Johann von Ssterreich, gewöhnlich Don z ser an d Austria genannt, natürlicher Sohn Kai-1 er Karls V. von der schönen regensburger Bürgerstochter Barbara Blomberg, ward 24. Febr. r 1547 in Regensburg geboren und wuchs seit 1550 [e unter dem Namen Geronimo im Dorfe Leganes unweit Madrid bei Pflegeeltern geringen Standes heran. Im J. 1554 übergab man ihn der Gemah-t lin Quixadas, Madalena da Ulloa, und seitdem wurde er auf dem Schlosse Villagarcia unweit Valladolid erzogen. Karl V. hatte bereits durch ein geheimes Codicill vom 6. Juni 1554 den Knaben als seinen Sohn anerkannt und aufs dringendste seinem Thronfolger anempfohlen. Philipp II. erkannte ihn Sept. 1559 als Sprößling des Hauses Ssterreich an. Seitdem hieß der Knabe Don Juan d'Austria und erhielt eine fürstl. Hofhaltung, erst in Valladolid, dann in Madrid. Im J. 1561 bezog er mit dem Infanten Don Carlos und Alexander Farnese von Parma die Hochschule zu Alcala und blieb daselbst bis Ende 1564. J. zeigte entschiedene Bereht zum Kriegswesen, erhielt aber erst 1568 den Befehl über ein Geschwader von 33 Galeeren, mit denen er (Juni bis September) glücklich gegen die afrik. Seeräuber kämpfte. Dann unterdrückte er den Aufstand der Morisken in Granada nach langwierigem Kampfe (April 1569 bis Nov. 1570). Eine glänzendere Laufbahn eröffnete sich für J. als im Mai 1571 Papst Pius V., Spanien und Venedig sich zu einer «ewigen Ligar gegen die Türken vereinigten und ihn zum Oberbefehls⸗ + ihrer Flotte bestellten. Am 7. Okt. 1571 chlug er die glorreiche Seeschlacht bei Lepanto (‚. d.). Doch die Perbun des Siegs gingen durch die Eiferfucht der Verbündeten verloren, und Venedig trat schon im März 1573 von der Liga zurück. Dennoch nahm J. im Okt. 1573 Tunis ein. Diese Eroberung ward indes von der span. Politik weder gehörig gewürdigt noch verteidigt, und so fiel Tunis schon im Sept. 1574 wieder den Türken zu. J. hatte erst daran gedacht, sich eine selbständige Herrschaft in Morea und Albanien zu erkämpfen, dann aber ein Königreich in Tunis zu begründen. Philipp II. wies solche Pläne entschieden zurück und verweigerte seinem Stiefbruder auch die Erhebung zum Infanten von Spanien, übertrug ihm dagegen die Statthalterschaft über die span. Provinzen in Italien und 1576 die Statthalterschaft in den Niederlanden. J. reiste von Madrid aus verkleidet durch Frankreich und traf 4. Nov. 1576 in Luxemburg ein, wo den Winter hindurch über einen Vergleich mit den niederländ. Ständen verhandelt wurde. Am 7. April 1577 erließ er das sog. Edictum perpetuum, welches die Versöhnung besiegeln sollte, zog 1. Mai in Brüssel ein und ward daselbst 4. Mai als Statthalter und Generalkapi— tän anerkannt. Aber Wilhelm von Oranien verweigerte seine Unterwerfung, und der Aufruhr brach bald von neuem aus. So hielt J. schon im Juli es für geraten, sich nach Namur zurückzuziehen. Nachdem ihm die Stände im Okt. 1577 den Gehorsam aufgekündigt, entsetzten sie ihn 7. Dez. förmlich der Statthalterschaft. Als Ende des Jahres Alexander Farnese mit einem span. Heere in den Niederlanden ankam, eröffnete J. die Feindseligkeiten und erfocht 31. Jan. 1578 bei Gemblouxr einen Sieg. Aber Philipp 11., dessen Mißtrauen durch I.s Pläne gegen England und Schottland erregt war, ließ es an der gehörigen Unterstützung fehlen. So Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. zog der Krieg sich ohne Nahmunpi hin, bis J. 1. Olt. 1578 im Lager bei Namur plötzlich (wahrscheinlich durch Gift) starb. J. wurde dramatisch von Delavigne und G. von Putlitz (Berl. 1860), episch von Frankl (Lpz. 1846) behandelt. Vgl.Histoirede Don Jeand'Autrichen (Amsterd. 1690); Havemann, «Das Leben des Don Juan d'Austria v (Gotha 1865). Der jüngere Don Juan d'Austria, geb. 7. April 1629, ein natürlicher Sohn des Königs Philipp IV. von Spanien und der Schauspielerin Maria Calderon, wurde Großprior von Castilien, nahm 1642 am Kriege gegen Portugal teil, unterdrückte 1647 den von Masaniello geleiteten Aufstand in Neapel, wurde Statthalter in Italien, schlug 1652 den Aufstand in Catalonien nieder und zeichnete sich im Kriege gegen Frankreich als Feldherr aus. Im J. 1656 ward er Statthalter in den span. Niederlanden und kämpfte anfangs mit Glück, verlor aber zuletzt gegen Turenne 14. Juni 1658 die Schlacht in den Dünen; der Rest seiner Truppen wurde bei Oudengarde vernichtet. Nachdem mit Frankreich der sog. Pyrenäische Friede (1659) geschlossen war, erhielt er 1660 den Oberbefehl im Kriege gegen Portugal, wurde aber 8. Juni 1663 bei Estremoz entscheidend geschlagen und legte 1664 das Kommando nieder. Die Köni-Witwe Maria Anna, welche für ihren unmündigen Sohn Karl II. die Regentschaft führte, ernannte ihn zum Vizekönig von Aragonien. Später rief ihn Karl II. an den Hof zurück und ernannte ihn zum ersten Minister. Don Juan starb 17. Sept. 1679. Vgl. «Vita di Don Giovanni d'Austria (Köln 1688).