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Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Meth (vom slavischen Worte med für Honig), das aus Wasser und Honig bereitete gegohrene Getränk der Biervölker vor der Erfindung des Bieres und der Einführung des Weinbaus, riecht in guter Qualität nur schwach nach Honig, hat eine mehr oder weniger dunkelbraune Farbe und schmeckt bittersüß mit einem recht angenehmen Stich ins Aromatische, der von einem kleinen Zusatze von Hopfen und Gewürz herrührt. In dieser Qualität ist der Meth ein ganz löblicher Durststiller — mehr aber nicht, wenigstens lassen sich Räusche von der Gründlichkeit und Tiefe, die man den alten Germanen nachrühmt, auf keinen Fall damit erzeugen. Die biedern Bärenhäuter werden also wohl mit Bilsenkrautsamen und dergleichen lieblichen Dingen nachgeholfen haben. Heute ist der Meth in Oesterreich und Deutschland eine Mythe; nur in München soll sich noch eine Methkneipe befinden, und in Wien hat sich das altberühmte „süße Löchel“ im Mariengäßchen als Methausschank erhalten. Als Haustrank kommt der Meth aber noch in Polen, den russischen Ostseeprovinzen und in Westrußland, sowie in der Grafschaft Sussex im südlichen England vor.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 348Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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