FeedInitialen (at.)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Initialen (at.) heißen die, namentlich in alten Drucken, oft verzierten und farbigen Anfangsbuchtaben. (S. Majuskeln und Versalbuchtaben.) Schritt, die Einleitung zu einer Handlung. Unter Dunututtone der Gesetzgebung versteht man im onslitutionellen Staate das Recht des einen Gesetzgebungsfaktors, dem andern fertige Gesetzentwürfe zur Annahme vorzulegen. In den konstitutionellen deutschen Staaten stand diese J. bis 1848 in der Regel nur der Staatsregierung zu; die Kammern hatten lediglich das Recht, auf die Vorlage von Gesetzen bei der Regierung anzutragen. Seit 1848 hat man in vielen Staaten (so in Preußen durch die Verfassung vom 31. Jan. 1850) jenes Recht in unbeschränktem Maße auch den Landesvertretungen beigelegt (wie dies in Belgien, Holland, Spanien und den meisten neuern Verfassungen der — ist). In England übt nur das Parlament die J.; denn auch die Minister legen Gesetzesvorschläge dem Parlament lediglich in ihrer Eigenschaft als Mitglieder dieses letztern vor. Den Gegensatz vertrat die Napoleonische Konstitution von 1852, indem sie dem Gesetzgebenden Körper dieses Recht absprach. lim Namen Jesu. N. J., Abkürzung für: in nomine Jesu, d. i. Injektion (lat.), Einspritzung, wird von den Arzten zu verschiedenen Zwecken und mit verschiedenen Substanzen vorgenommen. Man spritzt Flüssigkeiten in natürliche Kanäle und Höhlen des Körpers, um sie wegbar zu machen und Anhäufungen fremdartiger Substanzen aus ihnen zu entfernen (so in den Mastdarm bei Verstopfung, in den innern und äußern Gehörgang) oder um reizende oder adstringierende Flüssigkeiten auf die erkrankte Schleimhaut wirken zu lassen (Harnröhre bei Tripper, Geschlechtsteile des Weibes, Nasenhöhle, Gehörgänge, Fisteln). Zu den J. dienen Wasser oder Lösungen verschiedener Substanzen, selbst Luft (in den innern Gehörgang). In der Anatomie wuphge die künstliche Erfüllung der Blut⸗ und Lymphgefäße mit gefärbten und erstarrenden Flüssigkeiten die wichtigsten Aufschlüsse Uber Verlauf, Ausbreitung und Anordnung der Gefäße in den einzelnen Organen. Die subkutane oder hypodermatische Injektion, welche zuerst von Alexander Wood in Edinburgh (1855) in die Praxis eingeführt wurde, bezweckt die Einführung von Medikamenten unter die Haut, wobei die in das lockere Unterhautzellgewebe gespritzten I. sehr rasch von den Lymphgefäßen aufgesaugt und in die allgemeine Säftemasse übergeführt werden. Natürlich können dazu nur Substanzen verwendet werden, die in kleinen Mengen schon eine große Wirkung entfalten (Opium, Morphium, Brechweinstein, Strychnin, Ather u. a.). Man wendet sie an, wenn man auf einen bestimmten Punkt unter der Haut, N. B. auf einen bestimmten Nerven bei Neuralgien einwirken will, oder wenn man eine recht schnelle allgemeine Wirkung wünscht (bei Vergiftungen), namentlich wenn die Einverleibung in anderer Weise (durch den Mund oder After) unmöglich ist. Die subkutane J. wird ausgeführt mit einer kleinen, nur 1 g Flüssigkeit fassenden Spritze von Glas mit einer Fassung von Hartgummi, Silber oder Neusilber (. beistehende Fig., a), deren Stempelstange mit 10 Teilstrichen bversehen ist und so eine ganz genaue Dosierung der einzuspritzenden Flüssigkeit gestattet; auf die Spitze der Spritze wird eine feine, lanzenförmig zugespitzte Canüle oder Hohlnadel (b) aufgesetzt, deren Spitze sehr scharf ist und ohne besondere Schmerzen in die Haut eingestochen werden kann. Die Schnelligkeit und Sicherheit der Wirkung, sowie die Möglichkeit einer genauen Dosierung haben dieser Methode die ausgedehnteste Anwendung verschafft. Vgl. Eulenburg, Die hypodermatische J. der Arzneimittel o (Berl. 1865; 3. Aufl. 1875). Nach starken Blutverlusten, wie sie während der Entbindung bei innern Blutungen oder nach Verwundungen vorkommen, hat man auch mit großem Erfolg Blut in die Adern gespritzt. (S. Transfusion.) Eine andere, gleichfalls häufig geübte Form der Einspritzung ist die sog. parenchyma— töse Injektion, bei welcher arzneiliche Stoffe (Jodlösungen, verdünnte Säuren, Höllensteinlösunen u. a.) durch Haut und Unterhautzellgewebe hindurch direkt in darunter gelegene Gewebe (Parenchyme) und Organe, besonders in krankhafte Geschwülste, eingespritzt werden, um dieselben auf chem. Wege zu zerstören und zum Absterben zu bringen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 603Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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