FeedBüffel
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Büffel, ein achtbarer Angehöriger der Familie Bos genannt Rindvieh, der in den Niederungen Indiens daheim ist, aber schon frühzeitig in die Länder am Kaspischen Meere und dann mit den Scharen Attilas in die ungarische Tiefebene gelangte, von woher ihn der Longobardenkönig Agilulf im Jahre 596 nach den Sumpfdistrieten Italiens verpflanzte. Der Büffel befaßt sich nicht nur ohne Widerwillen mit den anstrengendsten Kopfarbeiten, sondern liefert auch, wenn er eine Kuh ist, eine äußerst fetthaltige, nahrhafte Milch und im zarten Alter bis zu drei Jahren einen ganz schmackhaften Braten. Später nimmt das Fleisch einen leichten Moschusgeruch an und wird leidlich zähe, so daß nur die Salamiwurstler dafür Verwendung haben. In der Schweigsamkeit wetteifert der Büffel mit dem großen Strategen Moltke, sein sorglich geschontes Sprachorgan liefert daher einen wirklich schätzenswerthen Bissen, der in der Türkei als geräucherte Büffelzunge nach Verdienst gewürdigt wird. Die vorzüglichsten Büffelzungen kommen aus Adrianopel.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 75Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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