FeedHerzog (Johann Jakob)
ReligionBrockhaus 1882

Herzog (Johann Jakob), reform. Theolog, geb. 12. Sept. 1805 zu Basel, studierte dort und in Berlin, wurde 1830Privatdocent zu Basel, 1835 Professor Lausanne, 1847 Professor der Kirchengeschichte n Halle, 1854 in Erlangen, trat 1877 in den Ruhestand und starb 30. Sept. 1882. H. ist besonders bekannt als Herausgeber der Real-Encyklopädie für prot. Theologie und Kirchen (21 Bde., Hamb. 1854—66; 2. Aufl., Lpz. 1877 fg.). Außerdem veröffentlichte er namentlich: Les fröres de Plymouth et John Darbys (Lausanne 5. (Johann Calvino (Bas. 1843), (Das Leben Oekolampadius' und die Reformation der Kirche zu Basely (2 Bde., Bas. 1843), „Die roman. Waldensery (Halle 1853), „Abriß der gesamten Kirchengeschichtes (8 Bde., Erlangen 1876—82). Herzog (Karl Joseph Benjamin), deutscher Staatsmann, geb. 1827 zu Brieg i. Schl., trat nach Beendigung seiner Rechtsstudien 1848 in den preuß. Justizdienst. Im J. 1859 durch von der Heydt in das Handelsministerium berufen, war er zunächst als Hilfsarbeiter, seit 1864 als vortragender Rat in der unter Delbrücks Leitung stehenden Abteilung für Handel und Gewerbe thätig, insbesondere mit dem Referat über Gewerbesachen, über Kredit- und Bankwesen und über auswärtige Handelspolitik betraut. Im J. 1864 leitete er die Verhandlungen einer über die Reform der Gewerbeordnung beratenden Sachverständigen-Kommission, vertrat 1867 den Norddeutschen Bund bei der Weltausstellung in Paris und präsidierte 1870/71 den Beratungen für die Organisation einer emeinsamen Statistik der deutschen Staaten. Im 1871 wurde H. Direktor der für die elsaß-lothring. Verwaltung gebildeten Abteilung des Reichskanzleramts und vertrat als solcher die reichsländischen Angelegenheiten im Bundesrate und im Reichstage. Als infolge der durch seine Hand vorbereiteten Umgestaltung der Landesverfassung von Elsaß-Lothringen die Abteilung des Reichskanzleramts aufgelöst und der Sitz der obersten Verwaltung nach Straßburg verlegt wurde, führte H. als Staatssekretär an der Spitze des neugebildeten Ministeriums die neue Organisation ein, schied aber schon im nächsten Jahre (Juli 1880) wegen Mangels an übereinstimmung mit der von dem kaiserl. Statthalter Freiherrn von Manteuffel befolgten Regierungspolitik unter vorläufiger Versetzung in den Ruhestand aus diesem Amte. In den J. 1881 und 1882 unternahm er eine ausgedehnte Reise durch die Vereinigten Staaten, Mexiko und Südamerika, deren Ergebnisse er unter dem Titel Reisebriefe aus Amerikar (2 Bde., Berl. 1884) veröffentlichte, und lebt seitdem in Berlin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 175Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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