FeedSchiffszwieback
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Schiffszwieback, im 17. und 18. Jahrhundert grober Zwieback genannt, wurde damals und noch im ersten Drittel des 19. Säculums vorzugsweise aus Roggenmehl hergestellt, indem man den Teig möglichst scharf durchbuk, dann zerschnitt und die Stücke von Neuem im Backofen röstete. Jetzt bereitet man ihn aus ungesäuertem Weizenteig mit möglichst wenig Wasser, indem man dünne, rechteckige Tafeln formt, dieselben auch wohl, um das Austrocknen zu befördern, mit Löchern versieht und dann in Zinnschüsseln knochendürr bäckt. Dieser Schiffszwieback hält sich, vor Nässe bewahrt, Jahre lang und stellt, da er mehr Nährstoff enthält als die gleiche Gewichtsmenge Brot, eine ganz zweckmäßige Nahrung dar — nur muß er vor dem Gebrauch im Wasser aufgeweicht werden. Deutschland führt davon rund 10.000 g jährlich aus.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 493Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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