Dill nennt sich ein stattliches, meterhohes Würzkraut mit bläulich bereiftem Stengel, fein gefiederten Blättern und großer, dreißig⸗ bis fünfzigstrahliger Doldenblüthe, das als Zierpflanze gelten würde, wenn es kein Küchenkraut wäre. Die ganze Pflanze riecht und schmeckt stark fenchelartig. Man gebraucht daher die frischen Blätter zerschnitten als Suppen- und Sauerkraut⸗, ausnahmsweise wohl auch als Fleischgewürz, zur Bereitung einer vorzüglichen Sauee, vor allem aber die grünen Dolden mit dem halbreifen Samen beim Einlegen der sauern Gurken, deren Geschmack wesentlich von der Frische des verwendeten Dills abhängt. Die Pflanze ist in Südeuropa einheimisch, gelangte aber, wie ihr deutscher Name bezeugt, schon frühzeitig nach Deutschland und zu weiter Verbreitung. Erwähnt wird sie zuerst in der Wirthschaftsordnung Karl des Großen (um 800); in England dagegen begann ihr Anbau erst 1560 aus spanischem Samen. Gegenwärtig wird sie in den deutschen Gärten weniger cultivirt, als sie sich vielmehr wie der Boretsch selber auspflanzt. Die Römer schmückten sich bei ihren Festmahlen bisweilen mit Dillkränzen und hielten den Dill für ein ausgezeichnetes Mittel gegen die Narrheit.