FeedBrombeeren
PflanzenreichAppetit-Lexikon 1894

Brombeeren, die saftigen, weinsäuerlichen, schwarzen Früchte des in 5 oder 6 Spielarten über ganz Europa verbreiteten Brombeerstrauches, fanden zwar schon zur Zeit des Hippokrates (um 400 v. Chr.) in der Mediein Verwendung und sind zu allen Zeiten von den Erwachsenen gelegentlich, von den Kindern geflissentlich gesucht und gegessen worden, erlangten aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts Eingang in die europäische Küche und die europäischen Obstgärten. In Spanien, wo die treffliche Traubenbrombeere massenhaft als Heckenstrauch angepflanzt wird, macht man sogar noch heutigen Tages in der Küche und auf der Tafel keinen Gebrauch von den zolllangen, in dichten Trauben von 20—25 em Länge beisammenstehenden Früchten, sondern überläßt sie den Kindern, den Zigeunern und den Vögeln. Der Anbau im Großen begann um 1850 zuerst im Staate New-York und 1854 wurden bereits für 30 000 Dollars Brombeeren auf dem New-YVorker Obstmarkte umgesetzt. In Deutschland befaßte sich zuerst, und zwar gleichfalls seit 1850, der Hofgärtner Mäurer in Jena mit der Brombeerzucht, doch ist hier wie in Oesterreich der Anbau immer noch ein sehr beschränkter. Wie alles Beerenobst, dient die Brombeere vornehmlich zur Bereitung von Compots und Fruchteonserven, während der Saft mit Wasser einen erquickenden Kühltrank liefert, der in der Regel als „Himbeerlimonade“ bezeichnet wird und sich allerdings kaum von dieser unterscheiden läßt.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 64Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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