Suppe von Wein, Setzet so viel Wein als euch beliebet, in einem Töpffgen zum Feuer, und giesset den vierdten Theil Wasser darzu. Hernach schlaget 5. biß 6. Eyerdotter in ein ander Töpffgen, giesset einen Eß-Löffel voll kalten Wein dran, thut eine halbe Messerspitze Mehl darzu, und quirlt es wohl durch einander. Wenn nun der Wein gesotten, so giesset ihn an die Eyerdotter, ihr müsset aber beständig quirlen, sonst länffet es zusammen, und thut alsdenn viel Zucker, Zimmet und Saffran drein. Nach diesen schneidet Semmel würfflicht, schüttet sie in eine Schüssel, und richtet die Suppe drauff an, bestreuet sie mit Zucker und Zimmet, und lasset sie zu Tische tragen.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1945Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0