FeedAthy
ErdkundeBrockhaus 1882

Athy, Stadt in der irischen Provinz Leinster, Hauptort der Grafschaft Kildare, Station der Großen Süd⸗ und Westbahn, liegt am schiffbaren Barrow, 66 km südwestlich von Dublin, mit dem es außerdem durch einen Kanal verbunden ist, zählt 4510 E. und hat bedeutenden Getreidehandel und oc, aus de n der Nähe liegt das Schloß Woodtock, aus dem 15. Jahrh. hen Mit diesem Namen bezeichnet man in der Chemie, nach Berzelius' Vorgange, zunächst die einwertig wirkende Atomgruppe C- Hs, oder das Radikal, dessen Vorhandensein in allen Athylverbindungen angenommen werden muß, obgleich diese Atomgruppe für sich nicht abscheidbar ferner belegt man mit demselben Namen die Verbindung C.H. C. Hs oder C. HIo. Die Beziehungen der Atom0 H; zu der leicht atylgenan Verbindung 61 5C½ H,, welche auch Diäthyl genannt wird, sind dieselben wie die des Atoms Wasserstoff EH zum Molekül Wasserstoff EEH. Das Atom Wasserstoff existiert nur in Verbindungen, wie z. B. ICI Chlorwasserstoff, diesem entspricht die Verbindung C. Cl Chloräthyl; wird aber Wasserstoff aus seinen Verbindungen abgeschieden, so vereinigen 0f sofort zwei Atome zu einem Molekül Wasserstoff, z. B. 2HCI + Zu InCh EHH, weil das afferstoffatom nicht in freiem Zustande existieren kann. Ebenso —. das A.; läßt man z. B. auf 2 Moleküle Molemn lQuecksilber einwirken, so tritt aus jedem Molekül Jodäthyl die Atomgruppe C.H, aus, und beide vereinigen sich sofort zu einem Molekül A.: diese Beziehungen ins Auge, so ist die Bezeichnung Diäthyl unnötig, im freien Zustande kann nur das Molekül C.Ho CeHs, in Verbindungen nur die Atomgruppe C. Hs existieren. Das freie A. hat dieselbe Zusammensetzung wie der beider it o ähndas Butan C. HIo, das Verhalten beider ist so ähnlich, daß sie meist für identisch achyl wi werden. Man erhält es, indem man Jodäthyl mit Quecksilber in zugeschmolzenen Röhren dem Licht aussetzt, oder indem man Demhal mit Zink, ebenfalls in zugeschmolzenen Röhren, auf 150 C. erwärmt. Die u w werden darauf in einer Kältemischung möglichst weit abgekühlt und maspr0s geöffnet, dabei entweichen zuerst Zersetzungsprodukte, Athan He und Athylen C. H. und darauf A., welches als Gas über Wasser gesammelt werden kann. Es ist ein farbloses Gas, welches durch starken Druck zu einer bei 1C. siedenden Flüssigkeit verdichtet werden kann, riecht schwach ätherartig, spezifisches Gewicht 2,0. A. ist im rohen Petroleum gelöst, bei der Rektifikation desselben entweicht es gasförmig, sein Vorkommen ist eine der Ursachen der Dm Entzündlichkeit des rohen Petroleums; außerdem findet es sich in dem aus Bogheadkohle dargestellten Leuchtgase. Die Zahl der Verbindungen des A. ist eine außerordentlich große. A. verbindet sich mit Haloiden zu Chlor-Z Brom⸗, Jod⸗, Fluor⸗, Cyan⸗, Nitroäthyl. Diese zeichnen sich sämtlich durch große Beständigkeit aus, werden z. B. durch Alkalihydrate nicht zersetzt. Es verbindet sich ferner mit der Hydroxylruppe OH zu Athylalkohol, dessen Anhydrit der Ither ist; die Verbindung mit der Atomgruppe 8U ist das Mercaptan; es tritt Wasserstoff substituierend in die Säuren ein und bildet mWasserüpz im Am: Ather; durch Substitution von Wasserstoff im Ammoniak entstehen die Athylamine; ferner geht es Verbindungen ein mit Metallen, wie Zink u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 135Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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