FeedCitronenöl
NaturlehreAppetit-Lexikon 1894

Citronenöl oder Cedroöl wird durch Auspressen der äußersten Schichten der Citronenschale gewonnen und wie das feinere, durch Destillation ausgezogene Citronenblüthenöl bei Bereitung feiner Liqueure und Confitüren verwendet. Eitronensäure, ein treffliches, 1784 von Scheele hergestelltes Präparat, das zur See gegen den Scorbut und zu Lande gegen den Aerger über schlechten Citronensaft schützt. Der Citronensaft, der in großen Mengen in der Türkei, Italien, Sicilien, Toulon, Marseille und Westindien hergestellt wird, hat nämlich, wenn beim Auspressen der Citronen auch die Kerne zerquetscht wurden, einen unangenehm bittern Geschmack und ist mit dieser unliebsamen Beigabe in der Küche absolut nicht zu gebrauchen. Die Citronensäure, die durch eine Reihe einfacher chemischer Processe in wasserhellen Krystallen aus dem gelblichen, wohlriechenden Safte abgeschieden wird, ist daher ein sehr willkommener Ersatz für diesen — freilich kein an sich vollständiger, denn es bedarf, nachdem 1 Theil Säure in 15 Theilen Wasser gelöst worden, noch einer kleinen Beigabe von Citronenöl, um der Lösung auch das Aroma des Saftes zu verleihen. In dieser Form aber füllt sie die Stelle des Saftes bei der Bereitung säuerlicher Getränke und Speisen mit vollkommenstem Erfolge aus.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 115Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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