Heinrich I., König von Castilien 1214—17, folgte als zehnjähriger Knabe seinem Vater Alfons VIII. Die Vormundschaft wurde zuerst von seiner Mutter Eleonore, einer Tochter Heinrichs II. von England, und als diese schon Okt. 1214 starb, von seiner ältern Schwester Berengaria geführt. Letztere wurde nach H.s Tode, 6. Juni 1217, da mit ihm der Mannsstamm des castilischen Hauses zu Ende ging, selbst zur Königin ausgerufen, entsagte aber schon im August zu Gunsten ihres Sohnes Ferdinand III., aus ihrer 1204 geschiedenen Ehe mit Alfons IX. von Leon, sodaß Ferdinand nach dem Tode des Vaters (1230) die Kronen von Castilien und Leon für immer vereinigte.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 58Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei