FeedScholle
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Scholle, Maischolle oder Goldbutt, die nächste Blutsfreundin der Flunder und der Kliesche, bewohnt vorzugsweise die Nordsee, kommt aber auch im Mittelmeere vor und wurde unter der Bezeichnung Platteise schon im 16. Jahrhundert von Triest aus in frischem Zustand für die kaiserliche Küche nach Wien geschickt. Die Scholle erreicht bei einer Durchschnittslänge von 60 em ein Gewicht von 6—7 kg, ist wie alle Flachfische ungemein haltbar, daher für den Versandt geeignet und zeichnet sich durch zartes und wohlschmeckendes Fleisch aus. Die jüngern und kleinern Exemplare werden gern gebacken aufgetischt, die ältern kommen meist geräuchert in den Handel und werden wie die Flundern verwerthet. In Wien ist die frische Scholle zur Zeit unbekannt und man belegt statt ihrer den erhabenen Steinbutt mit diesem Namen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 503Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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