Amyloid (d. h. dem Amylum oder Stärkemehl ähnlich) ist eine von Virchow in die pathol. Anatomie eingeführte Bezeichnung für das Charakteristische einer eigentümlichen Substanz, die sich in Form von mikroskopisch wahrnehmbaren sog. amyloiden Körperchen oder Zellen beim krankhaften Vorgange der Speck-Entartung (auch A.⸗Entartung genannt) in das Gewebe der Milz, Leber, Niere und anderer Organe einlagert. Diese amyloide, die umliegenden Gewebe nach und nach zum Schwund bringende Substanz ist mattglänzend, durchscheinend und erhielt den Namen Anlir wie das besonders deshalb, weil sie sich, ähnlich wie das Amylum, durch Jodlösung eigentümlich rot, durch Schwefelsäure violett oder blau färbt. Die amyloide Entartung der Organe entsteht gewöhnlich infolge von langdauernden Knocheneiterungen, syphilitischen Verschwärungen oder chronischer Lungentuberkulose und führt in der Regel rasch zu allgemeiner Blutarmut, Albuminurie und Wassersucht. Amhlon oder Amylum, s. Stärkemehl.