FeedBiologie
Recht & StaatBrockhaus 1882

Biologie, ein griech. Wort, das soviel als Lehre vom Leben, Lebenslehre, ausdrückt. Da eigentlich alles, was existiert, dem allgemeinen Prozeß des Weltlebens angehört, so würde diese Wissenschaft im weitesten Sinne alle Zweige der Naturwissenschaften sowie der Wissenschaft des Geistes, der Philosophie, umfassen. Indessen faßt man das Wort gewöhnlich in engerer Bedeutung und bezeichnet damit die Wissenschaft, welche sich mit den belebten (organischen) Naturkörpern beschäftigt, und welche also die Zoologie und Botanik umfaßt, im Gegensatz zu der Wissenschaft, welche sich mit den unbelebten (anorganischen) Naturkörpern beschäftigt (und also die Mineralogie, Geologie, Geognosie s. w. umfaßt); ferner versteht man auch unter B. eine systematische Darstellung der Bedingungen und Momente des Menschenlebens nach seinen verschie⸗ [denen Seiten hin. Im engsten Sinne wird auch das Wort fast gleichbedeutend mit Physiologiev ebraucht, wie z.B. die Gesellschaft für B. in Paris sich ausschließlich mit Anatomie und Physiologie des Menschen und der Tiere beschäftigt. Biolychnion (grch., d. h. Lebenslicht) war die Bezeichnung für eine aus dem Blute eines Menschen bereitete brennbare Flüssigkeit, welche durch ihr helleres oder dunkleres Brennen den Gemütszustand des betreffenden Menschen anzeigen sollte. Der frankfurter Arzt Joh. Phil. Burggrave (gest. 1775) schrieb darüber ein eigenes Buch.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 69Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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