FeedSpinat
PflanzenreichAppetit-Lexikon 1894

Spinat, in Südwestdeutschland auch Binetsch, eine einjährige Staude aus der nähern Verwandtschaft der Gartenmelde, gelangte aus ihrer persischen Heimat wahrscheinlich erst in nachchristlicher Zeit einerseits nach Indien und China und andererseits durch die Araber nach Spanien und Italien, von wo aus sie etwa zu Anfang des 14. Jahrhunderts (1305) nach Frankreich, später nach Deutschland, 1525 nach Mexico und 1568 über Holland nach England kam und allmälig überall die Melde als Gemüsepflanze aus dem Felde schlug. Bei 3½9/ Stickstoffgehalt nicht ganz ohne Nährwerth, dabei leicht verdaulich, von angenehmem Geschmack und neun Monate im Jahre marktgängig, bildet der Spinat eines unserer besten Wintergemüse, das freilich mit größter Sorgfalt und vielem Fett behandelt, auch wohl mit Brunnenkresse, Sauerampfer oder Schnittlauch geschärft werden muß, wenn es Eindruck machen soll. Man gibt ihn als Gemüse „mit Ochsenaugen“ (d. h. mit gebackenen Eiern), mit gerösteten Semmelschnitten oder mit gebratenen Kartoffeln, man stellt mit Estdragon, Sauerampfer und Petersilie eine Feinkräutersauce aus ihm her und bereitet endlich daraus die sogenannte Spinatbutter, die als Färbemittel für Saucen, Aspies, Suppen, Gemüse u. s. w. ausgezeichnete Dienste thut.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 518Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

In anderen Lexika 2

Alle Lexika nebeneinander →

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6