FeedAxiom
Recht & StaatBrockhaus 1882

Axiom (grch.) heißt im engern und wissenschaftlichen Sinne ein allgemeiner Satz, den der Verstand als richtig erkennen muß, sobald er nur den Sinn und die Worte desselben versteht, der also unmittelbar Benn und aus keinem andern abzuleiten ist. Jede 5 wehhenan chaft verlangt solche Habgeten aus welchen alles, was zu ihr gehört, abgeleitet wird; wie z. B. die 45 Geometrie auf verhältnismäßig sehr wenig A. beruht. Ob es ein einziges, für die . menschliche Erkenntnis absolut erstes A. gebe, aus welchem alles übrige Wissen abgeleitet werden könne, ist I eine durch die Philosophie zu lösende Frage. In formeller Beziehung müssen die logischen Grundsätze, der Satz des Widerspruchs, des ausgeschlossenen Dritten für solche A. erklärt werden, welche nicht bloß für das menschliche, sondern für jedes enken, welches fähig ist, sich nach dem H des Gedachten zu richten, Wons sind. Die kritische Philosophie nimmt das Wort A. in einer beschränkten Bedeutung und versteht darunter ihre sog. Sätze a priori von unmittelbarer, d. i. anschaulicher Gewißheit. Sie behauptet, daß nur die Ma-Poiosor dergleichen habe, und nennt die A. der hilosophie nur discursive Grundsätze, deren Gültigkeit für uns durch die den unserer Anschauung bedingt sei, wie z. B. den Satz: Jede sinnliche Empfindung hat einen gewissen Grad. Die Mathematiker nennen ihre theoretisch unmittelbar gewissen Sätze A., z. B. den Satz: Jede Größe ist sich selbst gleich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 298Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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