FeedSternanis oder Badian
HimmelskundeAppetit-Lexikon 1894

Sternanis oder Badian, die braunen, aus acht in Rosettenform um eine Mittelsäule gruppirten Fruchtblättern zusammengesetzte und ebenso viele apfelkernähnliche Samen umschließende Sammelfrucht des südchinesischen Anisbaums, enthält neben 5·85 Fett rund 4¾ 7, eines ätherischen Oels, erinnert im Geruch an Anis und Fenchel und schmeckt angenehm gewürzhaft, wird aber nur selten als Speisegewürz, sondern zumeist in der Liqueurfabrication und Parfümerie verwendet. Im 18. Jahrhundert würzte und parfümirte man damit den Kaffee! In China war der Sternanis mindestens schon vor 1127 als Gewürz bekannt, nach Europa aber kamer zuerst 1588 durch den Weltumsegler Sir Thomas Cavendiff, der ihn von den Philippinnen mit nach London brachte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verwandte man ihn in Rußland und in Holland bereits bei Bereitung des Thees und des Sorbets. In Deutschland kommt er zum ersten Mal in der Apotheker-Taxe des Fürstenthums Anhalt-Zerbst vom Jahre 1726 vor. Der Jahresconsum beläuft sich in Oesterreich auf etwa 110—120, in Deutschland auf 200—220 g.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 526Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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