FeedArndts von ÄArnesberg (Karl Ludw.)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Arndts von ÄArnesberg (Karl Ludw.), namhafter deutscher efuchtendas geb. 19. Aug. 1803 zu Arnsberg, besuchte das dortige Gymnasium und studierte in Bonn, Donn 2a und Berlin, habilitierte sich 1826 in Bonn, ward 1832 Mitglied des Spruchkollegiums, 1837 außerord. Professor und 1839 W or in München. Hier war er 1844 — 47 Mitglied der Gesetzkommission und mit Entwerfung eines bürgerlichen Gesetzbuchs beauftragt und wurde 1848 in Straubing als Abgeordneter in die Nationalversammlung nach Frankfurt gewählt, wo er der großdeutschen Partei angehörte. Er übernahm 1855 die ord. 2 1897 des röm. Rechts zu Wien. Nachdem A. 1867 zum Mitgliede des österr. Herrenhauses berufen worden war, wurde er 1871 als Ritter des Leopoldordens in den Ritterstand erhoben mit dem Prädikate «von Arnesbergo und 1872 zum wirklichen Mitgliede der kaiserl. Akademie der 4 tine Hoeg erwählt. Kränklichkeit zwang A. 1874 seine Kollegien ausse eben. Er starb 1. März 1878 in Wien. A.s Thatigkeit erstreckte sich auf röm. Recht, franz. Civilrecht, Encyklopädie der Rechtswissenschaften und Civilprozeß. Von Hodol Schriften sind Jurist. Encyklopädie und Methodologiep (7. Aufl., Stuttg. 1880), Lehrbuch der Pandekteno (10. Aufl., besorgt von L. Pfaff und F. Hofmann, Stuttg. 1879) und (in Fortsetzung von Glücks „Pandektenv, Tl. 46— 48) (Die Lehre von den Vermächtnissen (Bd. 1—3, Erlangen 1869 — 78), sowie 4«Gesammelte eivilistische Schriften „(3 Bde., Stuttg. 1873—74) besonders Ruurel. Fe Im Vereine mit Bluntschli und Pözl hat A. die Kritische Überschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschafto (6 Bde., Münch. 1853—58) herausgegeben, außerdem Ausgaben der 4Sententiae des Paulus (1833) und der Epitome rerum germanicarumo des Bernh. Pappus besorgt (2 Bde., Wien 1856—58). A. war als strenger Katholik in seinen polit. Anschauungen ultramontan. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind durch Gründlichkeit ausgezeichnet. — Seine erste Gattin Bertha A. (geb. 9. Dez. 1809, gest. 10. Mai 1859) hat die Sonette der Vittoria Colonna mit deutscher übersetzung herausgegeben. Eine zweite Ehe schloß er mit Maria, geb. Vespermann (geb. 5. April 1823), der Witwe von Guido Görres, die durch Kompositionen für das Pianoforte bekannt ist. rne (Thomas Augustin), engl. Komponist, geb. zu London 1710, gest. daselbst 5. März 1778, erhielt seine Erziehung in Eton. Für die jurist. Laufbahn bestimmt, folgte er, gegen den Willen seines Vaters, eines Tapezierers und Musildilettanten seiner Neigung zur Tonkunst. Durch Corellis Konzerte und Händels Ouverturen bildete er sein Violinspiel, und sein Eifer für Musik brachte bald auch seine Schwester (. Cibber) dahin, sich ur Sängerin zu bilden. Für diese schrieb er eine Partie in seiner ersten Oper „Rosamondo von Addison, welche zuerst 1733 mit Beifall aufgeführt wurde. Darauf folgte die komische Operette Tom Thumb, or the opera of operas v, mit Text von Fielding. Eigentümlicher und ausgebildeter erschien sein Stil in Miltons KComusy (1738). Um 1740 heiratete er eine in ital. Schule gebildete Sängerin, Cäcilie Houng, mit der er 1742 nach Irland ging, wo beide eine günstige Aufnahme fanden. In London, wohin A. sich dann begab, versuchte er sich auch mit einer Komposition im ital. Stile, Metastasios Artasersey, welche durch efällige Melodien ansprach und sich lange auf dem epertoire erhalten hat. Ferner komponierte er mehrere Gesänge in Shakspeares Dramen und andere Gesänge und Instrumentalstücke, namentlich für die Konzerte im Vauxhall. Allgemein bekannt ist A. geworden durch das von ihm komponierte Rule Britanniao, welches in der Mask oder Serenata (Alfredo enthalten ist und mit dieser 1738 zuerst aufgeführt wurde. Das berühmte Lied ist nach ner un en Melodien gebildet. Nach diesem Meister und den damaligen Italienern formte er seinen Stil, der besonders in melodischer Hinsicht gefällig, auch harmonisch reich ist, aber nicht durch große kontrapunktische Kunst sich auszeichnet. Im ganzen muß A. als der bedeutendste engl. Musiker des 18. Jahrh. angesehen werden. — Auch sein Sohn Michael A. (geb. 1741 in London, gest. 1806) war ein geschätzter Tonkünstler und geschickter Orchesterdirigent in London.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 937Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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