Bonbons, in einfachster Gestalt viereckige Zuckerplätzchen, deren Geschmack durch Zusätze von ätherischen Oelen und Fruchtsäften mannigfach variirt wird, und die nach diesen Zusätzen besondere Beinamen, als Vanille-, Citronen-, Zwiebel-Bonbons u. s. w., erhalten. In der Form stimmen mit diesen gewöhnlichen Bonbons überein die Gummi-Bonbons, die in der Regel 337 Gummi, und die Brust- oder Malzbonbons, die 80—84% Malzzucker enthalten. Die Fruchtbonbons dagegen ahmen die Gestalt von Früchten nach und sind mit dem entsprechenden Fruchteréme gefüllt. Zur Rococozeit spielte die Bonbonnière, d. h. die Bonbonsdose oder Bonbonsschachtel, in Damenkreisen dieselbe Rolle wie unter den Herren die Tabatière: die Bonbons waren der Schnupftabak der Damen. Gegenwärtig spielt die Bonbonnidre bei den Damen fast nur noch im Theater und bei sonstigen feierlichen Gelegenheiten, wie Geburtstag⸗, Namenstagfeier und als „Vielliebchen“ eine Rolle. Aber gleichwohl sind die prädestinirten Bonbonsvertilger, die Kinder, bei Weitem nicht die Hauptconsumenten, was sehr für den guten Magen unserer Schönen spricht, da Süßigkeiten leicht im Uebermaß genossen werden, und dann der Magensaft der gewaltigen Zuckereinfuhr nicht ohne Weiteres Herr zu werden vermag. Die Fabrication der Bonbons, die in Frankreich ihre Heimat hat, ist jetzt allenthalben zu Hause, eines außergewöhnlichen europäischen Rufes aber erfreuen sich zur Zeit die Schweizer Caramellen der Firma J. Klaus in Locle (Kanton Neuenburg).