FeedBlutreinigende
HeilkundeBrockhaus 1882

Blutreinigende Mittel (Depurantia). Die Lehre von der Blutreinigung stammt aus einer Zeit, in welcher man entweder alle oder doch die meisten Krankheiten aus einer Verunreinigung des Blutes durch schädliche Stoffe erklären wollte und zugleich der Ansicht war daß das Blut aus sich selbst diese schädlichen Stoffe erzeuge. (S. Blutkrankheit.) Demnach ging das ganze Heilverfahren darauf aus, die verunreinigten Stoffe durch Vermehrung der Ausscheidungen zu entfernen. Die blutreinigenden Mittel waren daher meistens Abführmittel oder auch harn-und schweißtreibende Substanzen. Gegenwärtig weiß man erstens, daß viele Krankheiten, die man früher aus dem Blute entstehen ließ, ganz und gar andere Ursachen haben; zweitens, daß krankhafte Beschaffenheit des Blutes erst die Folge anderweiter 12 schadlich verschiedener Organe oder der Aufnahme schädlicher Stoffe von anden her ist; drittens, daß die sog. blutreinigenden Mittel nur in den ulen Orlech im Stande sind, ihren — 8 erfüllen. chlechte Beschaffenheit des Blutes läßt sich fast aussch rt nur durch Hebung ihrer Ursachen heilen, deren Erkenntnis und Beseitigung freilich nicht immer möglich ist. Ganz im allgemeinen aber muß gesagt werden, daß zur esunden Lanes Buser ar am meisten gute, einjache Kost, reines Wasser als Getränk, reine, frische Luft, maßvolle, geregelte körperliche und geistige Thätigkeit, gute Pflege der Haut und Vermeidung aller Ausschweifungen verhilft. Dies sind also recht eigentlich die blutreinigenden Mittel. Wer an Verstopfung leidet, mag immerhin milde Abführmittel nehmen und seinen Darm reinigen; er wird dabei Danegen und damit zugleich sein Blut besser werden. agegen ist dringend zu warnen vor dem Gebrauch aller drastischen, als blutreinigend angepriesenen Tinkturen und Pillen, durch deren mißbräuchliche Anwendung nur zu oft die Verdauung und damit die —— Ernährung auf das tiefste geschädigt wird. lutrot, s. Blutfarbstoff.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 214Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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