FeedReiß
Haus & KücheFrauenzimmer-Lexicon 1715

Reiß, Oryza, Ris, ist eine sehr nützliche Frucht, die aus Indien und Türckey über Welschland und zur See durch die Holländer zu uns gebracht wird. Er giebt eine wohlschmeckende, nährende und das Geblüt vermehrende Speise ab, die zwar etwas stopffet, zu denen Bauch-Flüssen aber nicht undienlich ist, dahero man erst in der Milch, darinne der Reiß soll gekocht werden, glühende Kieselsteine abzulöschen pfleget, und dieses Gericht hernach als ein gutes Gericht vor die rothe Ruhr preisset. Sonst wird zu einem guten und dauerhafften Reiß erfodert, daß er schön, rein, grob, lauter und gantz sey und nicht übel rieche. Man machet daraus entweder ein gut Zugemüß, welches gemeine Leute höher als einen Rinder-Braten achten; oder kochet ihn an Fleisch: oder tractiret ihn auf folgende Art; 1) Reiß zu lesen; 2) Reiß gekochet mit Zimmet; 3) Reiß auf einer Schüssel gebacken im Ofen; 4) Reiß-Koch; 5) Reiß-Milch; 6) Dito anders; 7) Reiß in Schmaltz gebacken.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1599–1600Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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