Apostolische Väter werden diejenigen (wirklichen oder vermeintlichen) unmittelbaren Schüler der Apostel genannt, welche Schriften hinterlassen haben. Es sind dies Barnabas, Clemens Romanus, Ignatius von Antiochia, Polykarpos von Smyrna, Papias von Hierapolis und Hermas. Abgesehen von Papias, einem angeblichen Schüler des Apostels Johannes (vielmehr des gleichnamigen Presbyters), von dessen Schriften nur Bruchstücke vorhanden sind, deren Echtheit feststeht, werden alle Genannten von der Tradition als Verfasser von Schriften genannt, die noch heute in unserm Besitze, von der Kritik aber sämtlich verworfen oder doch anezweifelt worden sind. So ist der „Brief des Barnabasso sicher von einem andern Verfasser. Die zahlreiche, unter dem Namen des Clemens Romanus verbreitete Litteratur ist, mit Ausnahme des sog. ersten Briefs an die Korinther, zuverlässig unecht, ebenso wie die unter dem Namen des „Hirteno bekannte prophetische Schrift nicht von dem Röm. 16, 4 erwähnten Hermas herrührt, wenn auch der Verfasser für diesen gelten will. Auch über den kleinen Brief des Polykarp an die Philipper und die in drei verschiedenen Gestalten erhaltenen Briefe des Ignatius (s. d.) wird gestritten, und wahrscheinlich sind auch diese Schriftstücke erst gegen Ende des 2. Jahrh. entstanden. Alle diese Schriften haben übrigens zwar für die Geschichte der ersten zwei autlih in drr großen Wert, wurden auch fast sämtlich im kirchlichen Altertume der neutestamentlichen Schriftensammlung zugesellt, stehen aber an Geist und Ursprünglichkeit des relischen Gedankengehalts auch den nichtapostolichen Büchern des Neuen Testaments in hohem Grade nach. Ausgaben besorgten Cotelier (2 Bde., Par. 1672 u. Amsterd. 1724), Jacobson (2. Aufl., 2 Bde., Oxf. 1840), Hefele (Tüb. 1839; 5. Aufl., besorgt von Funk, 1878), Hilgenfeld «Novum Testamentum extra canonem receptumy (2. Aufl., Lpz. 1876), Dressel (2. Aufl., Lpz. 1863), zuletzt von Gebhardt, Harnack und Zahn (Patrum apostolicorum operav, 3 Bde., Lpz. 1875—77; Bd. 1,