöstlicher Richtung bis Mozambique fortzusetzen. 1884 (Mitte Juni) H. H. Johnston triftt in Kilima Ndjaro ein und schlägt in Uwura (Landschaft Schagga), 5000 Fuss hoch, sein Lager auf. 1884 (5. Juli) das Togoland an der Sklavenküste (von Danoe bis Gum Koff) tritt unter deutschen Senutz. 1884 (12. Juli) der Oranjefluss-Freistaat einverleibt Thaba Nschu, das Temtorium der Barolongstämme. 1883 (31. Juli) Authissung. der deutschen Flagge in Kamerun. 1834 (August) D. D. Veth, niederländ, Ingenieur, beabsichtigt von Benguella aus nach der Boerenkolonie Humpata vorzudringen. 1884 (7. August) das Kanonenboot „Wolf“ (Kapitän von Raven) hisst in Angra Pequena die deutsche Flagge. 1554 (Septbr.) F S. Bianchi wird au der Grenze von Abessinien mit allen Begleitern ermordet. Er hatte sich vom Seketaus, in der Absicht einen direkten Weg von der Ostgrenze Abessiniens nach der Assab-Bai zu finden, am 10. Juli abermals in Bewegung gesetzt, aber nur eine kleinere Karawane mitgenommen, um die Schwierigkeiten der Wasservarsorgung zu verringern. 1884 (Anfangs Oktober) die Kngländer vollziehen die Besetzung Berberas und Seilas von Aden aus. 1884 fi. Hugo Zöller bereist und erforscht das Togo- und Kamerun-Gebiet. 1884 (Ende) Erwerbung der Lucia Bai durch Lüderitz-Bremen. 1884 (Ende) die Franzosen besetzen Sagallo und Tadschurra. 1884 (Ende) der durch seine Jagdtouren im Sudan bekannte J. James beabsichligt im Verein mit einem Mr. Phillips von Berbera zum Webbi vorzudringen. 1884 (Ende) Josef Menges rüstet sich zu einer neuen Reise von Berbera aus ins Somaliland. 1885 (Anfang) Erwerbung des Mahin-Gebiets durch Gaiser-Hamburg. 1885 (2. Jan.) Erwerbung von Kobalı und Kabitai durch Colin Stuttgart. 1885 (27. Februar) die „ostafrikanische Gesellschaft in Deutschland‘ erwirbt die sansibaritischen Hinterländer Usagara, etc. 1885 Iradier und Osorio schliessen für Frankreich mit den Eingeborenen an Muni-Fluss Verträge. 1885 (1.März) f Eduard Spencer Burns, Mitglied der internationalen Afrika-Association, in Leopoldville, auf einer Geschäftsreise nach dem Stanley-Pool. 1885 (Mitte März) Deutschland erwirbt Gebiet an der Ostseeküste zwischen Port Dunford und dem Dschubfluss. 1824 (17. März) 7 P. Pogge in Loanda. 1885 (April) 7 Leutn. Ed. Schultz, Leiter der deutschen Kongo- Expedition (Fortsetzung der Pogge’ schen) und Hans Petersen übernimmt, die Leitung, bricht in Begleitung des Leutn. Tappenbeck über den Stanley-Pool nach dem Koango auf, um in der Stadt Kiomba, die 200 engl. Meilen etwa von der Mündung 7030‘) und auf dem rechten Ufer ca. 1 agereise entfernt liest, mii der andern von Dr. Bütten und Dr. Wolff seführten Expedition, die ihren Weg direkt nach dem Kongo nimmt, zusammenzutreffen. 1885 (April) i Dr. Boehm, der Führer der ostafrikanischen Expedition von Sansibar aus nach dem Moerosee. Sein Gefährte Reichard trat die Rückreise an. 1885 (20. April) F der deutsche Generalkonsul Dr. Nachtigall am Bord des Kanonenbootes „Möwe“ an perniciösem Wechselfieber u. wurde auf Kap Palmas begraben. Afrika ist der verhältnismässig heisseste unter den fünf Erdteilen, Es wird-vom Äquator in zwei ziemlich gleiche Hälften geteilt. Die grössere Masse seines Landes liegt unter der heissen Tropenzone, gehört der gemässigten Zone an. Das Klima des Kontinents ist hiernach im allgemeinen ein tropisches, d. h. sehr feucht und sehr warm zu gleicher Zeit. Indessen wird das Klima der einzelnen Striche des Kontinents natürlich modifiziert je nach ihrer Lage zum Äquator einerseits, änderseits aber mehr noch durch ihre äussere Gestaltung und Erhebung und die mit der Richtung der Winde zusammenhängende Verteilung des Regens. Hieraus erklärt sich der eigentümliche Umstand, dass die heissesten Striche Afrikas nördlich (Senegambien, die abessinischen Küstenlandschaften, Nubien) und südlich (Mozambique) vom Äquator, statt unter ihm liegen. Die zentrale Zone, welche fine zehn Breitengrade umschliesst und durch den Äquator in zwei Gürtel getrennt wird, ist eine Zone perpetuierlichen, sündflutartigen Regens (er fällt zehn Monate des Jahres hindurch); — zu beiden Seiten dieser Zone, nördlich bis zum 16. oder 17. Grade, südlich bis nahe zum 20., erstreckt sich die zweifache Zone der durch den Stand der Sonne bestimmten Sommerregen; dieselben folgen im allgemeinen dem Gang des Gestirnes: wenn dasselbe im Zenith steht, fallen die von dem Feuerball aufsesogenen Dunstmassen unaufhörlich, in Strömen, unter Blitzschlägen, von denen unsere Gewitter nur eine schwache Vorstellung geben, zur Erde nieder. Südlich vom Äquator währt die Regenzeit vom September bis zum Mai; nördlich von ihm vom April bis zum Oktober. In den Bereich der Sommerregen fallen nördlich vom Äquator: Abessinien, der obere Nil, der ganze Sudan und Senegambien; südlich von ihm: der Kongo, das Sambesibecken, die Küste von Mozambique, Sansibar etc. An diese beiden Zonen schliessen sich die dem europäischen Klima ziemlich gleichkommenden beiden Zonen der Winterregen: sie umschliessen die beiden Ausläufer des Kontinents, im Süden das Hottentottenland und die Kapkolonie, im Norden das Atlasgebiet. Geographisch würde die Sahara zu dieser nördlichen Zone gehören; aber „das Klima der Sahara ist“ (wie Rohlfs sagt) „ganz verschieden von allen Klimaten der Welt. Die ausserordentliche Trockenheit der Luft ist nicht etwa die Folge des sterilen Bodens der Sahara, sondern der herrschenden Winde. Im allgemeinen sind Nordwinde vorherrschend. Diese sind nun keine wolkenbringenden Seewinde, sondern der Feuchtigkeit gänzlich beraubt. Wehen ausnahmsweise Westwinde, die vom Atlantischen Ozean Wolken herbeibringen, so ist in den meisten Fällen die strahlende und aufsteigende Hitze derart, dass die Wolken zerstreut werden, ehe es zu hegenbildung kommt“ — so dass also (wie Rohlfs versichert) die Centralsahara einabsolutregenloses Landgebiet: ist. — Die tropischen Regen spielen eine höchst wichtige Rolle im physischen Leben Afrikas; sie nähren die grossen Ströme des Landes und bestimmen das Wachstum derselben. Im Hinblick auf die Gesundheit und Bewohnbarkeit des afrikanischen Kontinents ist es notwendig zu betonen, dass mit Ausschluss der des Wassers ermangelnden Gebiete der Sahara im Norden und der Kalahari im Süden der Unterschied zwischen den verschiedenen afrikanischen Landstrichen weit weniger, wie lange Zeit hindurch angenommen wurde, durch die grössere oder geringere Nühe am Äquator bedingt ist, als vielmehr dureh die ebene oder gebirgige Natur des Landes, durch die höhere oder niedrigere Lage über dem Meeresspiegel. Die flachen, den Küsten benachbarten Striche, vor allem die Mündungsdeltas der grösseren Flüsse (z. B. des Dscholiba und des Sambesi), die einen grossen Teil des Jahres hindurch völlig überschwemmt und ganz bedeckt sind von Lagunen, bilden einen beständigen Ausdünstungsherd, eine wahre Pesthöhle schädlicher Miasmen, gefrässiger Reptile und giftiger Insekten. Diese Orte sind tödlich für den Fremden und in hohem Grade ungesund auch für den Eingeborenen. Die bergigen Strich» dagegen, wie z. B. die Gelände des Kongo, die Bergterrasse des Kaplandes, diverse Hinterländer der Ostküste, dieinneren Thäler des Atlas ete., bieten, sobald der Glutbereich der Küstenstriche überwunden, ein der Temperatur des südl. Europa entsprechendes Klima. Manche Bergländer, wie z. B. Abessinien ‚und die Hochthäler des Atlas, besitzen stellenweise das Klima der Alpen und Nordeuropas. Von allen Klimaten des afrikanischen Kontinents aber ist das südafrikanische Hochland, zwischen Sansibar und dem Kongo, das allergünstigste für den Europäer. In diesen hochgelegenen Flächen, wo die Hitze der Tropen durch die hohe Lage kompensiert wird, liegen zahllose Landstriche, welche sich den herrlichsten von Toskana und der Lombardei ebenbürtig erweisen. Die grösste Mehrheit der Bevölkerung. Afrikas wird von den beiden Hauptrassen (vielleicht den einzigen beiden Urrassen des Kontinents) gebildet: den, den weissen Völkerschaften der alten Welt angehörigen Berbem (im Atlasgebiet: Tripolis, Tunis, Algerien, Marokko, am Mittellauf des Dscholiba, am Senegal und am Atlantischen Ozean), und den die Gebiete zwischen beiden Tropen besetzenden Negern. Zu ihr treten hinzu: 1) die von den Negern durchaus verschiedenen, intellektuell am tief sten von allen afrikanischen Völkern stehenden sogenannten „Zwergvölker* (Akka, Dokko, Obongo, Tikki-Tikki etc.); 2) die Hottentotten, deren (Grebiet im südlichen Afrika ziemlich dreimal so gross ist wie das Deutsche Reich; 3) die Araber, welche, ur sprünglich Fremdlinge in Afrika, ın der älteren Zeit nur durch Handels niederlassungen an der Ostküste Fuss auf dem Kontinent fassten, seit dem 7. Jahrhundert eine so grosse Masse ihrer Stämme über den Norden Afrikas verbreitet haben, das sie dort zur herrschenden Rasse worden sind; 4) die Mischrassen, welche sich im Laufe der Jahrhun derte aus Berbern und Arabern, Ber ' bern und Negern ete. gebildet habe (vergl. den Art. Nigritier); endlich 5) die numerisch zwar verschwindend schwachen, aber in der Entwickelung Afrikas zur Zeit eine wichtige Rolle spielenden europäischen Kolonisten: Türken (in Ägypten, im Sudan und in den afrikanischen Nordländern); Franzosen (Algier, Tunis ete.), Engländer (in Südafrika, Ägypten, an der Westküste und auf den Inseln des Indischen Ozeans), Italiener, Spanier (Marokko), Portugiesen (Ost- und Westküste), Deutsche, Holländer ete.; 6) die auf der Insel Madagaskar und an der Ostküste vertretenen malaıischen Elemente. Bezüglich der Unterweisung im einzelnen vergleiche man die Artikel: Berber, Hottentotten etec., sowie die verschiedenen Länderartikel: Abessinien, Ägypten, Algerien etc. Dr. Schweinfurth, der vorzügliche Kenner Afrikas und seiner Bevölke- ‚rung, zerlegt A. in Rücksicht auf seine Gewerbthätigkeit in drei Kulturringe: der erste, das Gebiet der Feuerwaffen, umfasst die Küstenlandschaften und reicht namentlich im Norden ziemlich tief in das Binnenland. Seine Bewohner stehen in mehr oder weniger regem Handelsverkehr mit Europäern und erhalten von diesen ihre Bedürfnisse. Tiefer im Innern ist der zweite Ring, welchen der europäische Markt durch Vermittelung des Eingeborenenhandels nur noch mit Baumwollenzeugen zur Kleidung der Eingeborenen zu versorgen vermag. Hier regt sich die Industriethätigkeit. Endlich im innersten Zentralkerne des Kontinents breitet sich der dritte, von jeder mittelbaren oder unmittelbaren Berührung mit der europäischen Welt intaktgebliebene Ring aus, dessen BewohnerKleidungaus Rinde erzeugen und Felle gebrauchen. Zwischen dem 2. und 3. Ringe liesse sich noch ein Übergangsgebiet der Glasperlen und Korallen einschieben. Dieses ist zugleich das Hauptgebiet des Sklavenhandels. — Produkte der (ewerbthätiekeit afrikanischer Eingeborenen sind: in erster Reihe Eisenwaren, welche nach den Berichten Schweinfurths und anderer Reisenden hinter den europäischen nicht nachstehen; sodann: Töpferwaren, Wirk- und Flechtwaren, gewebte und gefärbte Zeuge, Schiesspulver(Westafrika), Schnitzereien und Kupferwaren (Ringe zum Schmuck für Frauen). Salz wird durch Auslaugen salzhaltiger Erde oder aus der Asche salzhaltiger Pflanzen gewonnen. — Indessen sagt der obengenannte Forschungsreisende, dass, je grösser die Fortschritte gewesen seien, welche hin und wieder ein afrikanisches Volk in unserer Zeit auf der Bahn der äussern Gesittung gemacht habe, um so geringfügiger sich dessen eigene Produktionskraft gestaltet habe und desto grösser die Abhängigkeit in allen Bedürfnissen eines verfeinerten Lebens von der europäischen Industrie geworden sei, welche sich unaufhaltsam vordränge und jede Konkurrenz ausschliesse. Auch soll durch die europäische Industrie jede Regung des angeborenen Nachahmungstriebes bei den Afrikanern erstickt worden sein. Die mohammedanischen Völker in der Nordhälfte werden immer weniger produktiv an eigenen Erzeugnissen, und den gleichen Einfluss übe die europäische Industrie auch auf die Völker im zweiten (rebiete aus, was namentlich in den Negerstaaten des mittlern Sudan zu erkennen sei, seitdem die Bewohner derselben dem Islam gewonnen seien. Von den Raubtieren sind in Afrika zu Hause: der Löwe, Panther, Leopard, die Hyäne, Zibethkatze und der Schakal. Die drei ersten sind noch immer sehr zahlreich; sie streichen in der Nähe der Quellen, Seeen und Flüsse umher, auf Beute lauernd, die hier zahlreich zur Tränke zieht. Sie nötigen nicht selten die Eingeborenen, ihre Dörfer zu verlassen und neueWohnstättenzusuchen, die ausserhalb ihres Machtbereichs liegen. Die Hyiäne ist weit über Afrika verbreitet; sie nmheult nachts die Dörfer und Städte und lauert oft in den Strassen und um die Hütten und Seribas herum, nach Raub spähend. Die Zibethkatze ist im Norden zu Hause, sie wird ihres Wohlgeruchs halber vielfach gehalten; das Ichneumon, der Vertilger der zahllosen Reptilien und Schlangen, ist in mannigfachen Arten vertreten; Ratten und Mäuse giebt es im Überfluss. Der Elefant durchzieht in grossen Herden (oft von 100, 200 und mehr Stück) die Savannen Zentral- und Südafrikas; seines Elfenbeines wegen wird er eifrig gejagt; man hat berechnet, dass durchschnittlich mindestens 30 000 Elefanten jährlich erlest werden, um den Exportbedarf zu decken; das Durchschnittsgewicht eines Paars Zähne ist 4U bis ol ko; doch erreichen manche Stücke auch ein Gewicht bis zu 200 ke. Strichweise, z. B. im Kaplande, ist der Elefant bereits ausgerottet. Der sonst in dem ganzen Erdkreise vorkommende Bär fehlt der afrikanischen Fauna vollständig. Dagegen ist das: Rhinozeros in verschiedenen Arten vorhanden und weit über Afrika verbreitet; seine Haut dient den Eingeborenen zur Verfertisungihrer Schilde. Der Hippopotamus bevölkert dieSeeen und Flüsse südlich von der Sahara, und Zebra, Quagga und Dachs sind in den meisten der bekannten Gegenden Zentral- und Südafrikas zu Hause. Antilopen und Gazellen bevölkern in zahllosen Arten herdenweise die nämlichen Striche; die Giraffe reicht von den Ufern des Oranje bis an die Südgrenze der grossen Sahara; der Büffel, unter denen der wilde Kapbüffel sich durch sein riesiges Gehörn auszeichnet, bevölkert die Ebenen von Innerafrika. Affen sind in fabelhaften Massen vorhanden, unter ihnen der riesige Gorilla und der Schimpanse in den Wäldern Äquatorial- und Zentralafrikas. Die gelügelten Säugetiere (Fledermäuse) sollen in gleicher Menge vorhanden sein, wie in Asien und Amerika; zu ihnen gehört die Rousette, welche die Grösse eines kleinen Huhns erreicht und den Einseborenen von Madagaskar und Mauritius als eine beliebte Speise gilt. Von den Vögeln Afrikas sind der Strauss (jetzt seit Jahrzehnten seines kostbaren Gefieders halber gezüchtet), der Flamingo, der Papagei, das Guineahuhn und der Ibis die bemerkenswertesten. Eigentümliche Formen bieten die Pisangfresser, die Colis, die Erdnashörner, diverse Fliegenfänger, Honigsauger, Frankolin- und Perlhühner. Geier und Falken sind in zahlreichen Arten vertreten. Unter den Schreitvögeln ist der schlangentötende Sekretär eines der nützlichsten Tiergeschöpfe des Kontinents, Der Ibis, früher der heilige Vogel Ägyptens, kommt jetzt im eigentlichen Ägypten nicht mehr vor, sondern hat sich weiter südwärts gezogen. Von den Reptilien, die in allen drei Familien: Schlangen, Eidechsen und Kröten überreich vertreten sind, sind das Krokodil, die Pythonschlange und das Chamäleon die wichtigsten. Das Krokodil bevölkert den Nil von unterhalb des ersten Kataraktes au bis an die Quellseeen, und gleicherweise alle Flüsse und Seeen im tropischen Afrika. Schlangen bevölkerm alle Wälder Afrikas; viele derselben sind giftig, andere entwickeln eine riesige Körpergrösse; besonders Südafrika und die Tropen sind ihre Domäne. Von den zahlreichen Insekten sind die Moskitos die hässliche Plage der Menschen und Tiere; am gefürchtetsten aber ist die zum Glück auf ge3 .. Engländer graph „Anstalt von“ in Afııka. wisse Striche beschränkte Tsetsefliege, deren Stich den Haustieren tödlich wird; ferner ist Afrika reich an Ameisen, die oft verheerend ganze Landstriche durchziehen, an hügelbauenden Termiten, deren Gefrässigkeit nichts zu widerstehen vermag, an Wanderheuschrecken, der gefürchteten Plage des südafrikanischen Boers, und anderem schädlichen Getier. Unter den Haustieren sind im nördlichen Afrika das Dromedar, „das Schiff der Wüste“, auf dessen Zucht namentlich in Ägypten grosse Sorgfalt verwendet wird, das unentbehrlichste, am obern Nil und bei den Kaffern das Rind, das zu tausenden in den Kraals derselben gehalten wird und dessen Besitz den einzigen Reichtum vieler Stämme bildet, die wichtigsten. Das Pferd ist im Sudan verbreitet: von der edeln Berberrasse bis zu den schwächlichen Exemplaren der Sonrhay im Westen und der Abessinier im Osten; desgleichen der Esel und das Maultier. Schafe, namentlich die Fettschwanzschafe, und Ziegen sind allgemein verbreitet; auch der Hund ist über weite Striche verbreitet. Madagaskar, der grossen Raubtiere, der Dickhäuter und der echten Affen, wie auch der Haustiere entbehrend, ist die Heimat der Halbaffen, der Borstenigel:und der Viverriden und zeigt einen übergrossen Reichtum an Wasservögeln. Auf den Maskarenen herrschen die freilich der Ausrottung entgegengehenden Riesenvögel Dronte und Aphanapteryx. Die Nordküste Afrikas und das Atlasgebiet in ihrer Gesamtheit dürfen als eine Art von Übergangszone betrachtet werden, in welcher sich die Pflanzenwelt Südeuropas mit jener des tropischen Afrika zu der diesen Ländern eigentümlichen Flora vermischt. Hier wachsen der Granat-, Oliven- und der Palmbaum im Überfluss; die zahlreich vertretene Familie der Cistgewächse leiht der lokalen Flora einen bestimmten Charakter; der am Nordhange des Atlas und in Cyrenaika wachsende Sandarach (Oallitris articulata) dient als Bauholz; der Atlas besitzt ein halbes Dutzend Arten der Eiche und diverse Arten der Tanne; in Algerien hat man die Anpflanzung der Baumwolle mit Glück versucht, der Eukalyptus Australiens hat sich akklimatisiert, und in Thipolis und Barkalı bedeckt die Alfa (s. d.) wildwachsend ganze Strecken. Bezüglich des Getreidebaues genügt der Hinweis, dass die afrikanischen Länder der Mittelmeerküste im Altertum die Kornkammer Italiens bildeten. Eine der bemerkenswertesten Eigentümlichkeiten des afrikanischen Kontinentsist der rasche Wechsel höchster Fruchtbarkeit mit absoluter Sterilität. Die Gegenden an den südlichen Hängen des Atlas sind berühmt durch ihren Reichtum an Dattelbäumen, welche hier grosse Wälder bilden und eine wertvolle Einnahmequelie für die Bewohnerschaft bilden. Aber bald vollzieht sich eine totale Veränderung in der Beschaffenheit des Bodens und desKlimas. Sobald man die Zwischenregion deralgerischen Oasen und Sebchas, in denen sich die Mehrzahl der von den Berghängen herniederkommenden periodischen Flüsse verläuft, überschritten hat, wird die Dürre eine so vollständige, dass kein Baum fortzukommen vermag. Man trifit nur mehr ärmliches Gesträuch dort, wo eine vereinzelte Quelle noch eine schwache Vegetation ermöglicht. Streckenweise findet sich ein grobes Gras (Alhagi maurorum), welches als Futter für die Kamele und Dromedare der Karawanenzüge dient. Wenn ein Strichregen diese glühenden Öden erfrischt en vollzieht sich ein überraschendes Schauspiel: der Boden, welcher im Augenblick vorber noch kahl und dürr war, bedeckt sich unelaublich rasch mit einem dichten grünen Teppich, der aber kurze Stunden nachher wieder der früheren Dürre und Kahlheit weicht. Eine weitere Überraschung für den Reisenden in diesen Gegenden, die durch den Kontrast an Wirkung noch gewinnt, ist die herrliche Vegetation der meisten, in der grossen Wüste gelegenen Oasen, in welchen frische Quellen die reichen und blühenden Thäler diverser Bergstöcke bewässern. Die grosse Oase Air z. B., zwischen Ghat und dem Sudan, wurde von Dr. Barth und seinen Begleitern als „die Schweiz der Sahara“ bezeichnet. Die gewöhnlichsten Pflanzen Ägyptens sind: die Lebbach (fälschlich Nilakazie), Tamarinde, der Lotus und Papyrus; mehrere Feigen-, Mandel- und Pfirsichbäume, verschiedene Rindefrüchte- und auch tropische Fruchtbäume. Der Dattelbaum geht nicht über 'Theben hinaus; unterhalb Thebens tritt die Dumpalme (Crucifera thabaica) auf. Von Getreidefrüchten werden in Ägypten Weizen, Durra, Reis, ferner alle Arten Winter- und Sommergetreide gebaut; der Anbau der Baumwollpflanze ist in vorzüglicher Weise gelungen, so dass die Baumwolle jetzt den wichtigsten Ausfuhrartikel des Landes bildet. Die Vegetation des tropischen Afrika ist, trotz der grossen Reisen der letzten Jahrzehnte, noch immer erst in den Küstenländern genau bekannt. Der riesenhafte Baobab (Adansonia) reicht von den Ufern des obern Nils und Kordofan bis an die Ufer des Senegal im Westen und bis zum Ngami-Sei im Süden. Dichte 1 Mangrovebüsche bedecken die Mündungsdeltas der Flüsse, durch ihre tödlichen Miasmen die Annäherung auch dem kühnsten Botaniker. verbietend. Der Butterbaum, der Feigen-, Seidenbaumwollenbaum, die Anone zählen zu den nützlichen Bäumen der Tropenvegetation, den Brotbaum Polynesiens ersetzt in Senegambien der Musanga aus der Familie der Urticeen, dessen Frucht den Geschmack der Wallnuss hat. Die Palmbäume sind hier auf gewisse Gegenden beschränkt; ihre wichtigste Art ist die nur in den Küstenstrichen wachsende Olpalme (Elais). Der Gummibaum (Mimose) wächst von den Ufern des Senegal bis zum obern Nilgebiet. Das vom Golf von Aden bespülte Somalland ist seit alters durch seine wohlriechenden Sträucher, denen es den Namen Regio Cinnamomifera verdankt, im Rufe. Unter den Pflanzenriesen der Westküste nimmt der Wollbaum einen der ersten Plätze ein. Die beiden entgegengesetzten Abhänge des südafrikanischen Hochlandes zeigen eine auffällige Übereinstimmung in ihrer Vegetation; das Zuckerrohr, der Kaffeebaum, die Baumwollstaude (deren Heimat sich bis zum 19." hinzieht) wachsen hier wild; die Charakterpflanze der Kalahari ist die berühmte Welwitschia mirabilis, die sich vom Grundwasser und von den dort reichlichen Tauniederschlägen ernährt; dem Kaplande charakteristisch ist der Reichtum an Saftpflanzen (Aloen, Crassulaceen, Aasspflanzen, baumförmigen Euphorbien). Die wichtigsten Produkte Afrikas aus dem Pflanzenreiche sind: das Sirch-, Sorgum- oder Kafferkorn (Negerhirse), auch Durra genannt, die Hauptbrotfrucht. Ihm zunächst der Dochn (Penicillaria), der Mais, die Dagosa (Bleusine), Weizen und Roggen; Fruchtpflanzen sind: die Banane (in Wäldern nördlich vom Äquator), die Palme (vorwiegend die Kokos- und die Dattelpalme mit ihren herrlichen Früchten, dem „Labsal der Wüstenfahrer*), der Affenbrotbaum (Baobab), die Sykomore, der Schuppenapfel, Orangebaum; in 'Acypten der Weinstock; die Malaguetta- und Aschantipfeffer-Pflanze; der Gewürznägelein-, Zimmet- und Muskatbaum (an der Ostküste); Futtergewächse sind: Klee, Hafer, Alfa, Guineagras; Ölpflanzen: Ricinus, Sesam, Ölbaum, Erdnuss, Nuk, Rindi, der Schia- oder Butterbaum. Gewebestoffe liefern: der Hanf, Lein, die Alfa, Baumwolle, Sencha, Zellenlinde; Farbwaren: der Krapp, die Henna, der Saflor, das Rotholz. Afrika ist sicher in mehreren seiner Länder reich an Edelmetallen. Die Neger Senegambiens, der Goldküste (Bambuk, Bure und Yoruba) und des Kong-Gebirges, die Nigritier von Fasoglo im obern Nilgebiet, die Abessinier und die Eingeborenen verschiedener Landstriche Südafrikas, besonders Sofalas an der Ostküste (die Goldgewinnung betrug in den letzten Jabren hier 51,—5 Mill. Mk.) gewinnen seit undenklichen Zeiten den Goldstaub durch Waschen, nicht durch Graben; derselbe bildet eines der gesuchtesten Mittel des Tauschhandels. Wichtige Goldlager sind in den letzten Jahrzehnten in dem untern Sambesigebiet, weiter südwärts, am ÖOranje- und Vaalfluss, wie auch in Aleier, auch Diamantenlager gefunden worden. Eisen und Kupfer sind häufig verbreitet, und viele Negerstämme, unter ihnen die barbarischsten, verstehen das erste dieser letztgenannten beiden Metalle zu schmieden und zu bearbeiten. Silber wird in Ost- und Westafıika, Blei wird in Algier, Kupfer am Kap, in Ost- und Zentralafrika, in Marokko und Kordofan gefunden. Salz, das an zahlreichen Stellen der grossen Wüste, auch an den östlichen Hängen des abessinischen Hochlandes, und an vielen andern Orten des Kontinents (Angola, Benguela), wie auf Madagaskar, den Kapverden und den Kanarien, gehoben wird, ist ein wichtiges Tauschhandelsobjekt im Sudan. Der Handel folgt im Innern Afrikas den Karawanenstrassen. Dergleichen Strassen sind: von Marokko aus über Tarudant (mit Abzeigungen bis nach Tiris, Adrar und Arguin, sowie anderseits nach Ahasgar und Taudeni), oder von Tidikelt über Assauad durch die Wüste nach Timbuktu ; aus dem Lande der Tuareg über Air nach den Haussastaaten; von Marokko über Udschda nach 'Tlemssen in Algerien; von Trpolis über Fessan und Bilma an den Tschad-See; von Tripolis über Audschila und Kufra nach Wadai; von Dongola am Nil nach Dar Fur; von Alexandrien, Kairo und Assuan über die Ammonsoase, Dschalo, Audschila und Sella nach Tripolis mit südlicher Abzweigung nach Fessan; von Benghasi über Kufra nach Wadai; von Tunis durch die algerische Sahara nach Ghadames. Knotenpunkte des Saharaverkehrs sind in der nördlichen Wüste: Rhat (Ghat), Rhadames, Wargla und Inssalah; von Rhadames ziehen Karıwanen nach Tuat (21 Tagereisen), Timbuktu (60 Tagereisen), Sokoto, Kano (110 Tagereisen); von Wadai über DarFur nach dem Nil; vom Kongo aus ziehen die unter dem Namen „Pombeiros“ bekannten einheimischen, portugiesischen Händler weit nach dem Innern hinein, während von der Ostküste die Araber und Sansibariten mit ihren Waren ihnen entgegenziehen. Englische Waren nehmen hauptsächlich von Marokko, französische Waren von Senegambien aus den Weg nach dem-Innern. Auch vom Kaplande aus dringen Händler nordwärts in das Innere bis zum Sambesi und weiter hinauf; an dem Handel von den Küsten aus sind alle europäischen Nationen vertreten, auch Deutschland bedeutend zunächst an der Westküste (Kamerun, Bata, Biafra, Lagosküste, Damaraküste ete.); an der Ostküste treten auch indische Kaufleute in den Handelskampf ein. Tauschhandel herrscht, in Ermangelung von Geld, in den meisten Gegenden Afrikas. Tauschmittel sind: Baumwollenstoffe, Kupfer und Messingdraht an den Küsten; Salztafeln, Kaurimuscheln, Glasperlen, Goldstaub im Innern. Handelsartikel sind: für das Binnenland der wichtigste Salz, dann Gurunüsse; an den Küsten: Gummi, Soda, Farbe- und Tischlerhölzer, Palmöl; aus dem Innern: Elfenbein, Wachs, Straussenfedern, Diamanten. Inden Verkehrsverhältnissen Afrikas werden die nächsten Jahrzehnte, seitdem Europa so eminent in den Wettkampf um den Handel eingetreten ist, bedeutende Umwälzungen (Kongobahn, Saharabahn, Senegalbahn etc.) vollziehen. Der deutsche Handel ist zur Zeit (1885) durch die folgenden Firmen und Faktoreien in A. vertreten: C, Woermann, Hamburg: a)in Liberia: Cape Mount, Monrovia. Grand Bassa, Fishtown, Sinoe, Kap Palmas, Taboe; b) im deutschen Gebiet an der Biafra-Bai: Bimbia, Kamerun, Malimba, Klein-Batanga, Batta-Bai, Benito; c) auf spanischem Gebiete: Klein-Bloby; d) auf tranzösischem Gebiete: Gabon, Ogowe-Station, Ogulawanja, Sette-Oamma; e) im Kongostaat: Rudolfstadt am Kuilu. Jantzen & Thormählen, Hamburg: Kamerun, Malimba, Klein-Batanga, Batanga, Campofluss, Batta-Bai, Klein-Eloby, Gabon, Ogowe. Gondelt & Gütschow, Hamburg: Klein-Eloby (auf spanischem), Gabon (auf französischem Gebiet), Majumba (im Kongostaat). Röthlisberger & Monnier, Hamburg: Lagos (auf engl. Gebiet). S. Robinow & Son, Hamburg: a) auf portugiesischem Gebiet: Bissao, Bolama;; b) auf deutschem: Dubrecka, Bramiah. C. Gondelt, Hamburg: Quitta, Lome, Deutsch- Weida. Wölber & Brahm, Hamburg: Lome, Bageida, Klein- und Gross-Povo. Witt & Büsch, G. L. Gaiser und Voigt, Schabert & Comp., sämtlich in Hamburg: Porto-Noyvo (auf französischem), Lagos (auf englischem Gebiet). J. D. Bode, Bremen: Quittah (Gold-Friedr. M.. Vietor Söhne, Bremen: a) auf deutschem Gebiet: Lome, Bageida, Rlein- und Gross-Povo; b) auf engl. Gebiet (Goldküste): Danoe, Quittah. F. A. Lüderitz, Bremen: Lagos und Angra Pequena. Chevalier & Co, Stuttgart: Aida, Akusa, Kyong (Gol ldküste; engl. Gebiet). Baseler Missionsgesellschaft (Vertreter G. Bagelmann in Bremen): Akkra; — Norddeutsche Missionsgesellschaft: Quittah. I. Nordküste. A. Nilbecken: 1. Ägypten; die westlichen Oasen Ägyptens. 2. Nubien; ägyptischer Sudan oder eigentliches Nubien; Sennaar; Fasoglo etc.; Taka; Land der Bischarieh und Ababdeh. 3. Abessinien (Amhara, Schoa, Tigre). 4. Das südabessinische Hochland: Enarea, Kaffa etc. 5. Gallaländer; Somalland, Härär; Adel etc. 6. Die Stämme am weissen Nil oberhalb Chartums: Schilluk, Dinka, Bari ete. — B. Mittelmeerküste: 7. Barkah (Oyrenaika); Oase Audjilah ete. 8. Beylat Tripoli mit Fessan. 9. Beylat Tunis. 10. Algerien. 11. Marokko. Il. Nord-Zentralafrika. A. Sahara: 12. Marokkanische, alger., tunis., tripolitan. Sahara. 13. Grosse Wüste: Westsahara (Mauren, Berbern); Zentralsahara (Tuareg); Ghadames, Ghät, Air etc.; Ostsahara (Tibbu, Tibesti). B. Sudan oder Nigritien. 14. .Ostsudan (zwischen dem obern Nil und dem Tschad-See); Kordofan; Dar Fur; Dar Runga; Wadai ete. 15. Zentralsudan (Tschadsee-Gebiet): Bornu; Kanem; Baghirmi, Adamaua etc. 16. Westsudan (Dscholibagebiet): Haussastaaten; die Länder zwischen den Haussastaaten und Timbuktu; Timbuktu; die Länder des obern Dscholiba: Massina, Bambara ete. III. Westküste: 17. Senegambien; Mandingoländer. 18. Sierra Leone. 19. Liberia. 20. Ober - Guinea: Pfefferküste; Zahnküste;, Goldküste (Aschanti); Sklavenküste (Dahomey, Lagos); Joruba; Benin (Mahin); Kamerunküste. 21. Nieder-Guinea: Gabon; Kongostaat, Kabinda etc. 22. Portugiesisch - Afrika: Angola; Benguela. Im Innern die Reiche des Muata Jamvo, des Kasembe, das Marutse-Mambunde-Reich, das Matabele-Reich etc. IV. Südafrika: 23. Damaraland, Hereroland. 24. Gross-Namaqualand. 25. Betschuanenland. 26. Transvaalland. 27, Oranjefluss-Freistaat. 28. Stellaland. 29. Griqualand. 30. Kapland. V, Ostküste: 31. Kaffraria. 32. Natal. 33. Das portugiesische Gebiet am untern Sambesi. 84. Mozambique. 85. Sansibar. VI. Das südafrikanische Hochland: 36. Sambesibecken. 37. Gebiet des Njassa- und des Tanganjika-See (Uniamwesi etc.). VI. Aquatorialzone. 38. Gebiet der grossen Seeen. VIII. Die afrikanischen Inseln: a) im Atlantischen und b) im Indischen Ozean (s. S. 38). Die europäischen Kolonialstaaten haben in A. die folgenden Besitzungen: 1) Grossbritannien (nach den Jahren geordnet): 1672. Handelsfaktoreien an der Goldküste: Cape Coast Castle, Dixcove, Annamabu nebst den vormals niederländischen, neuerer Zeit an England abgetretenen Niederlassungen. 1673. Insel Sankt-Helena. 1805. Kapkolonie. 1808. Sierra Leone. 1810. Insel Mauritius. 1814. Seychellen, Amiranten und ca. 20 Inselchen oder Gruppen solcher im Indischen Ozean: Rodriguez, Saint-Brandon, Diego Garcia, „die sechs Eilande*, die Brüderinseln, die Salomon-Inseln, Perlos Balchos, Legour, George und Roquepiz, Galega, Coetivy, Alphonse-Insel, Providence, Jean de Noue, Saint-Pierre, Saint-Laurent, Alsove, Cosmolin, Assompeion, Sandinseln, Saint- Paul und Amsterdam. Sie liegen, mit Ausnahme von Amsterdam und Saint Paul, in der südlichen Tropenzone. 1815. Ascension. 1821. Niederlassung am Gambia. 1840. Natal. 1861. Lagos. 1871. Erwerbung der niederlindischen Faktoreien an der Guinesküste (Axim, Elmiina, Fort Hollandais etc.). 1879. Kaffraria; Zululand. 1851 u. 82. Neue Erwerbungen zwischen Sierre-Leone und Liberia, 1882. Victoria in der Ambas-Bai. Die Küstenlänge der englischen Besitzungen in Afrika beträgt 3220 km, 2) Spanien: dieKanarischen Inseh und im Golfe von Guinea: die Inseln Fernando Po und Annobom; Handelsniederlassungen an der Guineaküste (Axim und Almina) ;die Presidios Ceuta, El Penon de Velesetc. an der Küste von Marokko (vergl. Presidios); seit 1884 Niederlassungen an der Küste südwärts von Marokko (Ifni). Die Küstenlänge der spanischen Besitzungen in Afrika beträgt 70 km. 3)Frankreich: Algerien (seit 1884 steht auch der Nachbarstaat Tunis unter französischer Oberhoheit) und Senegambien; an der Elfenbeinküste hat Frankreich - seine Besitzungen 1870 zurückgezogen, ohne ’auf seine Hoheitsrechte zu verzichten; an der Küste von Ober-Guinea besitzt es ausserdem noch Porto Novo und Appi oder Kotonu; ferner besitzt es die Inseln: Reunion im Indischen Ozean; Mayotta im Komoren-Archipel; Sainte-Marie, Nossi-Be, Nossi-Cumba, Nossi-Mitsiu und Nossi-Falı sowie die Bali-Bai, Cagembi-Bai und Antombuk -Bai an der Madagaskar Küste; Obokh am Golf von Aden, unfern der Strasse Bab-el - Mandeb; endlich die wichtige Besitzung Gabon an der Westäquatorial-Küste, zu welcher durch die Afrikanische Konferenz (s. d.) noch die Küste bis zum Mschiloango und das grosse Hinterland hinzukam, welches im Süden von der portugiesischen und Kongostaatgrenze und dem Kongo, im Norden von einer dem Äquator parallel von der Corisco-Bai nach Osten gezogenen Linie begrenzt wird. Die Küstenlänge der französischen Besitzungen in Afrika beträgt (ohne Algerien und Tunis) 750 km. 4) Portugal: an der Ostküste: Mozambique, und an der Westküste: Angola, Benguela, Mossamedes. Hierzu die Inseln (sämtlich im Atlantischen Ozean): Madeira, Porto Santo, die Azoren-Gruppe, die Kapverden-Gruppe; im Golf von Guinea: Ilha do Principe und Säo’Thom&; bei Weida das kleine Fort Ajuda; die Bissagos-Inseln; Besitzungen am Rio Grande, Rio Geba, Rio Cacheo und an der Casamance. — Durch die zwischen Portugal und der Kongo-Gesellschaft erfolgte Verständigung erhielt Portugal Gebiet nördlich und . südlich von.der Kongomündung. Auf dem linken Ufer des Kongo zieht sich die Grenze von Westen nach Osten ziemlich auf der Linie des 6. Grades südl. Br. hin. Nach dem Innern zu empfing Portugal das südliche Ufer des Flusses von der Küste an bis Nokki, letzteres eingeschlossen, von Nokki an entfernt sich das portugiesische Gebiet südwärts vom Kongo, immer in der Linie des 6. Grades südlicher Breite, etwa bis zum 17. Grad östl. L. v. Gr. und erreicht damit den Quango, welcher von vornherein bei den Verhandlungen der Kongo-Gesellschaft mit den Mächten als Westgrenze des Kongostaates südwärts vom Kongo angenommen war. Nach den Abmachungen zwischen Frankreich und der Kongogesellschaft zu Brüssel blieb nordwärts von der Kongomündung zwischen dem ISCHlloango und dem untern Kongo ein Stück Land frei; auch von diesem hat man Portugal einen Teil zugesprochen, nämlich von Loanda, an der Mündung des Tschiloango, über Malimba und Kabinda bis Yaba, eine Küstenstrecke von etwa 40 km, sich ebenso weit: nach dem Innern erstreckend; sein Gebiet grenzt also dort an dasjenige Frankreichs. Die Küstenlänge der portugiesischen Besitzungen in Afrika beträgt 3400 kın. 5) Deutschland: Damara- und Namaquaküste mit Angra-Pequena und Bethanien; Kamerun- und Biafraküste; das Mahin-Gebiet; das Togoland; das Kobu- und Kabitailand (in dem südlichern Sumbujo konnte der Vertrag wegen der Thronstreitigkeiten noch nicht ausgeführt werden); endlich die sansibaritischen Hinterländer Usegua, Unguru, Ukami, Usagara. (Mit dem Vali des nördlich von Port Durnford gelegenen Landstriches ist vor kurzem ein Vertrag geschlossen worden, über welchen noch nähere Nachrichten fehlen.) — Lie Küste südlich von Criby (Gross Batanga etc.) bis zu den spanischen Besitzungen an der Corisco-Bai wird von Deutschland beansprucht, ist aber noch bestritten. Am Kongo wurde 1885 von der Association Internationale das am Südufer des Flusses gelegene Gebiet von Noki abgetreten, dessen Grenzen sind aber noch nicht bestimmt. Auf die von Lüderitz an der Ostküste erworbene Lucia- Bai erhebt auch England Ansprüche. Die Küstenlänge der deutschen Besitzungen in Afrika beträgt (obne die Strecke an der Somalküste) 1270 km, nämlich: Angra Pequena mit Damaraland 1050 km, Kamerun 170 km, Sklavenküste 40 km. 6) Italien: Assab - Bai, Massaua, Beilul u. Suakin, Arafali (Adulisbai). 7) Belgien, bezw. die Internationale Afrikanische Gesellschaft: den Kongostaat (s. d.). Der erste Gouverneur, welchen die Regierung des Deutschen Reichesnach Kamerun entsandte, war Freiherr 1 von Soden, früher in der Habana, zuletzt Konsul in St. Petersburg. Alseaae Adlatus wurde ihm Referendar von Puttkamer beigegeben. Zum Gouverneurvon Angra Pequena wurde Landrichter Göhring aus Metz, zum Gouverneur von Togo Assessor Falkenthal ernannt. Das deutsche Reich besass 1885 in A. die folgenden Konsulate. Generalkonsulate: an der Ostküste! Sansibar (Gerhard Rohlts); in Ägypten: Alexandrien; in Tunis-Stadt und in Tanger (Marokko). Konsulate: an der Ostküste Mozambique, Lourenco-Marques, d’Urban (Natalland). In Südafrika: Port Elisabeth (Kapland); Kimberley u. Bloemfontein. _ "Auf der Insel Madagaskar: Tamatawe; — An der Westküste: Kapstadt; San Paolo de Loanda (Angola); Gabon; Lagos (Goldküste); Lome (Togoland); Monrovia (Liberia); Freetown; auf der Insel St. Helena; auf den Kapverden-Inseln: Hha do Sal und San Vincente; auf den Kanarischen Inseln: Santa Cruz und Funchal; auf den Azoren: San Miguel, Fayol und Terceira; in den Barbaresken-Staaten: Rabat (Marokko) und Algier (Stadt); in Ägypten: Kairo, Damiette und Port Said. Vizekonsulate: King William Town und Port Alfred (Ostküste vom Kapland); Simonstown (Westküste vom Kapland); auf der Kanarischen Insel las Palmas; in Mogador, Laraische und Masagan (Marokko); in Goletta (Tunis); in Sfaks und Tripoli (Tripolitanien); in Suez und Chartum (Ägypten). Konsularagenturen: Mosselbay (Ostküste des Kaplandes'; auf der Azoreninsel Graciosa; in Siut, Kenneh und Luksor (Ägypten).





