Hildebert von Tours, einer der frühern Scholastiker, um 1055 zu Lavardin (Vendöme) geboren, stand in nahen Beziehungen zu Berengar (. d.) von Tours, wurde 1097 Bischof von Le Mans, 1125 Bischof von Tours und starb 1134. Seine teils philos., teils theol. Werke sind von Beaugendre (Par. 1708) herausgegeben worden. Die theoretische Philosophie, welche damals schon in den logischen Fragen des Universalienstreites (s. Scholastik) aufging, hielt er für gefährlich, und mit einer mystischen Neigung empfahl er, sich das Verdienst des reinen Glaubens zu erwerben. Seine eigenen philos. Betrachtungen liefen in seiner „Moralis philosophiao auf ein Moralisieren im Anschluß an Cicero und Seneca hinaus. Von seinen theol. Aufsätzen ist die Coena domini wegen ihrer Annäherung an die Transsubstantiationslehre bemerkenswert. Der größere Tractatus theologicuso ist in der Form schon den spätern Sentenzenwerken und Summenp ähnlich.