FeedHonigkuchen
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Honigkuchen, Pfefferkuchen, Gewürzkuchen oder Lebkuchen, in der Schweiz Leckerli, werden in verschiedener Gestalt und Zusammensetzung fast aller Orten, und zwar im Wesentlichen aus stark mit Gewürz versetztem und mit Honig (betrugsweise auch mit Syrup) versüßtem Teig hergestellt und gehören, nota bene wenn sie gut sind, zu den schmackhaftesten Dessertgebäcken und Weinnäschereien. Weit berühmt sind und waren von jeher die Nürnberger Lebkuchen, von denen schon der alte Vielwisser Wagenseil um 1690 versichert: „Beim Anblick der Honigkuchen, die in Nürnberg gebacken werden, läuft allen Feinschmeckern das Wasser im Munde zusammen“. Im 19. Jahrhundert erfreuen sich neben den Nürnbergern namentlich die Basler Leckerli eines großen und berechtigten Rufes, so daß sie sogar in den englischen Bisquitfabriken imitirt werden. Außerdem liefern aber auch Breslau, Erlangen und im Norden Thorn vortreffliche Waare, während die Städte Braunschweig und Halle a. d. Saale mehr in jenen großen, 5—7 em dicken Honigkuchenlaiben glänzen, die nicht stückweis, sondern nach dem Gewicht verkauft und zu Saucen, Ragouts re. verwendet werden.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 236Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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