Altötting oder Alten-Otting, Marktflecken im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, liegt 85 kKm ostnordöstlich von München, unweit der österr. Grenze an der Mörn, die 3 km weiter in den Inn mündet, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Bezirksamts, zählt (1880) 3059 C. und ist als uralter Wallfahrtsort berühmt. Die heil. Kapelle, welche 696 erbaut und 1511 bedeutend vergrößert wurde, umschließt ein aus dem 6. bis 8. Jahrh. stammendes schwarzes Marienbild und einen außerordentlich reichen Schatz an Gold und Edelsteinen und wird noch immer alljährlich von zahlreichen Pilgern aus Bayern, Osterreich und Schwaben besucht. In dieser heil. Kapelle, welche im Frühjahr 1874 der bayr. Ordensprovinz der Kapuziner, an Stelle der 1873 ausgewiesenen Redemptoristen, zugewiesen wurde, sind seit dem Kurfürsten Maximilian I. auch die Herzen der bayr. Landesfürsten beigesetzt. In einer andern Kapelle, der Tilly⸗ oder Peterkapelle, liegen Tilly und mehrere Glieder seiner Familie in zinnernen Särgen bestattet. Sonst sind zu A. noch die ehemalige Jesuitenkirche und die ehemalige Stiftskirche, die letztere mit dem Grabmal des Herzogs Karlmann, zu erwähnen. Außer einem Kapuzinerkloster befand sich daselbst 1838— 73 auch ein reichdotiertes Redemptoristenkollegium, welches das Haupthaus dieses Ordens für Deutschland war und 1873 ebenfalls den Kapuzinern überwiesen wurde. Dabei liegt der alkalisch-erdige St. ttingsam Inn und an der bayr. Staatsbahn München-Simbach, mit 2452 C. ö