Ackergeräte nennt man diejenigen Werkzeuge, welche zur mechan. Bearbeitung des Bodens (s. Ackerbau) gebraucht werden. Die Konstruktion und die Handhabung der A. ist darum von so großer Wichtigkeit, weil vorzugsweise von der Art und Güte derselben die Vollkommenheit der Bodenbearbeitung abhängig ist. Jeder rationelle Landwirt muß es sich daher angelegen sein lassen, möglichst vollkommene Instrumente zu verwenden. Während bis in die neueste Zeit das landwirtschaftliche Gerätewesen sich auf einer niedrigen Stufe der Entwickelung befand, hat es seit 1851 einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Diesen bewirkte zunächst die erste Weltausstellung in London mit ihrer großen Fülle an landwirtschaftlichen Maschinen jeder Art. Seitdem ist die Fabrikation von A. und landwirtschaftlichen Maschinen überhaupt zu staunenswertem Aufschwung gelangt, und es haben sich bereits die verbesserten Konstruktionen bis in die weitesten Die Buit der ackerbauenden Bevölkerung verbreitet. Die Briten standen an der Spitze dieser Bewegung, sind aber von den Nordamerikanern eingeholt worden. In Deutschland war die erste Fabrik für A. und landwirtschaftliche Maschinen diejenige von Wilhelm Hamm in Leipzig, gegründet 1850, verbunden mit einer Ausstellung, die nicht geringen Einfluß h die Entwickelung des Gewerbes überhaupt gehabt hat. Von seiten der Vereine und Centralbehörden werden mit den jährlichen Viehschauen gewöhnlich auch Ausstellungen und Verlosungen von Dmnden, wendeine Werkzeugen und Maschinen verbunden, welche gleichfalls dazu beitragen, den Sinn für verbesserte Mechanismen zu wecken und rege zu erhalten. Im allgemeinen sind die neuern Erfindungen in diesem Gebiete meistens auf brit. oder amerik. Muster gegründet; doch liefern auch Deutschland, Frankreich und Schweden manche originale A. von hohem Werte; neuerdings übertrifft ersteres sogar in manchen Gattunen die brit. und amerik. Vorbilder. (S. Pflug.) Zu den eigentlichen A. können nur diejenigen geählt werden, welche direkt zur Bestellung des Feles oder zur Herrichtung des Ackers gebraucht werden. Dahin gehören die Handgeräte: Spaten, Schaufel, Haue und Hacke, Drainwerkzeuge, Pflanzgerätschaften; auch kann man noch die Instrumente zur Kultur der Einfriedigungen, zur Vertilgung schädlicher Tiere, die Erntegeräte, als Sense, r. Sichel, Harken, Gabel und Rechen hierzu zählen. Sodann die Gespannwerkzeuge: Haken, Pflug, Untergrundwühler, Pferdehacken und Exstirpatoren, Grubber, 4ls, Sün Häufelpflüge, Eggen, Dampfkulturapparate, Skarifikatoren, reser, und Schröpfpflüge, Schollenbrecher, Kammpresser, Walzen, Marqueure. Die übrigen mechan. Hilfsmittel der Agrikultur gehören in das Gebiet der eigentlichen Landwirtschaftlichen Maschinen (s. d.). Vgl. Thaer, Beschreibung der nutzbarsten neuen Ackergerätschaften » (Hannov. 1803); Schober, Landwirtschaftliche Gerätschaftskundes (Anklam 1846); Maschinen Englandso (2. Aufl., Braunschw. 1857); derselbe, Die neuesten und nutzbarsten Geräte für Land⸗ und Hauswirtschafto (4. Aufl., Lpz. 1862); Perels, Handbuch zur Anlage und Konstruktion landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte » (8 Hefte, Lpz. 1862—66; 2. Aufl. unter dem Titel: Handbuch des landwirtschaftlichen Maschinenwesens v (2 Bde., Jena 1879—80); Fritz, Handbuch der landwirtschaftlichen Maschinen» (Berl. 1880); Wüst, schaftlichen derel enb (Berl. 1875 — 79); Perels, «Ratgeber bei Wahl und Gebrauch landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen» (5. Aufl., Berl. 1879); Vasse, Les instruments perféectionnés de Pagricultures (Douai 1866); Vianne, XLa culture économique par l'emploi raisonné des instruments etc. »(Par. 1866); M. Hervé-Mangon, Machines agricoleso (Par. 1875); Thomas, Farm implements and farm machinery; the principles of their construction, use ete.o (Neuyork 1869).