FeedAbbau
Recht & StaatBrockhaus 1882

Abbau und Ausbau. Man begreift unter dieser Bezeichnung die Errichtung neuer Bauerhöfe, mit Abbruch der alten, auf separierten und zusammengelegten Grundstücken, ebenso die Anlage von neuen Vorwerken auf großen Gütern. Da wo die Separationen durch zweckmäßige Verordnungen eineleitet und unterstützt werden, haben Abbau und Ausbau in nationalökonomischer Hinsicht Vorteile, wie: Ersparung an Zeit und Arbeit, folglich an Betriebskapital, leichtere und gründlichere Aufsicht über Gesinde und Tagelöhner, Verhütung größerer Felddiebstähle, schnellere Einbringung der Ernten, mindere Abnutzung der Gerätschaften und Gechirre, bessere Aufbewahrung von Getreide und r schnellere Vollendung der Arbeiten, größere oralität der Dienstboten und Schutz vor Feuersbrünsten. Dagegen gefährdet der Abbau durch die sog. KVereinödung » oder die Zerstreuung der Geöfte die Civilisation, indem der Schulbesuch erchwert und die Gemeinsamkeit aufgehoben, wie auch die Aufrechterhaltung der Gesetze, die Len an verwaltung dadurch uchen u Gelegenheit zu Brandstiftungen, Einbrüchen u. dgl. gegeben wird. überall, wo die Civilisation eine bestimmte Höhe erreicht hat und geordnete Gemeindeverhältnisse vorhanden sind, sind Abbau und Ausbau ein Mittel zur — —¹. des Reinertrags von Grund und Boden, mithin auch des Nationalreichtums. Bei der immer weiter sich verbreitenden Maßregel der Separation und Kommassation der Parzellengüter wird dem Abbau und Ausbau ein großer Teil der 5 ihm entgegenstehenden Schwierigkeiten aus em Wege geräumt. übrigens finden derartige Anlagen ihr hauptsächliches Feld jetzt nur noch in Ländern oder Gegenden mit ungeregeltem Besitzstand oder von noch nicht intensiver Kultur.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 19Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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