Hermitage (zu deutsch Einsiedelei oder Klause) heißt das wenig umfangreiche, aber klassische Rebland des Städtchens Tain an der Rhone, das zu einem Theile bereits 1225 von einem deutschen Ritter von Starhemberg, zum andern seit 1309 von den Bernhardinern der Abtei Tain mit Reben besetzt ward und in drei terrassenförmig aufsteigenden Regionen, dem „Sande“ (le greflieux), dem „Mittelstück“ ((e méal) und dem „Vogelgesang“ (la chantalonette), der obersten und besten, rothe wie weiße Gewächse erster Klasse liefert. Die einzelnen Lagen, im Bordelais Crus, in Burgund Clos genannt, heißen im Hermitage Mas. Der weiße Hermitage ist der dritte in der Reihe der weißen Hochgewächse Frankreichs, durch Feuer, Würze und köstlichen Grundgeschmack ausgezeichnet und steht dem Yquem und dem Mont-Rachet würdig, in seiner vorzüglichsten Sorte, dem Mas Raucoule, sogar ebenbürtig zur Seite. In Oesterreich wird er bisweilen unter dem weißen Burgunder aufgeführt, aber natürlich immer theurer notirt als dieser. Der rothe Hermitage thut sich durch schöne Farbe, Markigkeit, Gehalt und Parfüm hervor, ist aber im Auslande weit weniger bekannt als der weiße. Die besten Sorten sind Mas Méal, Mas Greffieux und Mas Beaume.