Gries, als Mühlenproduet das Mittel zwischen Mehl und Graupen, d. h. gröber als jenes und feiner als diese, wird aus Weizen, Reis oder Mais, weniger häufig aus Gerste oder Buchweizen hergestellt und liefert die Substanz mannigfacher und vortrefflicher Puddings und Breie, z. B. der italienischen Polenta. Im 18. Jahrhundert und noch im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts übertraf der Wiener Gries aus bestem Weizen alle seine Concurrenten, so daß man noch heute die beste Sorte ohne Rücksicht auf ihre Herkunft mit diesem Namen zu bezeichnen pflegt. Nochmals gemahlen und gebeutelt gibt der Gries das Griesmehl, die edelste und beste aller Mehlarten, die daher sowohl in der Bäckerei wie in der Küche eine hervorragende Rolle spielt. Steifer Griesbrei in Milch, mit Zucker oder mit einer Mischung aus Zucker und zerstoßenem Zimmt bestreut, ist ein äußerst einfaches Gericht, aber ohne Frage die reinschmeckendste aller Milchspeisen, über welche die Küche des 19. Jahrhunderts gebietet.