Fenchel, die bekannte dillähnliche Doldenpflanze des Mittelmeergebiets, die spätestens durch Karl den Großen nach Deutschland kam, wird jetzt allenthalben in den Hausgärten und in einzelnen Landschaften, namentlich in Thüringen, in Mähren und in der Bukowina, auch im Großen eultivirt. Die halbreifen Dolden dienen wie der Dill zum Einmachen des Sauerkrauts und der Gurken, die reifen Samen wie der Anis als Gewürz zu Speisen und Backwerken; auch stellt man ein trockenes Confeet daraus her und gewinnt daraus das Fenchelöl, das in der Liqueurfabrication eine Rolle spielt. Im alten Rom wurden die jungen Stengel, mit Essig und Salz eingelegt, als Eingemachtes verzehrt, und noch heute nehmen die Italiener die frischen Dolden zum Salat oder verspeisen sie roh mit Pfeffer und Salz zum Nachtisch. Unter den verschiedenen Sorten gilt die längere, hellgelbe italienische Frucht für die beste, in der Küche indessen legt man darauf wenig Gewicht, denn im Ganzen ist der Fenchel weit mehr ein Arznei- als ein eigentliches Küchenkraut.