FeedBonifacius
GeschichteBrockhaus 1882

Bonifacius, einer der ausgezeichnetsten röm. Feldherren im Zeitalter des Kaisers Honorius und einer Nachfolgerin, der Regentin Placidia. Er atte sich zuerst 413 als glücklicher Verteidiger von assilia gegen Athaulfs Westgoten ausgezeichnet, und nachmals 423 und 424 die afrikanischen Provinzen für die Regentin Placidia und ihren Sohn 314 Bonifacius II. (Markgraf von 2 behauptet, als in Italien der Usurpator Johannes den Purpur genommen hatte. Der tüchtige, von Zeitgenossen wie Augustin hochgeschätzte Mann wurde —— durch den herrschsüchtigen Aẽtius, der auf sein Ansehen bei der Kaiserin eifersüchtig war, in eine Intrigue verstrickt. Aétius verdächtigte am Ras seine Zuverlässigkeit und teilte unter der aske der Freundschaft dem B. gleichzeitig die Lüge mit, daß die undankbare Placidia damit umgehe, 50 zu töten. Als es wirklich zwischen B. und dem ofe zum — 6r 11 Bruche gekommen war, rief B. in unheilvoller Übereilung im J. 427 die Vandalen aus Spanien zu seiner Unterstützung nach Afrika. Als König Geiserich 428 erschien, war Placidia über die Sachlage aufgeklärt und mit B. wieder versöhnt. Nun aber wollten die Vandalen Afrika nicht wieder verlassen, und in dem darüber entbrennenden Kriege verlor B. trotz aller Anstrengungen einen bedeutenden Teil des Landes an die deutschen Eroberer. Er kehrte 432 nach Italien zurück und wurde ⁷ von Placidia an Stelle des in Gallien gegen die Franken fechtenden Ätius, dem sie bitter grollte, zum Heermeister oder Kronfeldherrn ernannt. Darüber aber entbrannte zwischen beiden Feinden ein erbitterter Krieg. In der Hauptschlacht (die Lage der Walstatt . unbekannt) siegte zwar B., wurde aber töd ich verwundet, und starb nur einige Tage später.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 315Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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