Stärkemehl, Satzmehl, Kraftmehl oder kurzweg Stärke, einer der im Pflanzenreiche häufigsten Stoffe, da es u. a. den Hauptbestandtheil der Getreidekörner, des Markes gewisser Palmen und der Knollen oder Wurzelstöcke zahlreicher Phanerogamen ausmacht, gehört gleich dem Fett zu den stickstofflosen Substanzen; setzt sich beim Kauen unter dem Einfluß des Speichels und der Magensäfte in Dextrin und Zucker um und dient dem Organismus als Respirations- und Oxidationsmittel, wird aber auch zum Theil in Fett übergeführt und befördert daher auch den Fettansatz im Körper. Man gewinnt es, indem man die stärkehaltigen Pflanzentheile möglichst zerstückt und dann mit Wasser schlämmt, wobei das Amylum sich auf dem Grunde absetzt (daher „Satzmehl“). Reines Stärkemehl erscheint als geruch- und geschmackloses Pulver von glänzend weißer Farbe; in dieser Reinheit läßt es sich jedoch in vielen Fällen nur mittelst umständlicher Operationen herstellen, und nicht wenige Stärkemehle zeigen daher einen ausgeprägten Beigeschmack. Zur Verwendung als Nahrungsmittel eignen sich selbstverständlich nur solche Arten, die gar keinen oder einen angenehmen Geschmack besitzen, und das siud im Wesentlichen: das Arrowrost, der Sago, die Tapioca, das Ma nioe und im gewissen Sinn auch die stickstoffhaltige Semolina, ein Mahlproduct aus bestem, härtestem Weizen, das in Spanien, Süditalien und Südrußland hergestellt und dort zur Breibereitung, in Frankreich aber zum Kuchenbacken, in England zu Puddings und in Algier zur Bereitung des Kukusu benutzt wird, eines ziemlich complicirten Nationalgerichts, dessen Hauptbestandtheile neben der Semolina allerlei Gemüse, Geflügelfleisch und Butter bilden, und das ebenso gut schmeckt, wie es schwierig zusammenzusetzen ist.