Wassernuß, eine merkwürdige Wasserpflanze aus dem Geschlecht der Myrtenblüthen, bewohnt Seen und Sümpfe Sibiriens, der Kaukasusregion und des gemäßigten Europa's von Norditalien bis Dänemark, fehlt aber auf den Inseln des Mittelmeers und in Großbritannien, und verliert auch auf dem Continent trotz mannigfacher Schutz- und Culturversuche immer mehr Terrain. Häufig ist sie nur noch im preußischen Oberschlesien (Breslau), in Anhalt (Dessau, Zerbst) und in einigen Gegenden Frankreichs. Die Früchte, Wassernüsse, Wasserkastanien, Spitznüsse, Stachelnüsse, Jesuitenmützen oder Traben, in Niederösterreich Hirschgrandeln genannt, erscheinen als 3 em hohe, 4 em breite, unreif grün, später dunkelbraun bis schwarz gefärbte und mit vier Dornen bewaffnete Nüsse, die einen herzförmigen, weißen, mehligen Kern einschließen, dessen annähernden Kastaniengeschmack schon die Pfahlbauern der Schweiz zu schätzen wußten. Diese Kerne bilden noch heute roh oder gesotten oder geröstet mit Butter oder Speck eine Leckerei des gemeinen Mannes und der Kinder in den Landstrichen, wo die Pflanze sich noch findet. Der Handel mit den Nüssen aber hat vollständig aufgehört, nur in Breslau findet man si noch ab und zu auf dem Markte.