Albert Eduard, Prinz von Wales, ältester Sohn der Königin Victoria von England und des Prinzen Albert, wurde 9. Nov. 1841 im Buckinghampalast zu London geboren. Seine Erziehung empfing er unter der Oberleitung seines Vaters durch Privatlehrer; 1857 besuchte er die en Drford in Edinburgh, 1858 — 60 die Universitäten Oxford und Cambridge. Während der Sommermonate des J. 1860 machte er eine Tour durch die Vereinigten Staaten von Amerika und Canada. Nachdem er schon 1858 zum Obersten ernannt war, hielt er sig 1861 einige Zeit in dem Lager The Curragh bei Dublin auf. Begleitet von dem Dekan der Westminsterabtei Dr. Stanley und dem Naturforscher Richard Owen, bereiste er 1861—62 Griechenland, Agypten und Palästina. Nach seiner Rückkehr nahm er im Febr. 1863 als Herzog von Cornwall seinen Sitz im Oberhause ein. Ein Patron vieler wohlthätiger Anstalten und gewandter Redner bei zahlreichen öffentlichen Festen, übernahm der Prinz von Wales im April 1875 auch den Posten des Großmeisters der engl. Freimaurer. Während des Winters 1875 — 76 machte er auf Veranstaltung Lord Beaconsfields eine Reise nach Ostindien, welche offenbar dem Zweck einer polit. Demonstration gegen Rußland diente und die bald darauf folgende Annahme des Titels einer Kaiserin von Indien durch die Königin Victoria vorbereitete. Mit Eifer und Geschick fungierte er 1878 als Vorsitzender der engl. Kommission für die große Pariser Ausstellung. Wie bei vielen Thronfolgern bewegen auch in Bezug auf A. die Urteile über seinen Charakter und seine Ansichten sich innerhalb sehr schwankender Grenzen. In polit. Dingen antralit er, der Sitte gemäß, eine vollständige Neutralität. A. ist vermählt seit 10. März 1863 mit der Prinzessin Alexandra Karoline Maria Charlotte Luise Julie (geb. 1. Dez. 1844), Tochter des Königs Christian IX. von Dänemark, aus welcher Ehe zwei Söhne und drei Töchter hervorgingen: Albert Victor (geb. 8. Jan. 1864), Georg (geb. 3. Juni 1865); Luise (geb. 20. Febr. 1867), Victoria (geb. 6. Juli 1868), Maud (geb. 26. Nov. 1869). Die beiden Söhne sind in den Seedienst getreten.