Raute, Garten⸗, Weide⸗ oder Kreuzraute, die bekannte ausdauernde Staude mit grünlichgelben Blüten und eigenartig widerwärtigem Geruch, ist im Mittelmeergebiet daheim, wurde aber schon von Karl dem Großen nach Deutschland verpflanzt und hier bis in's 17. Jahrhundert hinein nicht bloß als Arzneipflanze, sondern auch, wie schon bei den Römern, sowohl frisch wie getrocknet als Gewürz verwendet. In Oesterreich scheint man schon frühzeitig von ihrer Verwendung in der Küche abgekommen zu sein, denn Hohberg nennt sie nur als Arznei- und Ziergewächs. In Norddeutschland dagegen führen noch Rumohr (1832) und Vaerst (1850) sie als Gewürz- und als Salatpflanze auf, während heut zu Tage allerdings auch dort höchstens diejenigen sich zu einem Butterbrot mit gehackter Raute oder zu einem mit Raute gewürzten Kräutersalat bequemen, denen der Arzt diese Kasteiung auferlegt oder die von Haus aus mit einem Stockschnupfen auf Lebenszeit begnadet sind.