FeedBierbrauerei
TechnikBrockhaus 1882

Bierbrauerei, Fig. 1) gehen läßt. Diese besteht im wesentlichen aus zwei Hartgußwalzen, die entweder gleich groß sind, oder von denen die eine roß, die andere klein ist. Das Malz wird den Walzen durch einen darüber angebrachten, mit Verteilungsvorrichtung n Hn Rumpf zugeführt und fällt im zerkleinerten Zustande in einen darunter befindlichen Behälter. Das Maischen hat zum Zucer nicht nur den in dem Malz enthaltenen Zucker und das Dextrin zu extrahieren, sondern auch das noch unveränderte Stärkemehl durch die Wirkung der Diastase so veiwandel wie möglich in Peptase und Dextrin zu verwandeln und durch die Peptase die unlöslichen Eiweißkörper in lösliche Peptone, die für die Ernährung der Hefe von größter Bedeutung sind, ü Lmahren. Beides wird durch die Gegenwart von größern Mengen von Wasser, namentlich aber durch Wärme begünstigt. Die günstigste Temperatur für den Maischrozeß liegt zwischen 60 und 655 C.; über letzterm ärmegrad, etwa bis 75 C. wird wenig Zucker,‚ dagegen die Mirkun extrin gebildet; durch Kochen wird die irkung der Fermente zerstört. Je nach der Art und Weise, die Maische auf die zur Verzuckerung geeignete Temperatur zu bringen, unterscheidet man die Infusionsmethode und die Dekoktionsmethode oder das Dickmaischverfahren. Nach der ersten Methode e daß die Maische die ge⸗ —.—0 Temperatur, ohne daß irgendein Teil derselben bis zum Sieden erhitzt wird; sie findet in England, Frankreich und hier und da in dem nördl. Deutschland Anwendung. Nach dem Dickmaischverfahren, nach dem das bayr. Bier hergestellt wird, Wast man die Maischtemperatur des mit vielem asser ein eteigten Malzes dadurch, daß man einen Teil der aische in dem Braukessel bis zum Sieden erhitzt dann zu der übrigen Maiche im Maischbottich ibt und dies einigemal wieerholt, bis die Mai che die zur Verzuckerung geeignete iht dieddr erlangt hat. Bei ersterer Methode bleibt die Wirkung der Diastase ungeschwächt, essen an Alkoho reiche Biere, während bei letzterer eine entsprechende Menge Ferment vernichtet wird, was wieder zur Folge hat, daß eine überwiegende Menge von Dextrin im Biere verbleibt, wodurch 1⁷ muung der Mann vollmundig wird. Bei der Bereitung der Maische ist vor allem eine möglichst innige Mischung des Malzes mit dem Wasser zu erstreben. Um dieses zu erreichen, verwendet man jetzt allgemein Maschinen, Maischapparate, vorteilhaft werden diese mit Vormaischapparaten verbunden. Ein solcher Vormaischapparat, für Motorbetrieb eingerichtet, ist auf der bt au gehörigen Tafel, Fig. 2, dargestellt. Er besteht aus einem liegenden cylindrischen Gehäuse, in welchem sich eine mit s dreht 2 gestellten Messern besetzte Welle rasch dreht. An dem einen Ende des Cylinders tritt ein weites eisernes diese ein, durch welches das Malz einläuft und in dieses Rohr mündet, dicht vor seinem Ende ein Wasserrohr. Das Malz wird durch die Umdrehung der Messerwelle mit dem Wasser gemischt und fließt an dem andern Ende des Cylinders in den Maischbottich. Einen andern, 3.5, hier wirkenden Vormaischapparat zeigt Fig. 3, hier fällt das Malzmehl durch ein weites Rohr, welches an seinem untern Teile fein durchlöchert und hier mit einem ö umgeben ist. Das Wasser, aus einem möglichst hoch stehenden Reservoir kommend, spritzt in feinen Strahlen in das herabfallende Malzmehl: die Vermischung beider wird durch einen gegen den Strom * spitzen Kegel vervollständigt. Die Maischapparate sind runde Bottiche, früher allgemein aus Holz angefertigt, während man sie neuerdings vielfach ganz aus Eisen konstruiert. Diesauttt sind mit Rührwerken der verschiedensten Kontruktion versehen; für kleinern Betrieb gibt man ihnen einen Seihboden, um die Würze von den Trebern trennen zu können, während bei Amd. in Betriebe eigene Läuterapparate vorhanden sind, in denen diese Trennung erfolgt. Fig. 4 stellt eine Maischmaschine, ceignet für eine Sudgröße von 25 —50 hl Verkaufsbier oder 500—1250 Kg Malz, dar. Dieselbe hat zwei stehende Rührer, deren Wellen sich in entgegengesetzter Richtung bewegen, wodurch ein Rotieren der Maische im Bottich möglichst vermieden wird. Der ottich 94 hier mit Läuterboden versehen, oberhalb des Bottichs befindet sich ein selbstthätiger Vormaischa parat. Für rößern Betrieb die ne Fig. 5 estimmt. Diesel e hat einen stehenden und einen liegenden Rührer, ein Läuterboden ist nicht vorhanden, da ein besonderer Läuterapparat bei großem Betriebe Betriebswele erforderlich ist. Durch die stehende Betrie Swelle erhält zugleich die Welle des mechan. Vormaischapparats ihren Antrieb durch ie Läuterapparate sind große Filter. Sie bestehen aus einem weiten flachen Behälter von solcher Größe, daß er den Inhalt der Maischmaschine aufzunehmen vermag, und werden jetzt meistens ganz aus Eisen angefertigt. Dicht über dem Boden derselben liegt ein, — aus mehrern beweglichen Teilen gebildeter Seihboden, der fein durchlochert ist. Nach beendeter Maischung bringt man die ganze Masse in den Läuterapparat, entweder Wluß eine Centriugalpumpe, oder durch freien Abfluß, in letzterm alle muß der Läuterapparat selbstverständlich tieer als die Maischmaschine stehen. Es lagern sich zunächst die gröbern Teile der Treber auf dem Seihboden ab, nach einiger Zeit öffnet man die Abf 5 Wit und es filtriert alsdann der flüssige Teil, die urze, durch die Treber hindurch und diese halten dabei die feinern Teile zurück; anfangs fließt dabei die Würze etwas trübe, solange 2 Pu erfaldens afft man dieselbe durch eine kleine umpe in den Läuterapparat zurück und läßt sie erst in die Braupfanne, wenn sie vollkommen blank und hell cheint. Da die zurückbleibenden Treber noch mit Wurze durchtränkt sind, so hat man dieselben mit mittels eines in horizontaler Richtung drehbaren, in durchlöcherten Rohres einen Sprühregen von durch die sich festlagernden Treber den Durchgang zu erleichtern, lockert man dieselben mit einer eigeen Treberaufhackmaschine auf. Fig. 6 der Tafel ellt einen Abläuterungsapparat mit * ritztohr und Aufhackmaschine dar. Das Aufelche in senkrechter Richtung verstellbar sind und ie in die Treberschicht schmale konzentrische Furchen ziehen, welche durch Nachstellen der „Mase Unmer tiefer geführt werden, bis die ganze! wicht der Treber auf weniger als ein Drittel reduö Eme und ihnen — —— Haltbarkeit erteilt wird. wärts geschoben, bis sie am Ende vollkommen trocken ausgeworfen werden. Der Maischprozeß wird in den Details 191 die verschiedenste Weise ausgeführt und diese Ausführung bedingt die Abweichungen der einzelnen Braumethoden. Die fertige, aber +π Würze wird nun dem Kochen in der Braupfanne unterworfen, wobei man schließlich den Hopfen zufügt; der Zusatz von Hopfen darf aber immer erst gegeben werden, wenn das Kochen nahezu beendet ist, da sonst der größere Teil seines wertvollen Aromas verflüchligt werden würde. Das Kochen hat zum Zweck, die Würze zu konzentrieren, den Hopfen zu extrahieren, einen Teil der in der Würze enthaltenen uunveränderten Eiweißkörper, welche die Haltbarkeit des Biers beeinträchtigen würden, zu koaguleeren und nebst dem noch unveränderten Stärke1˙ durch die in dem Hopfen enthaltene Gerbsäure ö *7 ällen. Durch letzteres wird die Würze geklärt. Die Menge des zuzusetzenden Hopfens ist eine 100U dene. 1 Winterbier, welches in der Regel schon 4—6 Wochen nach dem Brauen konsumiert wird, nimmt man in Bayern nur (alten) Hopfen vom vorigen 23— und rechnet auf 100 kg Malz 1½ bis 2 kg. Zum Sommer⸗ oder Lagerbier nimmt man neuen (diesjährigen) Hopfen und rechnet für jenes Bier, welches für die Monate Mai und Juni bestimmt ist, auf 100 kg 2— 2,2 kg. Für solches Bier, welches sich am längsten, vielleicht bis Sepeember oder Oktober halten soll, rechnet man 3 kg Hopfen. In Bayern pflegt man je nach dem Geschmacke der Konsumenten mehrere Hopfensorten miteinander zu mischen, und zwar sog. rauhe (gerbsäurereiche) mit feinen, aromatischen (aus Spalt und Saaz). Von den Hopfenbestandteilen, die bei der Brauerei in Betracht kommen, sind zu erwähnen in erster Reihe die Extraktivstoffe, welche dem

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 30Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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