Anglaise, f. Diejenigen Theile der Thürflügel, welche in der Nähe der Schlösser und Klinken sich befinden, werden in der Regel durch häufiges Angreifen sehr schnell schmutzig. Um nun das häufige Waschen derselben, wodurch die Farbe sich sehr schnell abnutzt, zu vermeiden, nahm man seine Zuflucht häufig dazu, daß man die betreffende Stelle auf weißen Thüren schwarz anstrich. Die dadurch hervorgebrachten, oft an den Enden in einer Verzierung auslaufenden Figuren ersetzt man wohl durch Platten von Messing oder anderem Metall, neuerlich von Glas; solche Platten heißen Anglaisen. Da Messingplatten ebenfalls häufig geputzt werden müssen, die Anmalung aber geschmacklos ist, so sind unter den permanent an der Thür befindlichen Anglaisen jedenfalls die gläsernen allen anderen vorzuziehen, weil sie den Anblick der Thür am wenigsten stören und sich am saubersten halten; feiner aber ist es, die Thür an der betreffenden Stelle mit einer an kleinen Nägelchen mittels Schlinge angehängten Leinwandkappe zu versehen, welche bei festlichen Gelegenheiten abgenommen wird; noch besser und eleganter freilich ist es, gar kein solches Schutzmittel anzubringen. Damit nun durch die wiederholte Reinigung der betr. Stellen mit warmem Wassen, schwacher Pot-⸗ aschenlauge oder Ammoniakwasser (mit Seife darf man Oelfarbenanstrich niemals waschen) sich der Oelfarbenanstrich nicht zu schnell abnutze, trägt man an dieser Stelle einen Anstrich mehr auf, als an den übrigen Theilen der Thüre, und beim Lackiren trägt man an dieser Stelle erst H partiellen Lackanstrich auf, ehe man den allgemeinen Lacküberzug vornimmt. An Thüren jedoch, die mit Leimfarbe gestrichen oder geadert sind, mögen sie nun lackirt sein oder nicht, sind Anglaisen unentbehrlich.