FeedCitronenöl
NaturlehreBrockhaus 1882

Citronenöl, Cedroöl, Oleum Citri, das in der Fruchtschale der Citrone in großen Oldrüsen aufgespeicherte ätherische Ol, dem die Citrone ihr Aroma und ihren Geruch verdankt. Dasselbe wird vorzugsweise im südl. Italien gewonnen, indem die reifen Früchte in einem Blechtrichter, dessen Seitenwände reibeisenartig aufgehauen sind, rasch im Kreise umherbewegt werden, wobei sie unter Zerreißung der Schale entschält werden. Die geschälten Früchte dienen zur Gewinnung des Citronensaftes. Die zerrissene Schalenmasse liefert beim Auspressen das Ol als eine dicklich schleimige, emulsionsähnliche Flüssigkeit, aus der sich das Ol beim Stehen an der Oberfläche abscheidet, dasselbe wird in dieser Form gewöhnlich in den Handel gebracht, dann aber durch Dampfdestillation rektifiziert. Das C. ist gelb gefärbt, nach der Rektifikation farblos, von angenehmem, aromatischem Geruch, starkem Lichtbrechungsvermögen, lenkt die Ebene des polarisierten Lichtstrahls nach rechts ab. Es 0 gleiche Zusammensetzung wie das Terpentinöl C10 HI6. Der Luft und dem Licht ausgesetzt färbt es sich dunkelgelb, wird dickflüssig, sauer und scheidet festen Citronenkampfer oder Citropten (10H1s0, ab. Salzsäuregas absorbiert es in reichlicher Menge und geht damit eine krystallierte Verbindung 610 III: 2HCl ein. Es findet Verwendung namentlich in der Parfümerie, in der Pharmacie dient es als Geschmackskorrigens. Der Citronenzucker oder Citronen-Olzucker der Apotheken, Elaeosaccharum Citri, wird durch Verreibung des Ols mit Zucker (lein Tropfen auf 2 g) dargestellt. Citronensaft. Der durch Auspressen aus den, behufs der Olgewinnung entschälten Citronen gewonnene Saft wird im südl. Italien, auf Sicilien, Jamaica, in aus Blei angefertigten Kesseln aufgekocht, geklärt und in stark geschwefelten Fässern exportiert. Der von Jamaica kommende Saft ist am reinsten und konzentriertesten, der von Palermo gilt im Handel als der schlechteste. Er ist in diesem Zustande das akanma für die Bereitung der Citronensäure, kann auch für alle sonstigen Zwecke, denen die Citronensäure dient, verwendet werden, z. B. als antiskorbutisches Mittel auf Seereisen, in der Kattundruckerei u. s. w. Zum medizinischen Gebrauch ist jedoch die reine Säure vorzuziehen, da der Saft, in angebrochenen Gefäßen aufbewahrt, durch Schimmel- und Pilzvegetationen leicht verdirbt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 418Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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