Bernburg, Hauptstadt des anhaltischen Kreises B. und bis 1863 des Herzogtums Anhalt-Bernburg, Sitz eines Amtsgerichts, liegt zu beiden Seiten der Saale und an der Linie Aschersleben-Köthen der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn, zerfällt in die Altstadt und die Neustadt mit der Vorstadt Waldau am linken Ufer und der Bergstadt am hohen rechten Ufer, welche durch eine teilweise massive Brücke verbunden sind. Von den ansehnlichern Gebäuden ist das zum Teil noch sehr altertümliche Schloß mit schönem Garten und herrlicher Aussicht in der Bergstadt am bemerkenswertesten. Unter den vier Kirchen zeichnet sich die im got. Stil erbaute Stadt- oder Marienkirche sowie die Schloß⸗ oder Agidienkirche aus. Die Stadt hat ein Gymnasium, eine Leutgg Bürgerschule, eine höhere Töchterschule (die herzogl. Friederikenschule), eine Bürgerschule, Parochialschulen, ein Theater, eine 1872 — 75 erbaute große Iung wvang und zählt (1880) 18602 ast ausschließlich evang. E., welche Auver in ayence, Papier, Spiritus, Zucker, Kupfer⸗ und Zinnwaren, Eisenguß, Wagen, Cigarren, Bier und Maschinen betreiben.