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ErdkundeBrockhaus 1882

Actium (grch. Aktion) hieß im Altertum eine Landspitze, ein Heiligtum des Apollon und ein kleiner Ort auf der von den alten Griechen Akte, jetzt La Punta genannten flachen dreieckigen Landzunge an der Nordwestküste Akarnaniens, welche mit der Südspitze von Epirus den Eingang des Ambrakischen Golfs (des jetzigen Meerbusens von Arta) bildet. Hier fanden alle zwei Jahre dem aktischen Apollon zu Ehren alte Landeunge Aktia genannt, statt. An der Küste der Landzunge wurde 2. Sept. 31 v. Chr. die Seeschlacht zwischen Octavianus auf der einen, Marcus Antonius und der Königin Kleopatra von T⁷ auf der andern Seite geschlagen, welche Octavian die Herrschaft über das röm. Weltreich sicherte. Octavian verdankte seinen Sieg teils den geschickten Bewegungen der von Agrippa befehligten kleinen leichtgebauten adlchen welche die schwimmenden Kolosse der feindlichen Flotte durch ihre fortwährenden Angriffe ermüdeten, teils der Jacht⸗ der Kleopatra, die bald nach Beginn der Schlacht mit ihren 60 Schiffen durch die Kämpfenden hindurch die hohe See gewann und nach dem Peloponnes zu davonfuhr. Antonius selbst folgte ihr und gab dadurch den Sieg dem Octavian preis. Die Landtruppen des Antonius warteten sieben Tage lang vergeblich auf die Rückkehr ihres Führers und ergaben sich dann dem Sieger. Dieser gründete zur Erinnerung an seinen Sieg auf der Südspitze von Epirus gegenüber von Actium die Stadt Nikopolis (Siegesstadt), und verlegte hierher die von ihm erneuerte und erweiterte Festfeier der aktischen Spiele, die von da an alle vier Jahre gefeiert wurden. Aeton, eine engl. Cheopit die schon zu Anfang des 14. Jahrh. in ham-al angesessen war. Edward A. auf Aldenham-Hall wurde 17. Jan. 1644 als treuer Anhänger Karls I. zum Baronet erhoben. — Sir Ferdi Franceis Edward A., Premierminister Ferdinands IV. von Neapel, stammte von einem jüngern Sohne des zweiten Baronets und wurde 1. Okt. 1737 zu Besancon geboren, wohin sein Vater übergesiedelt war. Er trat zuerst in die franz., dann in die toscan. Marine, wo er 1774 als Fregattenkapitän die von Spanien und Toscana gemeinsam unternommene Erpedition gegen die Barbaresken leitete und eine Anzahl von Spaniern aus der Sklaverei befreite. Deshalb in neapolit. Dienste berufen, erwarb er sich die Gunst der Königin Marie Karoline und wurde nacheinander Marine⸗, Kriegs⸗, Finanz⸗ und endlich en Gelund Premierminister. Im Bunde mit dem engl. Gesandten Hamilton und dessen ränkesüchtiger Gemahlin regierte er das Land nach Willkür, führte eine geheime Staatspolizei ein, welche die Gefängnisse mit politisch Verdächtigen füllte, und brachte nach der Revolution von 1798 zahlreiche Schlachtopfer aufs Schafott und an den Galgen. Auf Betrieb Frankreichs wurde er 1803 unter Erhebung in den Fürstenstand von seinen Amtern entfernt, trat aber bald wieder in seine frühere Stellung ein, die er bis zum Einmarsch der Franzosen in Negpel im Febr. 1806 und der Flucht der königl. Familie nach Sicilien behauptete. Allgemein gehaßt und verachtet, starb er zu Palermo 12. Aug. 1811. Durch den Tod seines Vetters, Sir Richard A., war ihm vorher auch die engl. Baronetswürde zugefallen. Sein zweiter Sohn war der Kardinal Charles A. — Sir Ferdinand Richard Edward A., des Ministers ältester Sohn, geb. 24. Juli 1801, heiratete 1832 Marie Luise, einzige Tochter Emmerich Josephs, Herzogs von — und nahm 1833 den Namen Dalberg an. Er starb in Paris 31. Jan. 1837 mit Hinterlassung eines Sohnes: Sir ohn ! Emeric Edward Dalberg-⸗A., geb. in Neapel 10. Jan. 1834, welcher den Baronetstitel und [! Aldenham-House erbte und 1869 auf Veranlassung Gladstones als Baron Acton von Aldenham zum Peer des Vereinigten Königreichs erhoben wurde. Nachdem dieser in dem kath. St. Mary's-College in Oscott seine Erziehung eicdte Aul ing er nach München, wo Döllingers religiöse Ansichten entscheidenden Einfluß auf ihn ausübten. Nach seiner Rückkehr nach England begleitete er 1856 seinen Stiefvater, Graf Granville, auf dessen Mission zu dem Krönungsfeste Kaiser Alexanders II. nach Moskau. Bei den Neuwahlen im Frühjahr 1859 wurde A. als Mitglied — die irische Stadt Carlow ins Parlament gewählt, wo er sich den gemäßigten Liberalen zugesellte. Als Organ der kleinen Fraktion seiner Glaubensgenossen, die sich den ultramontanen Bestrebungen widersetzten, gründete er 1862 die „Home and Foreign Reviewo, welche indes, da sie durch die kath. Hierarchie in England verurteilt wurde, schon 1864 einging. Dasselbe Schicksal teilte später die Wochenschrift KThe Chronicle v und die Vierteljahrsschrift North British Reviewo. Im Dez. 1869 ging er bei dem Zusammentreten des Okumenischen Konzils nach Rom, wo er sich während der ganzen Dauer des Konzils durch seine eifrigen Bemühungen, die Lehren Döllingers und seiner Partei gegen die Infallibilisten geltend zu machen, hervorthat. Aufsehen erregten seine Mitteilungen über die Konzilverhandlungen in der Allgemeinen Zeitungo und sein im Sept. 1870 veröffentlichtes Sendschreiben an einen deutschen Bis ‚ des Vatikanischen Konzils v, auf welches Bischof Ketteler von Mainz erwiderte, sowie später seine Schrift „Zur Geschichte des Vatikanischen Konzilso (Münch. 1871). Sein als Broschüre erschienener deutschfreundlicher Vortrag: «The war of 1870 (Lond. 1871), ist ein Meisterwerk historischer Schilderung in knappster Form. Bei den durch Gladstones Pamphlet über die Vatikanischen Dekrete veranlaßten religiösen Bewegungen von 1874 trat A. abermals entschieden gegen den Ultramontanismus auf. In der «Quarterly Reviewo vom Jan. 1877 erschien sein bemerkenswerter Artikel: Wolsey and the divorce of Henry VIII.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 123Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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