FeedSteinhuhn
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Steinhuhn, ein feldhuhnähnlicher, aber größerer Vogel mit glänzendrothem Schnabel und blaßrothen Beinen, während im Gefieder Aschgrau mit einem röthlichen Anflug vorherrscht; war im 16. Jahrhundert noch in den Bergzügen längs des Rheins, z. B. St. Goar, zu finden, kommt aber jetzt nur noch im Alpengebiet (Schweiz, Oberbaiern und Tirol), im Küstenland, in Italien, in Griechenland nebst den anliegenden Inseln und in Asien ostwärts bis nach Südchina vor. „Das Steinhuhn“, sagt Grimod, „verhält sich zum gemeinen Rebhuhn wie der Cardinal zum Bischof“, d. h. es liefert im Wesentlichen dieselben köstlichen Schüsseln, aber diese Schüsseln haben den Vorzug der Seltenheit und verdienen daher mit mehr als alltäglicher Andacht verzehrt zu werden. Tirol und das Küstenland versorgen die österreichische Küche mit 3000—3500 Steinhühnern jährlich. Ebenso delicat, aber in Westeuropa weniger selten ist das gleich große Rothhuhn, das Südfrankreich, Spanien und Portugal nebst den zugehörigen Inseln bewohnt und seit etwa 1780 auch nach England verpflanzt worden ist. Beim Rothhuhn herrscht auch im Gefieder die rothe Farbe vor, namentlich aber prangen die Beine im schönsten Carmin.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 523Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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