Pfefferminze, in Oesterreich auch Prominzen, die wegen ihres Oelgehalts hervorstechendste Vertreterin der Lippenblüthler-Familie Minze, war vielleicht bereits den Griechen bekannt, da sie in Griechenland wild vorkommt, wurde jedoch erst um 1675 in England aufgefunden und zuerst 1696 durch den Botaniker John Ray beschrieben und als Arzneimittel empfohlen. In Süddeutschland kam sie seit 1780 hauptsächlich durch eine Schrift des Erlanger Professors Knigge in Aufnahme und hat dort die Gevatterin Krauseminze gänzlich verdrängt, während ihr das in Norddeutschland bisher noch nicht gelungen ist. Im Orient und in Griechenland ist das Pfefferminzkraut frisch und getrocknet als Gewürz besonders an Artischocken beliebt, wie in England am Braten, namentlich aber dient es zur Gewinnung des aromatischen, gelblichen Pfefferminzöls, mit welchem nicht nur die ebenso angenehmen wie gesunden Pfefferminzplätzchen sondern auch der treffliche Pfefferminz-Liqueur hergestellt wird, eine wasserhelle, farblose Herzstärkung von ganz ausgeprägtem Geruch, deren Genuß eine angenehm kühlende Empfindung im Munde zurückläßt und vom Magen als wahre Balsamspende aufgenommen wird.