FeedHyäne
TierreichBrockhaus 1882

Hyäne (Hyaena) ist der Name einer zu den Raubtieren gehörigen Säugetiergattung, welche früher zu den Hunden gerechnet wurde, aber durch den kurzen Katzenkopf, den Mangel eines untern Höckerzahns, durch abschüssigen Rücken, nur vier Zehen an den Vorderfüßen und einem Drüsensack unter dem Schwanze unterschieden ist, sodaß sich die Gattung zwischen Hunde und Katzen mitteninne stellt. Die desbalb und Halsmuskeln der H. sind sehr stark, weshalb sie große Knochen zermalmen und ziemlich schwere Tiere mit Leichtigkeit wegtragen können. Sie sind nächtliche, gefährliche sehr gefräßige, doch feige Raubtiere, welche auch lebende Tiere anfallen, hauptsächlich aber von Aas leben und Leichen, die nicht tief vergraben sind, ausscharren. Sie haben ein widerliches, tückisches Ansehen, das noch vermehrt wird, wenn sie die Haare sträuben. Die bekannteste, fast in allen Menagerien zu findende Art ist die gestreifte Hyäne (H. striata), in Südasien und Nordafrika einheimisch, graubraun, mit unregelmäßigen dunkelbraunen oder schwarzen Querstreifen und einer kurzen Mähne auf Hals und Rücken. In manchen Gegenden, wie in Abessinien, ist sie außerordentlich häufig; sie läßt sich vollständig zähmen. Ihr ähnlich, nur gefleckt, ist die gefleckte Hyäne (H. maculata, s. Tafel: Wilde Hunde und Hyänen, Ho 9), der sog. Tigerwolf am Kap der Guten offnung. Die braune Hyäne (H. brunneg), welche von den Kap,H0 auern Strandwolf genannt wird, ist weit weniger häufig; sie hält sich vorzüglich am Strande auf und nährt sich vorzugsweise von Meertieren. Eine besondere, aus drei Arten bestehende Unterfamilie der H. bildet das Genus Proteles, Erdwolf (s. d.), dessen häufigste Art Proteles Lalandii (Fig. 10) ist. Wie häufig einst die H. gewesen sein müssen, bezeugt die Menge der fossilen Rnochen der untergegangenen Höhlenhyäne (I. spelaea), wie in den Höhlen des Bayreuther Gebirges, auch in den Höhlen von Kirkdale, selbst in Tibet. Eigentliche H. finden sich schon in den mittlern Tertiärgebilden (Miocän) von Griechenland und Indien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 491Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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