FeedHohenasperg
ErdkundeBrockhaus 1882

Hohenasperg, ehemals starke Festung und Staatsgefängnis, dann bis 1883 Garnison mit Militärstrafanstalt, jetzt Filiale des Zuchthauses in Ludwigsburg und Civilstrafanstalt, bei der Stadt und Eisenbahnstation Asperg im württemb. Neckarkreise, 6 km nordwestlich von Ludwigsburg, auf einem 357 mehohen, freistehenden Keuperhügel gelegen, bildete vor alters den Mittelpunkt einer Herrschaft, welche von den Grafen von Calw durch die Welfen an die tübinger Pfalzgrafen überging und einer Seitenlinie der letztern seit dem 13. Jahrh. den Namen «Grafen von Aspergo gab. Die Herrschaft Asperg kam 1308 durch Kauf in den Besitz des württemb. Grafen Eberhard des Erlauch— ten, welcher die durch Konrad von Weinsberg 1312 zerstörte KBurg und Stadt Aspergy bedeutend fester wieder aufbaute. Zur eigentlichen Festung wurde H. erst durch Herzog Ulrich gemacht, welcher 1535 die alten Befestigungen samt dem innerhalb derselben liegenden Städtchen abbrechen ließ, um auf dem hierdurch gewonnenen Platze starke Werke aufzuführen, während die seitherigen Bewohner des Städtchens sich am Fuße des Bergs ansiedelten. Die Festung mußte sich 1547 den Spaniern unter Herzog Alba, 1635 nach zehnmonatlicher Belagerung den Kaiserlichen und 1688 den Franzosen übergeben. Seit der Mitte des 18. Jahrh. it die estung H. besonders bekannt geworden durch die taatsgefangenen, die sie in ihren Mauern beherbergte, z. B. den Juden Süß Oppenheimer, den General von Rieger und den Dichter Christian Friedr. Daniel Schubart. Vgl. Biffart, «Geschichte der württemb. Veste H. (Stuttg. 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 312Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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